Rückgang der Abholzung in den meisten brasilianischen Ökosystemen 2024 bestätigt

Brasiliens Raumforschungsbehörde hat die Daten des offiziellen Systems zur jährlichen Überwachung der Zerstörung nativer Vegetation für das Jahr 2024 ausgewertet und bestätigt: In den meisten brasilianischen Ökosystemen ist die Abholzung im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen.

Brasilien Biom Cerrado – Foto: Printscreen Video

Die Analyse beruht auf der Auswertung von Satellitenbildern, die bereits zuvor gemeldete Warnhinweise überprüften und nun abschliessend bestätigt wurden. Insgesamt zeigt sich für den Zeitraum zwischen 2023 und 2024 ein klarer Rückgang der Vegetationsverluste in weiten Teilen des Landes.

Im Detail

  • Amazônia: 28,09%
  • Nicht bewaldete Gebiete im Amazonasraum: 5,27%
  • Cerrado: 25,76%
  • Mata Atlântica: 37,89%
  • Pampa: 20,08%
  • Caatinga: 9,93%
  • Pantanal: 16,5%

Besonders stark fiel der Rückgang im Atlantischen Regenwald aus, wo fast 38 Prozent weniger Fläche zerstört wurde. Auch im Amazonasgebiet ging die Abholzung markant zurück, um gut 28 Prozent. Weitere deutliche Abnahmen wurden im Cerrado, der Savannenlandschaft im Landesinneren, sowie im Pampa-Gebiet im Süden registriert. Selbst in nicht bewaldeten Zonen innerhalb der Amazonasregion verringerte sich der Verlust nativer Vegetation leicht.

Eine Ausnahme bilden zwei Ökosysteme: In der Caatinga, einer trockenen Busch- und Waldlandschaft im Nordosten, sowie im Pantanal, dem grössten Binnenfeuchtgebiet der Erde, nahm die Zerstörung der natürlichen Vegetation zu. Besonders im Pantanal fiel der Anstieg mit über 16 Prozent deutlich aus, was Umweltfachleute mit klimatischen Extremereignissen, Landnutzungsdruck und unzureichender Kontrolle in Verbindung bringen.

Als Vegetationsverlust gilt dabei ausschliesslich die vollständige Entfernung der ursprünglichen Pflanzendecke, unabhängig davon, wie die Fläche später genutzt wird. Die Identifikation erfolgt automatisiert anhand von Vegetationsindizes aus hochauflösenden Satellitendaten und wird anschliessend durch eine visuelle Prüfung ergänzt. Dieses Verfahren gilt als international anerkannt und
liefert konsistente, vergleichbare Zeitreihen.

Die Entwicklung wird von Fachstellen als Hinweis auf die Wirksamkeit staatlicher Umweltpolitik gewertet. Insbesondere Massnahmen zur Kontrolle illegaler Abholzung, strengere Auflagen sowie freiwillige Vereinbarungen zwischen Zivilgesellschaft, Handel und Agrarwirtschaft zeigen offenbar Wirkung. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass Fortschritte fragil bleiben und regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Die nun vorliegenden, konsolidierten Daten dienen vor allem der Analyse mittel- und langfristiger Trends. Sie ergänzen frühere Frühwarnsysteme und bilden eine zentrale Grundlage für die Weiterentwicklung der brasilianischen Umwelt- und Klimapolitik. Gerade im Hinblick auf internationale Klimaziele und den Schutz der Biodiversität bleiben sie von zentraler Bedeutung.


Zeca-Vater_150-mit-Ausrufezeichen
Mehr zu den Ökosystemen Brasiliens finden Sie » hier
© 2003-2026 BrasilienPortal by sabiá brasilinfo
Reproduktion der Inhalte strengstens untersagt.
Aus unserer Redaktion

Letzte News