Der Amazonasfonds wird Initiativen traditioneller Gemeinschaften auszeichnen

Mit dem Preis «Amazonasfonds – Kennen und Anerkennen» werden Projekte ausgewählt, die von indigenen Völkern, Quilombola-Gemeinschaften und weiteren traditionellen Gruppen getragen werden und sich für den Schutz ihrer Territorien und des Waldes im Gebiet der sogenannten Legal-Amazonas einsetzen. Der Preis ist eine gemeinsame Initiative der staatlichen Entwicklungsbank und des Umwelt- und Klimaministeriums.

Indigene und der Computer – Foto: Marcelo Camargo/Agencia Brasil

Jede ausgezeichnete Initiative erhält 50’000 Real. Insgesamt sollen 50 Projekte berücksichtigt werden, davon 15 unter der Leitung indigener Organisationen, 15 von Quilombola-Organisationen und 20 aus anderen traditionellen Gemeinschaften. Das Gesamtvolumen beträgt 2,5 Millionen Real.

Die sozioumweltpolitische Direktorin der Entwicklungsbank versteht den Preis als neuen Schritt in der Arbeit des Amazonasfonds. Seit 2023 habe der Fonds seine Präsenz in den Regionen deutlich ausgebaut und unterstütze nun direkt Projekte indigener Völker, Quilombolas und traditioneller Gemeinschaften, die bereits heute eine zentrale Rolle beim Schutz des Regenwaldes spielten. Der Preis würdige und stärke jene, die als wichtigste Hüterinnen und Hüter des Amazonas gelten.

Auch aus dem zuständigen Staatssekretariat für traditionelle Völker und Gemeinschaften sowie nachhaltige ländliche Entwicklung wird betont, dass die Auszeichnung die Vielfalt der Bevölkerungsgruppen im Amazonasraum sichtbar mache. Indem diese Gemeinschaften anerkannt würden, rückten Lebensweisen in den Fokus, die auf kollektives Wohlbefinden, ein ausgewogenes Verhältnis zur Natur und auf über Generationen gewachsene, traditionelle Technologien gründeten.

Diese historisch entwickelten Kenntnisse seien unverzichtbar für den Schutz des Amazonas-Bioms. Es gehe dabei nicht nur um ein symbolisches Zeichen, sondern um mehr Sichtbarkeit und um die Bestätigung der strategischen Rolle dieser Gemeinschaften als Bewahrer der Soziobiodiversität und als Träger legitimer Rechte.

Ein Vertreter der indigenen Dachorganisation aus dem brasilianischen Amazonasgebiet hob hervor, wie entscheidend traditionelle Völker für den Erhalt der Biodiversität seien. In den indigenen Territorien gebe es zahlreiche Initiativen zur Überwachung, zum Schutz, zur Wiederherstellung und nachhaltigen Nutzung der Natur sowie eigene Lebens- und Entwicklungspläne. Diese sicherten nicht nur das Überleben der ursprünglichen Bevölkerungen, sondern kämen der gesamten Menschheit zugute, die auf einen intakten Amazonas als Klimaregulator und als Grundlage für eine lebenswerte Zukunft angewiesen sei.

Bewerbungen sind noch bis zum 6. Juli 2026 möglich. Die Teilnahme erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, deren Richtlinien über die offiziellen Kanäle des Amazonasfonds abrufbar sind. Zugelassen sind unterschiedliche Formen des Engagements, sofern es sich um bereits umgesetzte Projekte mit nachweisbaren Ergebnissen im jeweiligen Gebiet handelt

Voraussetzung ist ein klar definierter territorialer Bezug, damit der Beitrag zum Schutz von Land und Wald nachvollziehbar ist. Berücksichtigt werden unter anderem Initiativen zur territorialen und ökologischen Überwachung, zur ökologischen Wiederherstellung und zum Erhalt der Biodiversität, zur Stärkung sozialer Organisationen, zu Schulungen und kulturellen Praktiken im Bereich der Territorialverwaltung, zur Klimaanpassung und Ernährungssicherheit sowie zum integrierten Feuermanagement und zur Verhütung von Waldbränden.

Ebenso können Projekte eingereicht werden, die Instrumente für das territoriale und ökologische Management erarbeiten und umsetzen oder sich mit Fragen der Landrechte befassen. Das Auswahlverfahren besteht aus zwei Phasen. Zunächst prüft die Entwicklungsbank die eingereichten Unterlagen, die kollektive Zustimmung innerhalb der Gemeinschaften sowie die formale Ordnungsmässigkeit der Vorschläge. Anschliessend folgt eine qualitative Bewertung durch drei Auswahlkommissionen, jeweils eine pro Kategorie:

Indigene Organisationen, Quilombola-Organisationen sowie weitere traditionelle Völker und Gemeinschaften. In diesen Kommissionen sind unter anderem indigene Dachverbände, nationale Vertretungen schwarzer ländlicher Quilombola-Gemeinschaften und Netzwerke traditioneller Gemeinschaften vertreten. Hinzu kommen Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Bundesministerien sowie der Bundesstaaten der Legal-Amazonas-Region.

© 2003-2026 BrasilienPortal by sabiá brasilinfo
Reproduktion der Inhalte strengstens untersagt.
Aus unserer Redaktion

Letzte News