Brasilianische Wissenschaftler stellen biologisch abbaubare Verpackungen aus der Haut von Amazonasfischen her

Eine brasilianische Forschungsgruppe hat einen biologisch abbaubaren Biofilm aus der Haut eines Amazonasfisches entwickelt, der als nachhaltige Alternative zu Kunststoffen in Lebensmittelverpackungen und anderen weltweit vertriebenen Produkten dienen kann. Das aus Abfällen der Aquakultur hergestellte Material vereint technische Leistungsfähigkeit und geringere Umweltbelastung und verleiht einem zuvor weggeworfenen Rohstoff einen Mehrwert.

Der Tambatinga, einer Kreuzung aus dem Tambaqui und dem Pirapitinga – Foto erstellt mit Hilfe einer KI

Die Studie wurde von Forschern der Embrapa Pecuária Sudeste in São Carlos in Zusammenarbeit mit der Universität von São Paulo (USP) durchgeführt und basierte auf der Haut des Tambatinga – einer Kreuzung aus Tambaqui und Pirapitinga. Die Haut des verwendeten Fisches ist reich an Kollagen und weist Eigenschaften auf, die für die Gewinnung von Gelatine und die Herstellung biologisch abbaubarer Polymere günstig sind.

Aufgrund seiner tropischen Herkunft kann Tambatinga eine höhere Konzentration an Aminosäuren in der Haut enthalten, was zur Verbesserung der funktionellen und strukturellen Eigenschaften der gewonnenen Gelatine beiträgt. Mit diesem Material stellten die Forscher dünne, flexible Folien her, die für Lebensmittelverpackungen verwendet werden könnten.

Der wissenschaftliche Prozess begann mit der Reinigung der Fischhäute, unmittelbar danach wurde die Gelatine mit heißem Wasser und Essigsäure extrahiert, ein wichtiger Schritt zur Entfernung von Verunreinigungen. Bei der Herstellung der Folien wurden bestimmte Anteile an Gelatine in Lösung verwendet, was zu einem transparenten, flexiblen Material mit einer gleichmäßigen Oberfläche führte.

Die Studie ist Teil der von der FAPESP im Rahmen des Forschungszentrums für Lebensmittel (FoRC) unterstützten Arbeiten, einem der Forschungs-, Innovations- und Verbreitungszentren (CEPIDs) der Stiftung. Ziel ist es, Materialien zu entwickeln, die in der Lage sind, die in der Verpackungsindustrie weit verbreiteten synthetischen Folien auf Erdölbasis zu ersetzen.

Trotz der positiven Ergebnisse weist das neue Material leider noch einige Einschränkungen auf. Die wichtigste davon ist seine geringe Feuchtigkeitsbeständigkeit, die seine Anwendung vorerst auf dehydrierte Produkte beschränkt.

Den Forschern zufolge sollten die Studien fortgesetzt werden, da die vollständige Entwicklung von grundlegender Bedeutung ist, um die Einsatzmöglichkeiten des Biopolymers in Lebensmittelverpackungen sowie Anwendungen in den Bereichen Pharmazie und Biomedizin zu erweitern. Der Vorschlag trägt auch zur Stärkung der Produktionskette in der Aquakultur bei, indem er die Wiederverwertung von Abfällen fördert und nachhaltigere Praktiken anregt.

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