Dürre in Brasilien: In fünfzehn Städten wird der Notstand ausgerufen

Die anhaltende Trockenheit im Nordosten Brasiliens spitzt sich weiter zu. Inzwischen hat die Regierung für fünfzehn Städte den Notstand erklärt. Das entsprechende Dekret wurde am Montag, dem 2., im brasilianischen Amtsblatt «Diário Oficial da União» veröffentlicht.

Wassermangel Nordosten – Foto: Manoel Marques Imprensa MG/FotosPublicas

Die Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf die ausbleibenden Regenfälle, die weite Teile der Region seit Monaten belasten. Mit der offiziellen Einstufung erhalten die betroffenen Gemeinden die Möglichkeit, Unterstützung bei der Nationalen Sekretariatsstelle für Schutz und Zivile Verteidigung zu beantragen.

Konkret geht es um Soforthilfe für die Bevölkerung, um die Wiederherstellung grundlegender Versorgungsdienste sowie um die Instandsetzung geschädigter Gebiete.

Besonders stark betroffen sind fünf Städte im Bundesstaat Bahia, vier im Ceará, drei in Paraíba, eine in Pernambuco und zwei im Rio Grande do Norte. In all diesen Orten führt die ausbleibende oder stark reduzierte Niederschlagsmenge zu massiven Problemen bei der Wasserversorgung, in der Landwirtschaft und bei der Sicherung der Existenzgrundlagen vieler Familien.

Unterschieden wird dabei zwischen „Estiagem“ und „Seca“, zwei Begriffen, die im Deutschen meist beide mit Dürre wiedergegeben werden, jedoch unterschiedliche Nuancen haben. Als Estiagem gilt eine längere Phase mit sehr geringen oder ganz ausbleibenden Niederschlägen, in der der Boden mehr Feuchtigkeit verliert, als durch Regen nachgeliefert wird. In der Folge sinken die Wasserstände in Flüssen, Stauseen und auch im Grundwasser.

Von einer Seca spricht man, wenn diese Trockenperiode so lange anhält, dass ein schweres hydrologisches Ungleichgewicht entsteht. Dann reicht der Regenmangel aus, um ganze Ökosysteme und die regionale Wasserversorgung nachhaltig zu destabilisieren. Für die betroffenen Städte ist das keine abstrakte Definition, sondern eine sehr reale Bedrohung ihres Alltags.

© 2003-2026 BrasilienPortal by sabiá brasilinfo
Reproduktion der Inhalte strengstens untersagt.
Aus unserer Redaktion

Letzte News