Neue Baumfroschart in der Cerrado-Region von Minas Gerais entdeckt

Forscher haben eine neue Froschart entdeckt, die ausschließlich im Cerrado im Nordwesten von Minas Gerais lebt. Der Frosch mit dem Namen Ololygon paracatu hat ein extrem begrenztes Verbreitungsgebiet und wurde nur an zwei Orten in der Nähe der Gemeinde Paracatu gesichtet. An der Forschung sind Institutionen wie die Universität von Brasília (UnB), das Chico Mendes Institut für Biodiversitätsschutz (ICMBio), die Bundesuniversität von Goiás (UFG) und das Argentinische Naturkundemuseum beteiligt.

Neue Froschart entdeckt – Ololygon-paracatu_Foto-ZOOTAXA/Zur Veröffentlichung freigegeben

Das Ergebnis der Studie wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift Zootaxa veröffentlicht. Die Studie kombinierte genetische Analysen, morphologische Vergleiche und Aufzeichnungen von Lautäußerungen. Ein wesentlicher Teil dieses Prozesses umfasste die Verwendung biologischer Sammlungen.

Die kleine Art weist morphologische, akustische und molekulare Unterschiede zu anderen Fröschen derselben Gattung auf. Die Männchen sind zwischen 20,4 und 28,2 Millimeter groß, während die Weibchen zwischen 29,3 und 35,2 Millimeter groß sind. Wie andere Arten der Gattung Ololygon lebt das Tier in sogenannten Galeriewäldern, einer Waldvegetation, die mit kleinen Flüssen, schnell fließenden Bächen und felsigem Flussbett verbunden ist. Die neue Art ist die achte der Gattung Ololygon, die im Cerrado beschrieben wurde, und erweitert die Liste der endemischen Amphibien des Bioms.

Hommage

Der Name der neuen Art bezieht sich auf den Rio Paracatu, einen der wichtigsten Nebenflüsse des Rio São Francisco. Die Wahl des Namens ist auch eine Umweltwarnung. Während der Feldarbeit beobachteten die Forscher Anzeichen von Degradation in einem Teil der untersuchten Bäche, wie z. B. Verschlammung. „Der Schutz der Bäche und Flüsse, in denen diese neue Art lebt, ist nicht nur für ihr Überleben unerlässlich, sondern auch für den Erhalt des Rio Paracatu und seiner Nebenflüsse“, warnt Daniele Carvalho, Forscherin am Nationalen Zentrum für Forschung und Erhaltung von Reptilien und Amphibien (RAN-ICMBio) und Erstautorin der Studie.

„Eine Art zu beschreiben bedeutet, ihr einen Namen zu geben; sie für die Wissenschaft und die Gesellschaft sichtbar zu machen. Wir hoffen, dass dieser Name dazu beiträgt, die Aufmerksamkeit auf die Wasser- und Umweltkrise zu lenken, die dieses wichtige Flussgebiet heimsucht und nicht nur die Amphibien, sondern die gesamte Gesellschaft bedroht“, sagt Daniele. „Die Forschung ist das Ergebnis jahrelanger Sorgfalt und Hingabe an die Erforschung der Amphibien des Cerrado, einem unglaublich reichen, aber stark unterschätzten und bedrohten Biom“, ergänzt Reuber Brandão, Professor an der UnB und Mitglied der RECN, einer Initiative der Fundação Grupo Boticário.

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