COP30: 1,6 Millionen Indigene aus 9 Ländern nehmen an der Konferenz teil

Indigene Völker aus neun Ländern des Amazonasbeckens sind in Belém zusammengekommen, um an der 30. UN-Klimakonferenz (COP30) teilzunehmen. Rund 1.600 indigene Führungspersonen vertreten dort ihre Gemeinschaften. Sie verlangen, dass indigene Territorien als zentrale Säule der Klimapolitik anerkannt werden, dass ihre Stimmen in Entscheidungsprozessen wirklich Gehör finden, dass finanzielle Mittel direkt an die Gemeinschaften fließen, die den Regenwald bewahren und dass diejenigen besser geschützt werden, die sich für ihre Rechte und für die Umwelt einsetzen.

An der COP30 nehmen 1600 indigene Führungspersonen teil – Foto: Valter Campanato/Agência Brasil

Indigene Gebiete gelten als die am besten geschützten Regionen des Amazonas und spielen eine entscheidende Rolle als natürliche Kohlenstoffspeicher. Doch die Menschen dort stehen unter wachsendem Druck, durch Bergbau, Agrarindustrie und illegale Landnutzung. Gleichzeitig erleben sie die Folgen der Klimakrise unmittelbar: längere Dürreperioden, extreme Überschwemmungen und zunehmende Bedrohungen für ihre Lebensgrundlagen.

„Ohne Land gibt es kein Leben, kein Klima und keine Zukunft. Die Anerkennung unserer territorialen Rechte ist Klimapolitik, denn unsere geschützten Gebiete mit ihrer intakten Natur sichern die Artenvielfalt und das Klimagleichgewicht unseres Planeten“, betont der Koordinator der Organisation der indigenen Völker des brasilianischen Amazonasgebiets.

Insgesamt 28 indigene Organisationen aus den neun Amazonasstaaten haben eigene nationale Klimabeiträge ausgearbeitet, ihre sogenannten NDCs, also Ziele und Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Diese Dokumente formulieren klare Forderungen: Vorrang für die Anerkennung indigener Territorien, auch jener isoliert lebender Völker, direkter Zugang zu Finanzmitteln, wirtschaftliche Selbstbestimmung, Schutz der Aktivistinnen und Aktivisten, Wertschätzung traditionellen Wissens sowie die Einrichtung von Gebieten ohne Ausbeutung.

„Wir sehen die COP30 als einmalige Chance, dass die Staaten ernsthafte und ehrgeizige Verpflichtungen zur Verringerung von Emissionen eingehen und konkrete Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umsetzen. Doch unser Engagement endet nicht mit dieser Konferenz, es ist Teil eines fortlaufenden Prozesses, der auch künftige Treffen und globale Entscheidungsräume einschließt. Unsere Stimme, die Stimme der indigenen Völker, muss überall gehört werden“, so der Koordinator weiter.

Programm
Das Netzwerk COIAB wird sowohl in der Blauen als auch in der Grünen Zone der Konferenz vertreten sein, ebenso bei der Volksversammlung im „COP-Dorf“ und bei weiteren Veranstaltungen während der Tagung.

Für den 17. November ist ein großer Indigenenmarsch durch die Straßen von Belém geplant, mit Start an der Avenida Perimetral. Das vollständige Programm ist einsehbar auf der Webseite.

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