Unfälle mit Skorpionen, Schlangen, Spinnen, Bienen und Raupen sind in Brasilien erschreckend häufig, aber oft vermeidbar. Ein Überblick über die Zahlen, die gefährlichsten Tiere und was im Ernstfall zu tun ist.

Wurden Sie schon einmal von einem Gifttier gebissen oder gestochen? Wissen Sie, wie man sich in einer solchen Situation verhält? Im Jahr 2023 wurden in Brasilien laut Gesundheitsministerium mehr als 340.000 Unfälle mit Gifttieren gemeldet. 451 Menschen kamen dabei ums Leben.
Betrachtet man den Zeitraum von 2019 bis 2023, forderten Schlangen (138 Todesopfer), Skorpione (152), Bienen (123), Spinnen (34) und Raupen (4 Todesfälle). Die höchste Zahl an Meldungen verursachten Skorpione mit 195.645 Fälle. Sowohl Unfälle als auch Todesfälle durch sie nahmen in diesem Zeitraum zu, mit einem leichten Rückgang im Jahr 2022.
Besonders auffällig: Die Todesfälle durch Bienenstiche haben sich mit 123 fast verdoppelt.
Schlangen
Schlangen stehen zwar nicht an erster Stelle bei den Meldungen (31.725), fordern aber 138 Todesopfer. Wer im Freien unterwegs ist oder auf dem Land arbeitet, sollte stets geschlossenes Schuhwerk mit hohem Schaft tragen und beim Umgang mit trockenem Laub, Brennholz oder Stroh dicke Handschuhe anziehen. Nicht in Löcher greifen, Termitenhügel vorsichtig behandeln und Abfall- sowie Schuttansammlungen in der Nähe von Wohnhäusern vermeiden.

„Häufig versuchen Menschen, eine Schlange zu töten, und werden dabei gebissen. Deshalb ist es wichtig, die unmittelbare Umgebung von Wohnhäusern sauber zu halten und den direkten Kontakt zu meiden. Neben Kindern und älteren Menschen zählen auch Landbewohner und Feldarbeiter zur Risikogruppe. Sie benötigen geeignete Schutzausrüstung: Handschuhe, Stiefel und lange Hosen.”
Spinnen, Skorpione
Skorpione sind für die mit Abstand meisten Meldungen verantwortlich und töten mehr Menschen (152) als Schlangen (138). Spinnen folgen auf Platz zwei der Meldungen (73.119), verursachen aber vergleichsweise wenige Todesfälle (34). Gärten und Hinterhöfe sauber halten, dichten Pflanzenbewuchs an Mauern vermeiden und den Rasen regelmässig mähen. Abflüsse, Ritzen und Türschwellen abdichten.
Betten von den Wänden abrücken, Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen immer ausschütteln und kontrollieren. Wer im Garten arbeitet, schützt sich mit festem Schuhwerk und dicken Handschuhen. Und nicht zuletzt: Natürliche Fressfeinde wie Eulen, Eidechsen, Kröten und Hühner schonen – sie halten die Population dieser Tiere in Schach.
Brennraupen
Raupen verursachen zwar die wenigsten Meldungen (6.906) und Todesfälle (4), sollten aber nicht unterschätzt werden. Beim Berühren von Baumstämmen und Gartenpflanzen ist Vorsicht geboten. Auf angenagtes Laub, Kokons und Raupenkot auf dem Boden achten – das sind sichere Hinweise auf Befall. Im Umgang mit Pflanzen empfehlen sich Gummihandschuhe.

Gifttierunfälle gehören in Brasilien zum Alltag. Doch mit dem richtigen Wissen und einfachen Schutzmassnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Das Instituto Butantan betont: Wer aufmerksam ist und vorsorgt, schützt sich und seine Familie – ohne auf das Leben im Freien verzichten zu müssen.
