Im Yanomami-Gebiet im brasilianischen Bundesstaat Roraima beginnt an diesem Mittwoch, dem 23. September, ein neuer Einsatz für die spezialisierte Gesundheitsversorgung indigener Menschen. Bis zum 30. September sollen rund um den Gesundheitsstützpunkt Surucucu etwa 750 Untersuchungen und Behandlungen stattfinden. Vorgesehen sind Sprechstunden in der Kinderheilkunde, der Allgemeinmedizin und der Frauengesundheit sowie Laboruntersuchungen und Ultraschall.

Die medizinischen Teams arbeiten im indigenen Gesundheitszentrum Xapori Yanomami und besuchen Gemeinden in dessen Einzugsgebiet. Untersuchungen, Diagnosen und weitere Betreuung sollen so möglichst direkt vor Ort erfolgen. Das Gesundheitsministerium will damit vermeidbare Krankentransporte verringern und die örtliche Versorgung stärken.
Vorrang haben Kinder mit wiederkehrenden Infektionen, Atemwegserkrankungen oder Mangelernährung, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter sowie Menschen mit chronischen Krankheiten. Auch Patientinnen und Patienten mit Atemwegsbeschwerden oder Malaria stehen im Fokus, besonders wenn Komplikationen auftreten, die Krankheit zurückkehrt oder zusätzliche Untersuchungen nötig sind.
Darüber hinaus sollen Menschen versorgt werden, die bereits auf eine fachärztliche Abklärung, eine Überweisung oder einen Krankentransport warten. Surucucu liegt in der Gemeinde Alto Alegre und gehört zum Gesundheitsbezirk der Yanomami und Ye’kwana. In seinem Versorgungsgebiet leben nach Angaben des Ministeriums rund 2544 indigene Menschen in 33 Gemeinden, überwiegend Yanomami.
Die Versorgung ist dort aufwendig: Bergiges Gelände, weit verstreute Siedlungen und die geografische Abgeschiedenheit erschweren den Weg zu den Patientinnen und Patienten. Personal und medizinisches Material gelangen häufig nur auf dem Luftweg, vor allem mit Helikoptern, in die Region.
Der Einsatz soll auch helfen, kompliziertere Erkrankungen früher abzuklären und Folgen verspäteter Diagnosen zu begrenzen. Dafür ist entscheidend, dass Informationen in beide Richtungen fliessen: von den örtlichen Gesundheitsteams zu spezialisierten Einrichtungen und nach einer Behandlung wieder zurück in die Gemeinden. Nur so kann die Betreuung über den einzelnen Einsatz hinaus fortgesetzt werden.
