Offizielle Wetterdaten zeigen überdurchschnittliche Hitze, mehrere Hitzewellen, deutliche regionale Unterschiede und den Einfluss von La Niña auf die Niederschlagsverteilung. Der Sommer 2026 brachte in weiten Teilen Brasiliens erneut hohe Temperaturen und setzte damit den Trend der vergangenen Jahre fort. Die Extremwerte früherer Rekordsommer wurden zwar nicht übertroffen, doch die Saison zählt dennoch zu den wärmsten seit Beginn der systematischen Messungen.

Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes lag die landesweite Durchschnittstemperatur bei 26,0 Grad Celsius. Das entspricht einer Abweichung von 0,5 Grad gegenüber dem klimatologischen Referenzzeitraum 1991 bis 2020. Damit rangiert der Sommer 2026 auf Platz drei der wärmsten Sommer seit 1961. Der Spitzenwert bleibt beim Rekordsommer 2024 mit einem Mittel von 26,2 Grad.
Auch ohne neuen Höchstwert war die Hitze deutlich spürbar. Mehrere Hitzewellen mit anhaltenden Tageshöchstwerten weit über 35 Grad belasteten Städte und ländliche Regionen gleichermassen. Auffällig war vor allem die ungleiche Verteilung der Temperaturabweichungen.
Im Nordosten des Landes traten die stärksten Anomalien auf. In Teilen des Hinterlands von Paraíba und im Gebiet von Salgueiro im Bundesstaat Pernambuco lagen die Temperaturen rund 3 Grad über dem langjährigen Mittel. Solche Abweichungen gelten in der Klimatologie als markant und wirken sich nicht nur auf die Wasserverfügbarkeit, sondern auch auf Landwirtschaft und Energieversorgung aus.
Im Norden stach insbesondere das Gebiet des unteren Amazonas hervor, wo hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze zu einer erhöhten Wärmebelastung führten. Im Zentrum-Westens konzentrierten sich die höchsten Werte im Bundesstaat Mato Grosso, vor allem im Südwesten und im zentralen Süden. Dort wurden wiederholt Spitzenwerte gemessen, die deutlich über dem saisonalen Durchschnitt lagen.
Im Südosten zeigte sich ein differenzierteres Bild. Insgesamt bewegten sich die Temperaturen näher am historischen Mittel. Lokale Ausnahmen gab es dennoch. In Teilen von Espírito Santo blieb es etwas kühler als üblich. Dagegen verzeichneten der Südwesten von Minas Gerais, das Triângulo Mineiro sowie die Region um São José do Rio Preto im Bundesstaat São Paulo überdurchschnittliche Wärme.
Auch im Süden des Landes dominierte ein warmes Szenario. Nahezu die gesamte Region meldete erhöhte Werte. Lediglich ein schmaler Küstenstreifen zwischen Rio Grande do Sul und Santa Catarina wich vom Trend ab und blieb näher an der Norm. Besonders deutlich fiel die Abweichung im Bundesstaat Paraná aus, wo in der zentral-westlichen Region Anomalien von über 2 Grad registriert wurden.
Ein weiterer Faktor war das Klimaphänomen La Niña, das die atmosphärischen Zirkulationsmuster im tropischen Pazifik beeinflusst. Es wirkte sich vor allem auf die Niederschlagsverteilung aus und führte regional zu Verschiebungen zwischen trockeneren und feuchteren Phasen. In Kombination mit den hohen Temperaturen verschärfte dies in einigen Gebieten die Trockenheit, während andere Regionen zeitweise kräftige Niederschläge erlebten.
Unterm Strich bestätigt der Sommer 2026, dass Brasilien weiterhin unter dem Eindruck eines anhaltend erhöhten Temperaturniveaus steht. Auch ohne neuen Rekord zeigt sich ein klares Bild: Hitzeperioden werden intensiver, regionale Unterschiede ausgeprägter und klimatologische Schwankungen komplexer.
Einige Wetter-Extreme 2025
Absoluter Tiefstwert
Urupema (SC) mit ca. −8 °C.
Weitere starke Tiefstwerte
General Carneiro (PR) ca. −7,8 °C;
mehrere Orte in RS und SC zwischen etwa −3 °C und −5 °C;
einige Höhenlagen im Südosten streiften oder unterschritten knapp 0 °C.
Höchstwerte
Mehrfach über 40 °C, vor allem im Südosten (z. B. Rio de Janeiro) und im Südwesten, begleitet von Hitzewellen mit Temperaturen bis rund 42 °C oder darüber in ländlichen Messstationen.
Der Sommer in Brasilien dauert vom 21. Dezember bis 20. März.
Das liegt daran, dass Brasilien auf der Südhalbkugel liegt. Dort sind die Jahreszeiten genau entgegengesetzt zu Europa. Wenn in der Schweiz Winter ist, beginnt in Brasilien der Sommer.
Was bedeutet das konkret?
Beginn: rund um den 21. Dezember, zur Sommersonnenwende auf der Südhalbkugel
Ende: rund um den 20. März, zur Herbst-Tagundnachtgleiche
Heisseste Monate: meist Januar und Februar
