Indigener Anführer Cacique Raoni Metuktire weiter im Spital in Behandlung

Cacique Raoni Metuktire, der 94-jährige Anführer der Kayapó, liegt weiterhin im Hospital Dois Pinheiros in Sinop, Mato Grosso. Eingewiesen wurde er am vergangenen Dienstag, nachdem er zuvor aus Peixoto de Azevedo mit starken Bauchschmerzen verlegt worden war. Untersuchungen bestätigten eine chronische traumatische Zwerchfellhernie, eine Vorerkrankung, die bereits bekannt war.

Cacique Raoni Metuktire – Foto: Tânia Rêgo/Agência Brasil

Die behandelnden Ärzte berichten von einem positiven Verlauf: Der Patient spreche gut auf die konservative Therapie an. Neben der Schmerzbehandlung kamen atemtherapeutische Massnahmen zum Einsatz, um die Lungenfunktion zu stabilisieren.

Weitere Abklärungen am Freitag, darunter Blutanalysen, Computertomografien, ein Elektrokardiogramm sowie ein Echokardiogramm, zeigten keine neuen kardiologischen Auffälligkeiten.

Angesichts seines hohen Alters und mehrerer Vorerkrankungen, insbesondere einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung und eines Herzschrittmachers, entschied sich das medizinische Team gegen einen operativen Eingriff. Die Behandlung erfolgt engmaschig und klinisch. Eine Entlassung gilt in den kommenden Tagen als möglich, ein konkretes Datum steht jedoch noch nicht fest.

Trotz des Spitalaufenthalts bleibt Raoni politisch präsent. Anfang April erklärte er in Brasília öffentlich seine Unterstützung für Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und kündigte an, dessen Wiederwahlkampagne zu begleiten. Gleichzeitig richtete er scharfe Kritik an Infrastrukturprojekten im Amazonasgebiet, namentlich an der geplanten Ferrogrão-Eisenbahn, die weite Teile des Regenwaldes durchqueren würde.

Raoni gilt seit Jahrzehnten als eine der bekanntesten Stimmen im Kampf gegen die Abholzung des Amazonas. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er Ende der 1980er-Jahre durch gemeinsame Kampagnen mit dem Musiker Sting, mit denen er weltweit auf die Bedrohung indigener Gebiete aufmerksam machte.

Seither trat er wiederholt an der Seite internationaler Politiker, Umweltschützer und Kulturschaffender auf, wurde in Frankreich geehrt und mit hohen staatlichen Auszeichnungen bedacht.

Auch 2026 bleibt er eine zentrale Figur der indigenen Bewegung Brasiliens. Für Umweltorganisationen und indigene Gruppen verkörpert er den Widerstand gegen illegale Rodungen, Bergbauprojekte und die wirtschaftliche Erschliessung sensibler Amazonasregionen.

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