Das Jahr 2025 liegt hinter uns. Zeit, noch einmal kurz zurückzublicken und die wichtigsten Momente Revue passieren zu lassen. Monat für Monat brachte neue Entwicklungen, kleine Erfolge, überraschende Wendungen und Themen, die bewegt haben. Dieser Jahresrückblick fasst ausgewählte Ereignisse im Schnelldurchlauf zusammen. Die monatlichen Rückblicke erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern zeigen bewusst nur einzelne Nachrichten und Eindrücke, die das Jahr geprägt haben und in Erinnerung geblieben sind.

Januar
Brasilien startete das Jahr mit spürbaren sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen. Der gesetzliche Mindestlohn wurde auf 1.518 Real angehoben, was Millionen Beschäftigten ein leicht höheres Einkommen brachte, zugleich aber auch Debatten über die steigenden Lebenshaltungskosten auslöste. In mehreren Hauptstädten verteuerten sich die Tickets im öffentlichen Nahverkehr, was besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen belastete. Parallel dazu nahm die Zahl der gemeldeten Menschenrechtsverletzungen deutlich zu und lag rund 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Aufmerksamkeit erhielt auch eine Reportage über Kinder am Amazonas, die zeigte, wie Alltag, Bildung und Gesundheit in abgelegenen Regionen stark von Natur, Infrastrukturmangel und sozialen Ungleichheiten geprägt sind.
Februar
Der Februar war von Bildung, Kultur und Wirtschaft geprägt. Kaffee blieb auf dem Binnen- und Weltmarkt teuer, vor allem wegen klimatischer Extreme in Anbaugebieten und einer weiterhin hohen internationalen Nachfrage. Mit dem neuen Gesetz zum Schulanfang ohne Mobiltelefone betrat Brasilien Neuland in der Bildungspolitik. Ziel war es, die Konzentration im Unterricht zu fördern und Cybermobbing einzudämmen. Währenddessen zog der Karneval in Rio de Janeiro wieder Millionen Menschen an. Die Paraden im Sambódromo standen für kulturelle Vielfalt, wirtschaftliche Bedeutung und eine Rückkehr zur vollen Strassen- und Festkultur nach schwierigen Jahren.
März
Im März rückten soziale Spannungen und kulturelle Höhepunkte in den Fokus. Der Tod mehrerer indigener Menschen nach einem Brand in einem Dorf in Mato Grosso do Sul lenkte die Aufmerksamkeit auf anhaltende Konflikte um Landrechte und mangelhaften Schutz indigener Gemeinschaften. Gleichzeitig feierten die grossen Karnevalshochburgen ihre Sieger. Rosas de Ouro gewann in São Paulo, Beija-Flor de Nilópolis setzte sich in Rio de Janeiro durch. Wirtschaftlich machte sich der Anstieg der Kakaopreise bemerkbar, der Schokolade verteuerte und das Ostergeschäft beeinflusste, sowohl für Konsumenten als auch für Produzenten.
April
Der April brachte wissenschaftliche Entdeckungen, sportliche Erfolge und ernste soziale Zahlen. Im Nationalpark Itatiaia wurden uralte Höhlenmalereien entdeckt, deren Erforschung neue Einblicke in die frühe Besiedlung des Landes verspricht. Im Sport sorgte der historische Sieg der brasilianischen Frauenfussball-Nationalmannschaft gegen die USA für internationale Aufmerksamkeit. Gleichzeitig verzeichnete Brasilien steigende Exporte von Früchten, was auf eine starke Nachfrage und verbesserte Logistik im Agrarsektor hinwies. Überschattet wurde dies von der Tatsache, dass über 335.000 Menschen landesweit ohne feste Unterkunft lebten.
Mai
Im Mai standen Umwelt, Gesellschaft und Sport gleichermassen im Mittelpunkt. Die Wiederaufnahme nachhaltiger Kautschukgewinnung im Nordwesten von Mato Grosso galt als positives Beispiel für umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung. Ermutigend war auch der Rückgang der Todesfälle im Yanomami-Gebiet um 21 Prozent im Jahr 2024, was auf bessere medizinische Versorgung und verstärkte staatliche Präsenz zurückgeführt wurde. Der Tod des Fotografen Sebastião Salgado löste landesweite Würdigungen aus, da sein Werk soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung eindrücklich dokumentierte. Im Fussball begann mit Carlo Ancelotti als neuem Nationaltrainer eine neue Phase.
Juni
Der Juni verband Tradition, Politik und Sport. In Salvador rückten die farbigen Fitinhas als Ausdruck von Glauben, Hoffnung und kultureller Identität in den Vordergrund. Sportlich feierte Brasilien unter Ancelotti den ersten Sieg und sicherte sich das Ticket für die Fussball-WM 2026. Politisch bereitete sich das Land intensiv auf die COP30 vor, mit dem erklärten Ziel, die Zivilgesellschaft stärker einzubeziehen. Gleichzeitig geriet Brasilien wegen der Versteigerung von Erdölrechten im Amazonasgebiet international in die Kritik, da Umwelt- und Klimaschützer schwere Folgen für das Ökosystem befürchteten.
Juli
Im Juli dominierten Kultur, Tourismus und gesellschaftliche Herausforderungen. Der Nationalpark Cavernas do Peruaçu wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, was den Schutz und die internationale Bedeutung der Region stärkte. Afrotourismus gewann an Bedeutung und eröffnete neue Zugänge zur afro-brasilianischen Geschichte und Gegenwart. Ein Fotojournalismus-Projekt über digitale Hetze zeigte, wie Desinformation und Hass im Netz reale Auswirkungen haben. Gleichzeitig machten Studien deutlich, dass über 11 Millionen Menschen in Brasilien bereits Kokain oder Crack konsumiert hatten, was die Dringlichkeit einer wirksamen Drogenpolitik unterstrich.
August
Der August stand im Zeichen von Umwelt und Sportentwicklung. Der Frauenfussball erlebte einen weiteren Aufschwung, befeuert durch internationale Turniere und die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Alarmierende Berichte über den Zustand der Meeresökosysteme im Atlantik warnten vor Überfischung, Erwärmung und Verschmutzung. Die Tourismusbehörde Embratur bewarb das Pantanal verstärkt als sinnliches Naturerlebnis. Gleichzeitig wurde indigenes Wissen sichtbar gemacht, unter anderem durch die Dokumentation von 150 Heilpflanzen und deren medizinischer Bedeutung.
September
Im September zeigte sich ein klarer Aufwärtstrend im internationalen Tourismus. Besonders São Paulo und Santa Catarina verzeichneten starkes Wachstum bei ausländischen Gästen. Auch Amazonien und das Pantanal erhielten internationale Auszeichnungen für nachhaltige Erlebnisreisen, was Brasiliens Image als Natur- und Reiseland weiter stärkte und wirtschaftliche Impulse in strukturschwache Regionen brachte.
Oktober
Der Oktober war von Forschung, Innovation und ungewöhnlichen Projekten geprägt. Eine neue Studie machte Hoffnung, Tierversuche bei der Entwicklung von Antischlangengiften künftig ersetzen zu können. Wissenschaftliche Expeditionen suchten nach Antworten zur genauen Ausdehnung und Dynamik der Amazonas-Mündung. Auf der Insel Marajó sorgte die Idee einer sogenannten Büffel-Universität für Diskussionen über Bildung, Landwirtschaft und Regionalentwicklung. Historisch war zudem die Zahl von sieben Millionen ausländischen Gästen, die Brasilien erstmals erreichte.
November
Im November rückten Umwelt- und Sicherheitsfragen in den Vordergrund. Die Organisation SOS Mata Atlântica mobilisierte den Privatsektor für den Schutz des stark bedrohten Atlantischen Regenwaldes. Offizielle Zahlen zeigten, dass rund 358.000 Menschen ohne feste Unterkunft lebten. Gleichzeitig wuchs die Sorge über die Ausbreitung organisierter Kriminalität von Rio de Janeiro bis in den Amazonasraum. Im Kontext der COP30 wurde intensiv diskutiert, ob die Stimmen des Amazonas auf internationaler Ebene ausreichend Gehör finden würden.
Dezember
Zum Jahresende prägten Umwelt, Sicherheit und Sport die Berichterstattung. Anhaltende Trockenheit verschärfte die Wasserversorgung im Grossraum São Paulo und machte die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. Interpol meldete einen Rekord beim illegalen Handel mit lebenden Wildtieren, was Brasiliens Rolle im globalen Artenschutz erneut in den Fokus rückte. Sportlich begann für die Nationalmannschaft in der WM-Gruppe C die Mission zum sechsten Titel an der Ostküste der USA. Abschliessende Analysen zum Amazonas zeigten, wie eng Fragen von nationaler Zugehörigkeit, wirtschaftlicher Nutzung und globaler Verantwortung miteinander verknüpft sind.
