Luftaufnahmen der Stadt Rio Bonito do Iguaçu im brasilianischen Bundesstaat Paraná zeigen ein erschütterndes Bild: ganze Wohnviertel liegen in Trümmern, nachdem am Freitagabend (7.) ein Tornado über die südzentralen Regionen des Bundesstaates hinweggefegt ist.
Nach Angaben des Zivilschutzes wurden rund 90 % des Stadtgebiets von Rio Bonito do Iguaçu in Mitleidenschaft gezogen. Sechs Menschen kamen ums Leben, zwei gelten noch als vermisst, und 432 wurden verletzt.

Der Sturm wurde vom Technologie- und Umweltüberwachungssystem des Bundesstaates Paraná (Simepar) als Tornado der Kategorie F3 eingestuft, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde.
Der Gouverneur von Paraná kündigte an, den Notstand ausrufen zu wollen, um den Wiederaufbau zu erleichtern. „In Rio Bonito do Iguaçu haben die Menschen im Grunde kein Dach mehr über dem Kopf. Seit gestern Abend bereiten wir Notunterkünfte vor“, erklärte er.
Laut Gouverneur untersuchen Fachleute von Simepar weiterhin die genaue Stärke des Phänomens, das einen Großteil der Stadt zerstörte. „In den letzten 30 bis 40 Jahren hat es in Paraná keinen Tornado dieser Wucht gegeben.
Kaum ein Haus, geschweige denn ein Geschäftsgebäude, blieb stehen. Wir haben gesehen, wie riesige Getreidesilos und Tankstellen dem Erdboden gleichgemacht wurden. Das war eine Katastrophe, wie es sie in der Geschichte unseres Bundesstaates kaum je gegeben hat“, so der Gouverneur weiter.
Teams der Bundesregierung wurden in die betroffene Region entsandt, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren und den Wiederaufbau zu planen. Zahlreiche Gebäude stürzten ein, Straßen wurden beschädigt, und Teile des Stromnetzes brachen zusammen. Viele Bewohner blieben stundenlang ohne Elektrizität.
Das Krankenhaus der Nachbarstadt Laranjeiras do Sul war rasch überfüllt und behandelte mehr als 200 Verletzte. Neun von ihnen befinden sich in ernstem Zustand.
