Nach dem tödlichen Haiangriff auf den 13-jährigen Deivison in Olinda wurde der Jugendliche am Freitagnachmittag beigesetzt. Der Angriff ereignete sich am Donnerstag an der Küste der Metropolregion Recife. Der Junge erreichte den medizinischen Dienst bereits ohne Lebenszeichen.

Nach Angaben des Staatlichen Komitees zur Überwachung von Hai-Zwischenfällen Cemit handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Bullenhai Carcharhinus leucas. Diese Art ist in den Küstengewässern von Pernambuco häufig und bekannt dafür, sich in flachen Küstenzonen sowie in der Nähe von Flussmündungen aufzuhalten.
Die tödliche Verletzung befand sich am rechten Oberschenkel und hatte einen Durchmesser von 33 Zentimetern. Das Wundbild entspricht laut Cemit einer für Haie der Gattung Carcharhinus typischen Zahnstruktur. Auch die Umweltbedingungen am Unglücksort, nahe eines Ästuars, (der Flut ausgesetzte Flussmündung) stützen diese Einschätzung.
Seit 1992 wurden in Pernambuco 82 Zwischenfälle mit Haien registriert. Davon ereigneten sich 67 entlang der kontinentalen Küste, vor allem im Grossraum Recife, sowie 14 im Archipel Fernando de Noronha. Als besonders risikoreich gilt ein 33 Kilometer langer Küstenabschnitt zwischen der Praia do Paiva und der Praia do Farol in Olinda. In diesem Bereich sind nautische Aktivitäten verboten, das Baden im Meer jedoch erlaubt.
Ein gesetzliches Badeverbot besteht ausschliesslich an einem 2,2 Kilometer langen Abschnitt der Praia de Piedade. Entlang der Küste stehen insgesamt 150 Warnschilder, davon 13 in Olinda und vier am Strand von Del Chifre.
Anfang des Monats kündigte die Regierung von Pernambuco an, das seit 2015 ausgesetzte Hai-Monitoring wieder aufzunehmen. Geplant ist der Einsatz von Mikrochips zur Überwachung der Tiere, mit Schwerpunkt auf dem bekannten Risikogebiet. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und mit bis zu 1,05 Millionen Reais budgetiert. Aktuell wird ein dauerhaftes Monitoring nur im Archipel Fernando de Noronha durchgeführt.
