Alarmierende Entwicklungen im Atlantik: Meeresökosysteme in akuter Gefahr!

Eine Kombination aus drei Phänomenen bedroht zunehmend die Ökosysteme in den südlichen und äquatorialen Regionen des Atlantiks: Meeres-Hitzewellen, hohe Versauerung und niedrige Chlorophyllkonzentrationen.

Alarmierende Entwicklungen im Atlantik – Foto: Fernando Frazão/Agencia Brasil

Vor 2016 war es selten, dass diese Phänomene gleichzeitig auftraten. Seitdem treten sie jedes Jahr gemeinsam auf. Alle drei Phänomene sind Folgen der Klimakrise. Die Ozeane spielen eine zentrale Rolle im Klimasystem: Sie absorbieren etwa 90 % der Wärme aus der Atmosphäre und 30 % des Kohlendioxids (CO₂).

Bei übermäßiger Erwärmung der Atmosphäre kommt es zur Überhitzung der Ozeane. Gleichzeitig führt die CO₂-Anreicherung zu einer verstärkten Versauerung des Wassers.

Diese Ereignisse könnten abgeschwächt werden, wenn ausreichend Nahrung für Meereslebewesen zur Verfügung stünde. Einige Ökosysteme können wärmeres und saureres Wasser überstehen, sofern genug Nahrung vorhanden ist.

Doch bei zu warmem Wasser sind weniger nährstoffreiche Gase vorhanden, die für das Wachstum von mikroskopisch kleinen Algen notwendig sind – der Basis der marinen Nahrungskette.

Das erhöht das Risiko des Artensterbens und gefährdet die Nachhaltigkeit der Fischerei und der Meereszucht. Die zunehmende Gleichzeitigkeit dieser drei Phänomene verhindert die notwendige Erholungszeit der Ökosysteme.

Studie

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht und unter Beteiligung von Forschenden der Bundesuniversität Santa Catarina (UFSC) sowie des Nationalen Instituts für Meeresforschung (Inpo) durchgeführt.

Untersucht wurden Daten aus den Jahren 1999 bis 2018, in denen die drei Variablen zuverlässig kombiniert werden konnten. Die Daten stammen aus Satellitenmessungen.

Die Ozeantemperaturen werden seit 1982 präzise überwacht, Chlorophyll-Daten liegen seit 1998 vor, die letzten Messungen zur Versauerung stammen aus dem Jahr 2018.

Sechs Regionen des Südatlantiks wurden aufgrund ihrer hohen biologischen Vielfalt und Produktivität untersucht:

  • darunter der westliche äquatoriale Atlantik (nahe der brasilianischen Nordostküste),
  • der subtropische westliche Atlantik,
  • die Brasilien-Malwinen-Konvergenz,
  • der Golf von Guinea,
  • die Angola-Front
  • und das Agulhas-Leck (Verbindung zwischen Atlantik und Indischem Ozean).

Laut Studie liefern diese Regionen jährlich acht Millionen Tonnen Meeresorganismen und sichern die Lebensgrundlage von Küstengemeinschaften in Südamerika und Afrika. Die Ernährungssicherheit dieser Länder ist direkt betroffen, da sie auf diese marinen Ressourcen angewiesen sind.

Eine Forscherin an der UFSC und dem Inpo, betont, dass Studien über diese Phänomene helfen können, wirksame politische Entscheidungen zum Schutz der Ozeane zu treffen.

„Meeresökosysteme stehen unter Druck verschiedenster Arten von Umweltverschmutzung – Chemikalien, Agrarabfälle, Pestizide, unbehandeltes Abwasser. Dazu kommt die illegale Fischerei, die schneller geschieht, als sich viele Arten fortpflanzen können.

Wir sollten mehr Schutzgebiete schaffen und Regulierungen einführen, um den Druck auf die Ökosysteme zu verringern. Gegen Erwärmung und Versauerung der Meere können wir derzeit wenig tun – das erfordert umfassendere Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen“, so die Forscherin.

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