Der Nationalpark Tijuca liegt mitten im Stadtgebiet von Rio de Janeiro, im Viertel Alto da Boa Vista, und behauptete 2025 bereits zum 18. Mal in Folge seine Spitzenposition. Mit genau 4.907.563 Gästen wurde ein neuer historischer Höchstwert erreicht. Kein anderer Nationalpark des Landes zieht mehr Menschen an.

Als einer der grössten urbanen Nationalparks der Welt nimmt das Gebiet eine besondere Stellung ein. Verwaltet wird es vom zuständigen Bundesinstitut für Biodiversitätsschutz, das in den vergangenen Jahren rund 75 Millionen Real in die Modernisierung investiert hat. Die Mittel flossen in Infrastruktur, Sicherheit und den Erhalt sensibler Naturflächen.
Allein im Bereich Alto Corcovado, wo die weltbekannte Christusstatue steht, stieg die Besucherzahl deutlich an. Während 2024 noch rund 2,3 Millionen Menschen gezählt wurden, waren es im darauffolgenden Jahr bereits über 2,8 Millionen. Der Andrang auf diesen Aussichtspunkt mit Blick über die gesamte Stadt bleibt ungebrochen.
Erreichbar ist der Park über mehrere Zugänge. Wer aus dem Viertel Alto da Boa Vista kommt, gelangt ebenso hinein wie Besucherinnen und Besucher aus Tijuca oder aus Barra da Tijuca, etwa über die Estrada de Furnas. Eine alternative Route führt durch das Horto-Viertel, über die Rua Pacheco Leão im Süden der Stadt. Diese verschiedenen Zufahrten verteilen den Besucherstrom und erleichtern den Zugang.
Für dieses Jahr ist die Inbetriebnahme von drei neuen, importierten Aufzügen am Alto Corcovado geplant. Zudem entsteht eine neue Aussichtsplattform mit Panoramablick über Rio de Janeiro. Parallel dazu werden die massiven Stützpfeiler instandgesetzt, die das Felsmassiv und das Besucherplateau tragen.
Auch die Hangsicherungen entlang der historischen Bahnlinie und der Zufahrtsstrassen zum Corcovado werden erneuert, um langfristig Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.
Das traditionsreiche Restaurant A Floresta wird derzeit restauriert. Ebenso werden die Unterkünfte modernisiert, in denen Forschende aus verschiedenen Regionen des Landes arbeiten. Gleichzeitig wird die parkinterne Feuerwehr verstärkt, um schneller und effektiver auf Brände reagieren zu können, was angesichts zunehmender Trockenperioden besonders wichtig ist.
Zu den bekanntesten Attraktionen des Nationalparks zählen der Tijuca-Wald, die Christusstatue, der Aussichtspunkt Dona Marta und die Vista Chinesa. Der wiederaufgeforstete Tijuca-Wald gehört zu den grössten urbanen Wäldern weltweit und spielt eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht der Millionenstadt.
Er senkt die Umgebungstemperatur spürbar um bis zu vier bis sechs Grad, schützt die Hänge vor Erdrutschen, verbessert die Luftqualität und bewahrt die Artenvielfalt des Atlantischen Regenwaldes. Zudem sichert er wichtige Wasserressourcen, die für die Stadt von grosser Bedeutung sind.
Nach Angaben der Parkleitung steht bei der Verwaltung durch das zuständige Bundesinstitut das öffentliche Interesse im Vordergrund. Ziel ist es, Natur- und Kulturgüter wie den Alto Corcovado und den Tijuca-Wald dauerhaft als gemeinsames Erbe zu erhalten. Die laufenden Bauarbeiten am Corcovado sollen eine technisch sorgfältige und zugleich inklusivere Modernisierung sicherstellen.
Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, den Schutz des Atlantischen Regenwaldes mit einer hochwertigen Besucher-Infrastruktur zu verbinden, damit Naturerhalt und Besuchererlebnis Hand in Hand gehen.

