4. Oktober – Welttierschutztag

Das leuchtende Gefieder eines Aras, der lautlose Flug einer Fledermaus, die erstaunliche Vielfalt von Fröschen und Insekten: Brasiliens Tierwelt fasziniert weit über die Landesgrenzen hinaus. Der Welttiertag am 4. Oktober lädt dazu ein, diese Vielfalt bewusst wahrzunehmen und Verantwortung für ihren Schutz zu übernehmen. Im Mittelpunkt steht das Wohlergehen von Haustieren ebenso wie der Schutz wildlebender und vom Aussterben bedrohter Arten.

Fledermaus – Foto: Klaus D. Günther

Brasilien zählt zu den artenreichsten Ländern der Erde. Nach Angaben des brasilianischen Umweltministeriums sind dort mehr als 124’000 Tierarten bekannt. Sie leben in den Regenwäldern Amazoniens, den Überschwemmungslandschaften des Pantanal, den Savannen des Cerrado und den trockenen Lebensräumen der Caatinga. Auch der Atlantische Regenwald, die Graslandschaften im Süden sowie die Küsten und Meeresgebiete tragen zu diesem aussergewöhnlichen Naturreichtum bei.

Diese Vielfalt erschliesst sich oft erst beim genaueren Hinsehen. Neben den auffälligen Vögeln und grossen Säugetieren gehören unzählige kleine, unscheinbare Lebewesen zur brasilianischen Fauna. Insekten, Fledermäuse und Vögel übernehmen beispielsweise wichtige Aufgaben bei der Bestäubung von Pflanzen. Der Schutz der Tierwelt bewahrt deshalb auch die Beziehungen zwischen den Arten, von denen funktionierende Ökosysteme abhängen.

Doch dieser Reichtum ist verletzlich. Abholzung, der Bau von Strassen, verschmutzte Gewässer, Jagd und illegaler Tierhandel gefährden die brasilianische Fauna. Wo Lebensräume verschwinden oder auseinandergerissen werden, verlieren Tiere ihre Nahrungsquellen, Rückzugsorte und Fortpflanzungsgebiete. Artenschutz beginnt daher mit dem Erhalt jener Landschaften, in denen die Tiere leben.

Die Geschichte des Welttiertags reicht weiter zurück, als häufig dargestellt wird. Eine erste Veranstaltung fand bereits am 24. März 1925 in Berlin statt. Im Mai 1931 beschlossen Tierschutzorganisationen bei einem internationalen Kongress in Florenz, den 4. Oktober als weltweiten Aktionstag zu etablieren. Die in der Vorlage erwähnte Gründung auf einem Ökologiekongress ist somit unzutreffend.

Heute verbindet der Welttiertag die Freude an der Tierwelt mit der Forderung nach einem verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Dazu gehört auch der Blick auf Tiere, die unmittelbar vom Menschen abhängig sind. Wer ein Haustier hält, übernimmt Verantwortung für dessen Ernährung, Gesundheit, Bewegung und Beschäftigung. Zuwendung zeigt sich im Alltag durch verlässliche Pflege und die Bereitschaft, die Bedürfnisse des Tieres ernst zu nehmen.

Auch in der Wissenschaft stellt sich die Frage nach dem Tierwohl. In Brasilien regelt das Gesetz Nr. 11.794 von 2008 den Einsatz von Wirbeltieren in Forschung und Lehre. Es verlangt unter anderem die Prüfung von Vorhaben durch Ethikkommissionen und besondere Betreuung der Versuchstiere. Die Zahl der eingesetzten Tiere und die Dauer der Versuche müssen auf das notwendige Minimum begrenzt werden; Leiden soll so weit wie möglich vermieden werden.

Der 4. Oktober bietet damit Anlass zum Staunen und zum Handeln. Brasiliens Fauna ist ein lebendiger Reichtum, der Aufmerksamkeit verdient, vom kleinsten Insekt bis zum grossen Säugetier. Ihn zu bewahren bedeutet, Tieren Raum zum Leben zu lassen und ihren Schutz auch dort ernst zu nehmen, wo sie unserem Blick entzogen sind.


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