Brasilien hat im Jahr 2025 insgesamt 40,04 Millionen Säcke Kaffee zu je 60 Kilogramm exportiert. Das entspricht einem Rückgang von 20,8 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig erzielten die Ausfuhren jedoch einen historischen Höchstwert bei den Einnahmen. Mit 15,586 Milliarden US-Dollar lagen die Exporterlöse um 24,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Zahlen veröffentlichte der brasilianische Kaffeeexporteursrat Cecafé am Montag, 19. Mai.

Damit verzeichnete Brasilien die höchsten Kaffeeexporterlöse seit Beginn der Erhebung im Jahr 1990. Kaffee aus brasilianischer Produktion ging 2025 in insgesamt 121 Länder. Nach Angaben des Cecafé-Präsidenten ist der Rekord in erster Linie auf höhere Preise sowie auf gezielte Investitionen der Branche in Qualität zurückzuführen.
Die durchschnittlichen Exportpreise lagen im Jahresverlauf deutlich über jenen von 2024. Gleichzeitig hätten die brasilianischen Kaffeeproduzenten ihre Betriebe gut organisiert und konsequent in Technologie, Innovation und Qualitätssteigerung investiert.
Das habe das internationale Ansehen brasilianischer Kaffees weiter erhöht und sich direkt im Marktwert niedergeschlagen. Brasilien sei derzeit das einzige Ursprungsland weltweit, das Kaffee in mehr als 120 Länder exportiere und damit über ein Drittel des globalen Marktanteils abdecke.
Tariferhöhungen und geringere Verfügbarkeit
Der Rückgang der exportierten Menge kam nach Einschätzung des Cecafé-Präsidenten nicht überraschend. Ausschlaggebend seien klimatische Einflüsse sowie die aussergewöhnlich hohen Ausfuhren im Jahr 2024 gewesen, die die Lagerbestände deutlich reduziert hätten. Hinzu kam eine schwächere Ernte, die ebenfalls wetterbedingt beeinträchtigt war. Diese Kombination habe das verfügbare Exportvolumen im Jahr 2025 spürbar begrenzt.
Belastend wirkten sich zudem die von den USA verhängten Importzölle auf brasilianischen Kaffee aus. Während fast vier Monaten, von Anfang August bis Ende November, galt ein pauschaler Zollsatz von 50 Prozent auf alle Kaffeearten aus Brasilien. Löslicher Kaffee ist davon weiterhin betroffen. In diesem Zeitraum brachen die Lieferungen in die Vereinigten Staaten um 55 Prozent ein. Laut Cecafé war dieser Rückgang überwiegend auf die zusätzlichen Abgaben zurückzuführen.
Wichtigste Absatzmärkte
Deutschland übernahm 2025 die Spitzenposition unter den wichtigsten Abnehmern brasilianischen Kaffees. Mit 5,4 Millionen importierten Säcken lag das Land zwar um 28,8 Prozent unter dem Vorjahresvolumen, stellte aber dennoch 13,5 Prozent aller brasilianischen Kaffeeexporte.
Die USA, traditionell der grösste Einzelmarkt, rutschten infolge der Zölle auf Platz zwei ab. Insgesamt importierten sie 5,3 Millionen Säcke, was 13,4 Prozent der Gesamtausfuhren entspricht. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies einen Rückgang von 33,9 Prozent.
Exportierte Kaffeesorten
Arabica-Kaffee dominierte auch 2025 die brasilianischen Exporte. Insgesamt wurden 32,3 Millionen Säcke dieser Sorte ausgeführt, was 80,7 Prozent des Gesamtvolumens entspricht. Auf die Sorte Canéfora, zu der Conilon und Robusta zählen, entfielen 3,9 Millionen Säcke oder rund 10 Prozent.
Der Export von löslichem Kaffee belief sich auf 3,6 Millionen Säcke und damit auf 9,2 Prozent. Gerösteter sowie gerösteter und gemahlener Kaffee spielte mit 58’474 Säcken und einem Anteil von 0,1 Prozent weiterhin eine untergeordnete Rolle.
Trotz rückläufiger Mengen zeigt das Ergebnis, wie stark der brasilianische Kaffeesektor derzeit von hohen Weltmarktpreisen, struktureller Wettbewerbsfähigkeit und einer breiten internationalen Präsenz profitiert.

