Noca da Portela gestorben – eine Ikone des Samba

Am Sonntag, dem 17. Mai, ist der Sambakünstler Noca da Portela im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Komponist war seit Ende April in einem Krankenhaus im Norden von Rio de Janeiro mit Verdacht auf Lungenentzündung behandelt worden. Die Schule der Samba bestätigte die Nachricht über ihre Social-Media-Kanäle.

Noca da Portela – Foto: Screenshot

Ein Mineiro erobert Rio

Der gebürtige Mineiro, mit bürgerlichem Namen Osvaldo Alves Pereira, kam nicht als geborener Carioca zur Welt – und dennoch wurde er zu einer der prägendsten Figuren des Karnevals von Rio de Janeiro. Den entscheidenden Schritt machte er in den 1960er Jahren, als ihn kein Geringerer als Paulinho da Viola zur traditionsreichen Sambaschule Portela führte.

Dort fand er nicht nur eine künstlerische Heimat, sondern auch seine engsten Weggefährten: Als Teil des legendären Trio ABC der Portela, gemeinsam mit Picolino und Colombo, schrieb er Sambas, die bis heute unvergessen sind.

Sieben Siege und ein Vermächtnis aus Hunderten von Liedern

Sein Werk umfasst mehr als 500 Kompositionen. Sieben Mal gewann er den begehrten internen Wettbewerb um das Samba-Enredo der Portela – eine Bilanz, die kaum ein anderer Komponist der Schule vorweisen kann.

Zu seinen bekanntesten Siegen zählen Recordar é viver (Erinnern ist Leben) (1985), Gosto que me enrosco (Ich mag es, mich darin zu verlieren) (1995), Os Olhos da Noite(Die Augen der Nacht) (1998) sowie ImaginaRio, 450 Janeiros de uma Cidade Surreal Surreal (ImaginaRio, 450 Januare einer surrealen Stadt) (2015).

Auch das Lied Portela Querida (Geliebte Portela), das von der legendären Sängerin Elza Soares interpretiert wurde, trägt seine Handschrift. Querida

Vom Sambaplatz ins Kulturministerium

Noca da Portela war mehr als ein Musiker. Er engagierte sich politisch, war Mitglied der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCB) und später der Sozialistischen Partei (PSB). Im Jahr 2006 ernannte ihn Gouverneurin Rosinha Garotinho zum Staatssekretär für Kultur im Bundesstaat Rio de Janeiro – ein Amt, das er bis Ende desselben Jahres innehatte.

2008 kandidierte er zudem für einen Sitz im Stadtrat. Seine politische Überzeugung war stets dieselbe wie sein künstlerisches Schaffen: der Dienst an der brasilianischen Volkskultur.

„Als Mitglied der Velha Guarda Show da Portela schuf Noca ein Werk mit Hunderten von Sambas und wurde zu einer der angesehensten Persönlichkeiten des Karnevals in Rio de Janeiro”, schrieb die Sambaschule auf ihrem offiziellen Profil. „Noca da Portela hinterlässt ein Vermächtnis der Liebe zur brasilianischen Popularmusik, zum Samba und zu unserer Majestät.”

Geehrt, geliebt, unvergessen

Die Anerkennung für sein Lebenswerk blieb nicht aus. 2009 wurde er mit der Ordem do Mérito Cultural ausgezeichnet, einer der höchsten Kulturehrungen Brasiliens. 2020 erhielt er beim MTV Miaw den Preis Transforma – Vidas Negras Importam (Schwarze Leben zählen) – ein Zeichen dafür, dass sein Einfluss weit über die Sambawelt hinausreichte.

„Noca da Portela hinterlässt ein Vermächtnis der Liebe zur brasilianischen Popularmusik, zum Samba und zu unserer Majestät”, schrieb die Sambaschule auf ihrem offiziellen Profil.

Noca da Portela hatte vier Kinder und war mehr als 50 Jahre lang mit Dona Conceição verheiratet. Ein Leben im Rhythmus des Samba – bis zum letzten Takt.

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