Obwohl die Konferenz heute Nacht auslaufen soll, ist der Abschlusstext noch immer offen, eine Verlängerung der Gespräche gilt als wahrscheinlich. Die am Morgen präsentierten Entwürfe des Belém-Pakets sorgten für Kritik aus der Zivilgesellschaft: Der Text sei zu wenig ambitioniert, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens einzuhalten.

Besonders heftig beanstandet wird, dass ein klarer Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien fehlt, obwohl diese die Hauptquelle der globalen Emissionen sind. Der Entwurf spiegle vor allem die Interessen grosser Ölproduzenten wider, heisst es aus Umweltverbänden.
Mehrere Verhandlungsgruppen (von afrikanischen Staaten über die EU bis zu Inselstaaten) stritten den ganzen Tag über Formulierungen. Eine Koalition aus 29 Ländern verlangte eine sofortige Überarbeitung, da ohne Leitplanken für eine gerechte Energiewende kein tragfähiges Ergebnis möglich sei. Wissenschaftler warnten indes vor einem Szenario, in dem die Erwärmung über 2 Grad steigt – mit existenziellen Risiken für den Planeten.
Trotz der Blockaden verzeichnete die Konferenz auch Fortschritte. Beim Thema Anpassung liegt nun eine Liste mit 59 Indikatoren vor, die Entwicklungsländern Zugang zu Finanzhilfen erleichtern soll. Zudem wurden neue Prozesse zur besseren Abstimmung von Anpassungspolitiken vereinbart. Unklar bleibt allerdings, wie eine angekündigte Verdreifachung der Mittel finanziert werden soll.
Auch beim Arbeitsprogramm zur gerechten Transformation gab es Bewegung: Ein neues multilaterales Instrument unter dem UN-Klimasekretariat soll künftig Massnahmen für eine sozialverträgliche Energiewende bündeln. Die Ausgestaltung soll bei den nächsten Beratungen vorbereitet und zur COP31 verabschiedet werden.
