Dinosaurier lebten in der Amazonasregion, berichten Forschende

Dass Dinosaurier weite Teile des heutigen Landes durchstreiften, ist seit Langem bekannt. Immer wieder wurden bedeutende Fossilien geborgen, doch Hinweise auf eine Präsenz im Amazonasgebiet fehlten bislang vollständig.

Dinossauro – Foto: Rovena RosaAgencia-Brasil

Nun haben Forschende einer Universität im äußersten Norden erstmals Belege dafür gefunden, dass die Tiere dort vor mehr als 103 Millionen Jahren lebten. Entdeckt wurden über ein Dutzend Fußabdrücke aus der Übergangszeit zwischen Jura und Kreide, gefunden in der geologisch als Tacutu-Becken bezeichneten Region nahe der Stadt Bonfim.

Zwar lassen sich die Spuren keiner einzelnen Art sicher zuordnen, doch erlauben sie Rückschlüsse auf die Großgruppen, die damals in der Gegend vorkamen: räuberische Theropoden, zweibeinige Pflanzenfresser sowie gepanzerte Formen, deren Rücken von einer knöchernen Schutzschicht bedeckt war.

Herausfordernde Bedingungen

Die Amazonasregion gilt seit jeher als schwieriges Terrain für die Forschung. Das Gestein liegt vielerorts frei und ist über Jahrmillionen stark verwittert, ein Prozess, der Material zersetzt und Fossilien selten unbeschadet überstehen lässt. Knochen überdauern in der Regel nur, wenn sie rasch unter Sediment begraben werden.

Nach Angaben des Teams, das die Funde untersuchte, lag das Gebiet damals in einem breiten Tal, durchzogen von zahlreichen Wasserläufen, flankiert von dichter Vegetation. Die feuchten Flussbänke boten ideale Bedingungen für die Abdrücke: Sie härteten nach und nach aus und hielten schließlich dem späteren Überdecken stand.

Über immense Zeiträume verwandelte sich das eingepresste Material in Gestein, das selbst unter heutigen Erosionsbedingungen stabil bleibt. Dass sich in der Tacutu-Region Reste einer trockenen Savannenlandschaft erhalten haben, half zusätzlich: Dort treten Felsflächen offen zutage, was die Suche nach fossilen Strukturen erleichtert nicht nur nach Fußspuren, sondern auch nach Überresten von Pflanzen und wirbellosen Tieren.

Ein Fund, der Jahre im Verborgenen blieb

Die ersten Spuren wurden bereits 2014 während einer Exkursion von Geologiestudierenden entdeckt. Damals fehlten vor Ort jedoch sowohl Fachleute für die Rekonstruktion früherer Lebensräume als auch die technische Ausstattung, um die Abdrücke angemessen zu analysieren.

Die Untersuchung wurde schließlich auf Eis gelegt; man fürchtete, dass eine zu frühe Veröffentlichung das Projekt aus der Hand reißen könnte.

Erst 2021 wurde das Material erneut aufgegriffen und systematisch ausgewertet. Dabei kam moderne Fotogrammetrie zum Einsatz: Aus zahllosen überlappenden Aufnahmen entsteht ein hochpräzises 3-D-Modell der Spuren, das eine detailgetreue Beschreibung ermöglicht. Auf diese Weise gelang es auch, zuvor unbekannte Aufschlüsse in der Region zu identifizieren.

Wie es weitergeht

Die Forschenden vermuten, dass in der Tacutu-Senke noch hunderte weitere Abdrücke verborgen liegen. Aktuell wird eine Fundstelle auf indigenem Gebiet untersucht, an der bereits mehrere wissenschaftlich bedeutsame Bereiche dokumentiert wurden.

Manches bleibt jedoch unerforscht: Viele Spuren befinden sich auf Privatbesitz, wo Untersuchungen nicht oder nur eingeschränkt möglich sind. Einige Landbesitzer befürchten, dass wissenschaftliche Arbeiten zu staatlichen Eingriffen, Gebietsmarkierungen oder unklaren Entschädigungsfragen führen könnten und verweigern daher den Zugang.

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