SOS Mata Atlântica mobilisiert Privatsektor für den Schutz des Atlantischen Regenwaldes

Die Stiftung SOS Mata Atlântica hat am Mittwoch (5.) die „Allianz für den Atlantischen Regenwald“ ins Leben gerufen, ein breit angelegtes Bündnis, das Unternehmen und institutionelle Partner dazu aufruft, in Projekte zum Schutz, zur Wiederherstellung und zur Erhaltung der Artenvielfalt dieses einzigartigen Bioms zu investieren. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des „Agenda SP+Verde Summit“, einer Vorbereitungskonferenz auf die COP30 in São Paulo.

Der Mata Atlantica – Foto: sabia brasilinfo

Diese Initiative bildet das zentrale Instrument der „Territorialstrategie 2023–2030“, einem langfristigen Plan der Stiftung mit dem Ziel, messbare Fortschritte zu erzielen, insbesondere in den Einzugsgebieten des Mittleren Tietê und des Mittleren Paraíba do Sul. Beide Regionen gelten als strategisch entscheidend für die künftige Wasser- und Klimasicherheit des Atlantischen Regenwaldes.

Diese Flusseinzugsgebiete erstrecken sich über rund 5,5 Millionen Hektar und umfassen 170 Gemeinden in den Bundesstaaten São Paulo, Rio de Janeiro und Minas Gerais. Sie gehören zu den wirtschaftlich und demografisch am dichtesten besiedelten Regionen Brasiliens und stehen zugleich unter erheblichem Umweltstress. Etwa 12 Millionen Menschen leben dort – mit hohem Bedarf an Wasser und Energie – während die Waldflächen zunehmend zersplittert sind.

Mithilfe moderner Datenanalyse und georäumlicher Planung sollen bis 2030 gezielt 5.000 Hektar wieder aufgeforstet werden. Gleichzeitig wird auf ein vollständiges Ende der Abholzung in diesen Gebieten hingearbeitet. Nach Angaben der Stiftung liegt allein in den gesetzlich geschützten Uferzonen (APPs) das Wiederherstellungspotenzial bei über 300.000 Hektar.

Die Fortschritte werden anhand klarer Indikatoren gemessen, darunter die wiederhergestellte Fläche, gebundener Kohlenstoff, Wasserqualität, ökologische Vernetzung sowie die Schaffung sogenannter „grüner Arbeitsplätze“.

„Heute präsentieren wir zwei wichtige Neuerungen: Zum einen verfolgen wir erstmals einen wissenschaftlich fundierten, langfristigen und räumlich fokussierten Ansatz, um eines der kritischsten Gebiete des Atlantischen Regenwaldes zu erhalten und zu regenerieren, eine Region, deren ökologische Funktionen für Städte und Wirtschaft auf dem Spiel stehen“, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung.

Bisher wurden rund 150 Millionen Reais in verschiedene Maßnahmen vor Ort investiert. Weitere 350 Millionen sollen hinzukommen, das Gesamtziel liegt bei einer halben Milliarde Reais bis Ende des Jahrzehnts.

Der Geschäftsführer bezeichnete die neue Allianz als Ausdruck gemeinsamer Verantwortung: „Wir werden in diesen Regionen Hand in Hand arbeiten, Lösungen entwickeln und umsetzen – mit Blick auf den Schutz der Artenvielfalt, der Wasserressourcen, der Landwirtschaft und der klimatischen Widerstandsfähigkeit.“

Neben ihrem Beitrag zu globalen Klima-, Wasser- und Biodiversitätszielen bietet die Allianz Unternehmen die Möglichkeit, ökologische und soziale Risiken zu verringern, ihre ESG-Profile zu stärken und aktiv zu nachhaltiger Entwicklung beizutragen. Zehn Unternehmen sind bereits Teil dieses Netzwerks.

„Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist ein zentrales Element, um wirksame Antworten auf die zunehmenden Extremwetterereignisse zu finden. Gleichzeitig ist er entscheidend, um unsere Städte (und auch unsere Unternehmen) widerstandsfähiger gegenüber den fortschreitenden Klimaveränderungen zu machen“, betonte die Nachhaltigkeitsdirektorin von Motiva, einem der beteiligten Unternehmen.


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