Am 10. November treffen sich erneut Vertreterinnen und Vertreter aus aller Welt, um einen der drängendsten globalen Herausforderungen anzugehen: den Klimawandel. In diesem Jahr findet die 30. UN-Klimakonferenz (COP30) in Belém im brasilianischen Bundesstaat Pará statt und damit kehrt sie an einen symbolträchtigen Ort zurück, dorthin, wo einst alles begann.

Das Treffen steht unter dem Eindruck einer wachsenden Klimakrise, die längst Züge einer globalen Notlage trägt. Gleichzeitig ist die internationale Zusammenarbeit selbst unter Druck geraten, geprägt von geopolitischen Spannungen und Vertrauensverlust. Bei der jüngsten UN-Generalversammlung betonte der Generalsekretär, dass „die Vereinten Nationen in Zeiten wie diesen unverzichtbarer sind als je zuvor“.
Bereits 1992 wurde in einem multilateralen Rahmen der erste internationale Vertrag auf den Weg gebracht, der Staaten verschiedenster Regionen und Systeme dazu verpflichtete, gemeinsam gegen die Ursachen der Erderwärmung vorzugehen. Die Geburtsstunde dieser globalen Klimadiplomatie schlug in Rio de Janeiro, während der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, besser bekannt als Eco92.
Schon zuvor hatten die Weltorganisation für Meteorologie und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen auf Veränderungen im globalen Klimasystem hingewiesen. Doch erst mit der Gründung des Weltklimarats (IPCC) wurde deutlich, wie tiefgreifend die Ursachen und Folgen tatsächlich sind.
Der erste IPCC-Bericht, gestützt auf die Auswertung weltweiter wissenschaftlicher Daten, führte schließlich zur Einrichtung des zwischenstaatlichen Verhandlungskomitees (INC), das 1990 von der UN-Generalversammlung eingesetzt wurde. Ziel war es, konkrete Verpflichtungen, Zielvorgaben und Zeitrahmen festzulegen, um die Wurzel des Problems anzugehen: den Ausstoß von Treibhausgasen.
Das Ergebnis dieser Bemühungen war die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC), jenes Abkommen, das 1992 in Rio verabschiedet wurde und den Grundstein für alle künftigen Klimakonferenzen legte.
Nachdem 196 Staaten der Konvention beitraten, trat sie offiziell in Kraft und sah von Beginn an jährliche Treffen vor. Diese sollten dazu dienen, die Fortschritte zu überprüfen, nationale Maßnahmen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze an die jeweiligen Gegebenheiten anderer Länder anzupassen.
Die erste Konferenz der Vertragsstaaten (COP) fand 1995 in Berlin statt. Seither wurde die Klimarahmenkonvention immer wieder erweitert und weiterentwickelt, mit neuen Zielen, Finanzierungsmechanismen und der Idee gemeinsamer, aber unterschiedlich gewichteter Verantwortung.
Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen das Kyoto-Protokoll, das erstmals verbindliche Reduktionsziele festlegte, das Pariser Abkommen mit seinem globalen Temperaturziel, das dazugehörige Regelwerk zur Umsetzung sowie die jüngsten globalen Bestandsaufnahmen (Global Stocktakes), die den Fortschritt messen und neuen Handlungsdruck erzeugen.
Von Berlin bis Belém, von Kyoto bis Paris – jede Konferenz hat Spuren hinterlassen. Zusammen bilden sie eine Geschichte von mühsam errungenen Fortschritten, politischem Ringen und der stetigen Suche nach einem gemeinsamen Kurs für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten.
