São Paulo verzeichnet neuen Dezember-Hitzerekord mit 36,2 Grad

São Paulo erlebt einen historischen Hitzetag. Am Freitag, dem 26. Dezember, wurde an der Messstation Mirante de Santana im Norden der Metropole eine Temperatur von 36,2 Grad (gefühlte 40 Grad) gemessen. Der Höchstwert wurde um 15 Uhr registriert und stellt den höchsten jemals im Monat Dezember gemessenen Wert dar, seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahr 1961.

Hitzewelle in São Paulo – Foto: Fernando Frazão/Agência Brasil

Der neue Rekord fällt in eine anhaltende Hitzewelle, die weite Teile des Südostens Brasiliens betrifft. Meteorologinnen und Meteorologen rechnen damit, dass die extremen Temperaturen mindestens bis zum 29. Dezember andauern. Bereits für das kommende Wochenende werden jedoch erste kräftige Gewitter erwartet, die lokal für kurzfristige Abkühlung sorgen könnten.

Ursache der ungewöhnlichen Hitze ist ein sogenanntes atmosphärisches Blockadephänomen. Dieses stabilisiert eine Hochdrucklage über der Region und verhindert, dass feuchte Luftmassen und damit ergiebige Regenfälle nach São Paulo vordringen. Die Folge sind hohe Temperaturen, trockene Luft und eine zusätzliche Belastung für Mensch, Infrastruktur und Umwelt.

Besonders angespannt ist die Lage bei der Wasserversorgung. Die Regierung des Bundesstaates teilte am Freitag mit, dass die Stauseen im Grossraum São Paulo derzeit nur noch zu rund 26 Prozent gefüllt sind. Das entspricht einem Volumen von 515,8 Hektometern Kubik.

Damit liegen die Reserven etwa 30 Prozent unter dem Stand von 2013, also jenem Jahr, das der historischen Dürreperiode in der Region vorausging. Fachleute warnen, dass eine anhaltende Trockenheit die Versorgungssicherheit weiter unter Druck setzen könnte.

Auch die gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze machen sich bemerkbar. Seit Anfang Dezember registrierte der mobile Notfalldienst Samu neun Einsätze im Zusammenhang mit Hitzebelastung.

Die städtische Gesundheitsbehörde weist darauf hin, Warnsignale ernst zu nehmen. Dazu gehören starker Durst, Kopfschmerzen, Erbrechen, ungewöhnliche Müdigkeit, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Verwirrtheit sowie Bewusstseinsverlust. In solchen Fällen wird dringend empfohlen, umgehend eine Gesundheitseinrichtung aufzusuchen.

Die aktuellen Ereignisse unterstreichen erneut, wie verletzlich Grossstädte gegenüber extremen Wetterlagen sind. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels rechnen Fachstellen damit, dass Hitzewellen dieser Intensität künftig häufiger auftreten könnten. Für die Bevölkerung bedeutet das, sich konsequent zu schützen, ausreichend zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden.

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