Sebastião Salgado und Gilberto Gil wollen mit „Refloresta” zum Baumpflanzen animieren

Dass die Wiederbewaldung degradierter Flächen für Klima-, Naturschutz und die Menschen von enormer Bedeutung ist, haben Regierungen bereits anerkannt. Nur umgesetzt wird es kaum. Zwei weltbekannte Künstler wollen das ändern.

Refloresta von Gilberto Gil – Foto: Screenshot Video

Refloresta” heißt die Kampagne, die der Fotograf Sebastião Salgado, seine Frau Lélia Deluiz Wanick dazu ins Leben gerufen haben. Unterstützt werden sie vom Musiker Gilberto Gil. Der hat für die Kampagne den animierenden Song ”Refloresta“ geschrieben.

”Manter em pé o que resta não basta“, singt Gilberto Gil im Video-Clip der Kampagne. Übersetzt bedeutet der Liedausschnitt etwa: ”den Rest des Waldes zu erhalten reicht nicht.“ Vielmehr soll zum Pflanzen angeregt werden.

Wie eine Wiederbewaldung in wenigen Jahren die Natur zurückbringt, zeigt das Beispiel von Salgados Fazenda. Als er diese von seinen Eltern übernommen hat, war der Großteil durch herkömmliche Rinderbeweidung degradiert und offen.

In zwei Jahrzehnten haben Salgado und seine Frau die 600 Hektar jedoch wieder in Wald verwandelt. Etwa 2,2 Millionen im Atlantischen Regenwald heimische Bäume sind gepflanzt worden. Das Anwesen ist zudem in ein Reserva Particular do Patrimônio Natural umgewandelt worden, eine Art privates Naturschutzgebiet.

Um die Wiederbewaldung zu bewerkstelligen, ist auf der Fazenda 2001 eine Art Baumschule gegründet worden. In der können mittlerweile eine Millionen Jungpflanzen aufgezogen werden. Die sind nicht nur für die Fazenda gedacht. Ziel des Institutes Terra ist es vielmehr, auch andere zur Wiederbewaldung anzuregen und sie dabei zu unterstützen.

Das Wirken der Salgados auf der eigenen Fazenda zeigt dabei, dass eine Umwandlung möglich ist und welche Vorteile dies bringt. Ein Beispiel ist die Reaktivierung von Quellen, die durch eine Bewaldung wieder zum Sprudeln gebracht werden und der Trinkwasserversorgung von Mensch und Tier zugute kommen.

In der Region des Vale do Rio Doce, in der auch die Fazenda liegt, sind mit Hilfe des Instituto Terra in den vergangenen 20 Jahren bereits etliche Projekte durchgeführt. Nach Angaben des Institutes wurden sechs Millionen Pflanzen gezogen, 2.100 Hektar des Atlantischen Regenwaldes renaturiert und 2.000 Quellen wiederbelebt.

Das Institut haben Sebastião Salgado und seine Frau Lélia Deluiz Wanick Salgado gegründet. Unterstützt wird es von verschiedenen Organisationen, Unternehmen und Privatspendern. Von Anfang an hat das Instituto Terra in seine Arbeit Wissenschaftler, die Lokalbevölkerung und auch Schulen mit einbezogen.

Mit der Kampagne ”Refloresta“ wendet sich das Ehepaar Salgado und Gilberto Gil jetzt aber an ganz Brasilien. Sie wollen auch andere aninimieren, dem Wald eine Chance zu geben und brachliegende Flächen wieder mit Bäumen zu versehen.

Seit November sind mit Hilfe des Institutes etwa 100.000 Bäumchen gepflanzt worden. Weitere sollen folgen. Ein Teil der Jungpflanzen stammen aus der Baumschule des Instituto Terra. Ein anderer Teil kommt von Familien der Region des Vale do Rio Doce, die mittlerweile für die Wiederbewaldungsprojekte des Institutes heimische Bäume aus Samen und Stecklingen ziehen.

Entstanden ist somit nicht nur ein Netzwerk des Natur- und Waldschutzes. Vielmehr bieten die Naturschutzprojekte der Lokalbevölkerung auch aternative Einnahmequellen. Schließlich geht es neben dem Umdenken auch um eine nachhaltige Entwicklung .

Erste Erfolge zeigt die Kampagne Refloresta schon. Die Video-App TikTok hat die Herausforderung ”#ReflorestaComGil” aufgelegt. Für jedes mit der Musik Refloresta erstellte Video will TikTok das Institut Terra mit der Pflanzung eines Baumes unterstützen.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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