Die brasilianische Regierung aktualisierte die Mangrovenkartierung

Die brasilianische Regierung stellte am vergangenen Dienstag (18.) die aktualisierte Kartierung der brasilianischen Mangrovenwälder vor, die entlang der Küste 1.229.644 Hektar dieser Ökosysteme erfasst hat. Die Veranstaltung markierte auch den Start des Klimaplans 2024–2035, der als wichtigstes strategisches Instrument des Landes gilt, um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen und ein Modell für nachhaltige Entwicklung vorzugeben.

Einblick Mangrovenwälder – Foto: Klaus D. Günther

Die Erhebung ist Teil des Nationalen Programms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Mangrovenwäldern (ProManguezal), das vom Ministerium für Umwelt und Klimawandel koordiniert wird. Das 2024 ins Leben gerufene Programm koordiniert Maßnahmen zur Erhaltung, Wiederherstellung und nachhaltigen Nutzung dieser Lebensräume in Zusammenarbeit mit Behörden des Nationalen Umweltsystems und anderen öffentlichen Stellen.

Die neue Ausgabe der Studie aktualisiert den 2018 veröffentlichten Atlas der brasilianischen Mangrovenwälder und dient fortan als Grundlage für politische Maßnahmen und Überwachungsaktivitäten. Den Daten zufolge konzentriert sich die größte Mangrovenfläche des Landes auf Maranhão mit mehr als 512.000 Hektar, gefolgt von Pará und Amapá. Etwa 82 % dieser Flächen stehen unter dem Schutz von Naturschutzgebieten.

Die Kartierung wurde auf der Grundlage von Sentinel-2-Satellitenbildern aus dem Jahr 2024 erstellt und unter der Koordination des Umweltministeriums und der Ibama sowie unter Beteiligung des MapBiomas-Projekts durchgeführt. Laut Umweltministerin Marina Silva stellt die Initiative einen Fortschritt beim Schutz der Biodiversität und bei der Bekämpfung des Klimawandels dar und trägt zudem zum Schutz traditioneller Bevölkerungsgruppen bei.

Während der Veranstaltung hob der Präsident von Ibama, Rodrigo Agostinho, den kombinierten Einsatz von Technologie und fachlicher Analyse bei der Erstellung der Studie hervor. Seinen Angaben zufolge wurde jedes Gebiet einzeln analysiert und von Forschern aus verschiedenen Regionen des Landes validiert.

Die Datenplattform gilt als strategisch wichtig für die Raumplanung, da sie es ermöglicht, Belastungen für die Mangrovenwälder wie städtische Expansion und wirtschaftliche Aktivitäten zu identifizieren und Maßnahmen zur Umweltsanierung zu steuern. ProManguezal gliedert sich in sechs Schwerpunkte, darunter Naturschutz, nachhaltige Nutzung, Kapazitätsaufbau und Finanzierung. Zu den festgelegten Zielen gehören die Renaturierung von 17.000 Hektar bis 2030, die Einrichtung neuer Naturschutzgebiete und die Schulung von 1.500 Personen.

Klimaplan

Der ebenfalls bei der Veranstaltung vorgestellte Klimaplan 2024–2035 konsolidiert die Leitlinien der brasilianischen Klimapolitik mit Zielen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an Umweltveränderungen. Der über drei Jahre erarbeitete Plan wurde unter Beteiligung von 25 Ministerien sowie der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft erstellt.

Das Dokument gliedert sich in drei Schwerpunkte: Minderung, Anpassung und übergreifende Strategien. Im Bereich der Minderung sind 245 Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in Sektoren wie Energie, Landnutzung und Industrie vorgesehen, darunter die Bekämpfung der Entwaldung, die Wiederaufforstung von mehr als 12 Millionen Hektar und der Ausbau erneuerbarer Energiequellen.

Der Bereich Anpassung umfasst 16 sektorale Pläne, deren Schwerpunkt auf der Verringerung von Anfälligkeiten und der Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Städten und Gemeinden gegenüber extremen Wetterereignissen liegt. Der Plan legt zudem Leitlinien für Themen wie Klimagerechtigkeit, Finanzierung, Innovation und gesellschaftliche Teilhabe fest, um eine integrierte Umsetzung der öffentlichen Politik zu gewährleisten.

Einblick Mangrovenwälder – Foto: Klaus D. Günther

Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Instrumente wie den Klimafonds unterstützt, der bereits mehr als 52 Milliarden Reais für Umweltprojekte mobilisiert hat. Für 2026 ist die Bereitstellung von 27,4 Milliarden Reais vorgesehen, das höchste Budget, das der Fonds je verzeichnet hat.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung des IndicaClima-Systems, das Indikatoren und Daten zusammenführt, um die Umsetzung der Ziele zu überwachen und die Transparenz der Maßnahmen zu erhöhen. Auf internationaler Ebene dient der Klimaplan als Leitfaden für die Erfüllung der von Brasilien im Pariser Abkommen eingegangenen Verpflichtungen, die eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 59 % bis 67 % bis 2035 im Vergleich zu den Werten von 2005 sowie das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 vorsehen.

Umweltverpflichtung

Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund einer Stärkung der Politik zum Schutz der Ozeane und Küstengebiete, die als grundlegend für die Klimaregulierung und den Erhalt der Biodiversität angesehen werden. Brasilien hat Fortschritte bei der Einrichtung von Meeresschutzgebieten, bei der maritimen Raumplanung und bei Strategien zur Bekämpfung der Verschmutzung sowie zur Erhaltung von Ökosystemen wie Korallenriffen und Mangrovenwäldern erzielt.

Das Land bereitet sich zudem darauf vor, vom 23. bis 29. die 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS COP15) in Campo Grande (MS) auszurichten. Die Veranstaltung soll Vertreter aus mehr als 130 Ländern zusammenbringen, um gemeinsame Maßnahmen zum Schutz wandernder Arten und ihrer Lebensräume zu erörtern.

1 US-Dollar entspricht 5,25 Reais


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