„Mission Amazonien“: Brasilien setzt beim Regenwaldschutz auf neuen Satellit

Brasilien feiert seinen ersten eigenen Satelliten. Der ist in der Nacht von Sonntag zu Montag von Indien aus in den Orbit geschickt worden. Er trägt den Namen “Amazonia-1“, ist Teil der “Missão Amazônia“ und soll vor allem zur Überwachung des Amazonas-Regenwaldes und zum Schutz vor Rodungen zum Einsatz kommen.

Symbolbild Satellit – Grafik: p2722754 auf Pixabay

Der vom brasilianischen Raumfahrtinstitut Inpe erstellte “Amazonia-1“ befindet sich bereits in seiner geplanten Umlaufbahn, etwa 750 Kilometer von der Erde entfernt. Die Erde hat er bereits über 40 Mal umrundet.

Noch laufen allerdings Tests. Erste Bilder werden von ihm am Freitag (5. März) erwartet. Sie decken in etwa einen Streifen von 850 Kilometern ab und warten mit einer Resolution von 64 Metern auf.

“Amazonia-1“ ist der erste Satellit, der zu hundert Prozent von brasilianischen Forschern entwickelt wurde. Bereits im Einsatz hat Brasilien die Satelliten CBERS-4 und CBERS-4A. Beide wurden in Partnerschaft mit China erstellt. Gemeinsam sollen die nun drei Satelliten genauere und umfangreichere Daten liefern.

Die beziehen sich nicht allein auf den Amazonas-Regenwald. Vielmehr sollen mit “Amazonia-1“ ebenso die Küstenregion, Cerrado, Caatinga, Pantanal, Atlantischer Regenwald, Wasserreservoirs und mögliche Katastrophenfälle überwacht werden.

Eine Besonderheit ist, dass Inpe die Satellitenbilder nicht nur Forschungseinrichtungen und Kontrollbehörden zur Verfügung stellt. Vielmehr sollen die Daten ebenso via Internet der Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Seine Entwicklung hat wegen immer wieder auftauchender Probleme, wie die Kürzung von Geldmitteln, acht Jahre in Anspruch genommen. Über 500 Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen waren an dem Projekt beteiligt.

Ob der neue Satellit tatsächlich zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes beitragen wird, hängt allerdings nicht nur von den von ihm gelieferten, genaueren Daten ab. Vielmehr ist ebenso eine Stärkung der Kontrollbehörden notwendig, wie Forscher und Umweltschützer betonen. Die haben in den vergangenen Jahren einen Abbau erlebt, während die Kahlschlagszahlen drastisch gestiegen sind.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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