Drohnen über der Cidade do Rock: Neue Sicherheitsstrategie für Rock in Rio

Mehr als 700’000 Musikfans werden im September zum Rock in Rio 2026 in Rio de Janeiro erwartet. Damit das Festival nicht nur musikalisch, sondern auch organisatorisch gelingt, bereitet der Bundesstaat eines der grössten Sicherheitsdispositive seiner jüngeren Veranstaltungsgeschichte vor. Rund um die Cidade do Rock im Stadtteil Barra da Tijuca sollen insgesamt 7’680 Einsatzkräfte für einen möglichst sicheren und geordneten Ablauf sorgen.

Rock in Rio – Foto: Screenshot Video

Das Festival findet am 4., 5., 6., 7., 11., 12. und 13. September statt. An den sieben Veranstaltungstagen werden Angehörige der Militärpolizei und der Zivilpolizei, Einsatzkräfte des Programms Lei Seca sowie Mitglieder der militärisch organisierten Feuerwehr im Einsatz stehen. Der Schwerpunkt liegt auf den Zufahrtswegen, dem unmittelbaren Umfeld des Festivalgeländes und den Bereichen, in denen besonders grosse Besucherströme zu erwarten sind.

Zum ersten Mal setzt das Sicherheitssekretariat des Bundesstaates bei Rock in Rio auch Drohnen und Kameras mit Gesichtserkennung ein. Ergänzt wird die technische Überwachung durch Systeme, die Fahrzeugkennzeichen automatisch erfassen und abgleichen können. Die Behörden wollen dadurch verdächtige Bewegungen schneller erkennen, gesuchte Personen identifizieren und die Zufahrt zum Gelände besser kontrollieren.

Auch der Luftraum über der Cidade do Rock wird überwacht. Private oder nicht genehmigte Drohnen dürfen nicht ohne Weiteres über das Veranstaltungsgelände fliegen. Wer gegen die geltenden Vorschriften verstösst, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Damit sollen unter anderem Zusammenstösse, technische Zwischenfälle und mögliche Gefährdungen des Publikums verhindert werden.

Allein die Militärpolizei mobilisiert rund 4’500 Einsatzkräfte. Ihnen stehen 177 Fahrzeuge und acht Beobachtungstürme zur Verfügung. An den wichtigsten Zufahrtsstrassen werden sechs Kontroll- und Sperrstellen eingerichtet. Sie sollen den Zugang zum Festivalgelände regulieren und verhindern, dass nicht autorisierte Fahrzeuge in besonders geschützte Bereiche gelangen.

Die Koordination der Einsätze übernimmt unter anderem ein mobiles, integriertes Führungs- und Kontrollzentrum an der BRT-Station Parque Olímpico. Dort laufen Informationen aus den Überwachungskameras, den Einsatzteams und den verschiedenen Sicherheitsbehörden zusammen. Das System soll es ermöglichen, bei Zwischenfällen rasch zu reagieren und die Bewegungen der riesigen Menschenmenge fortlaufend zu beobachten.

Die umfangreichen Vorbereitungen zeigen die besondere Dimension des Festivals. Wenn Hunderttausende Menschen gemeinsam grosse Konzerte erleben, verwandelt sich die Cidade do Rock für einige Tage in eine eigene, pulsierende Musikstadt. Hinter den Bühnen, Lichtern und Klängen arbeitet jedoch ein komplexes Netz aus Polizei, Feuerwehr, Verkehrsüberwachung und moderner Sicherheitstechnik.

Die Militärpolizei betont, dass der Einsatz beim Rock in Rio die reguläre Polizeiarbeit in anderen Teilen der Stadt nicht beeinträchtigen werde. Auch die umliegenden Gemeinschaften Cidade de Deus, Gardênia Azul, Muzema und Morro do Banco sollen weiterhin gemäss den bereits festgelegten Sicherheitskonzepten überwacht werden. Neben den örtlich zuständigen Bataillonen sind daran auch Spezialeinheiten beteiligt.

Damit steht Rio de Janeiro vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Das Sicherheitsdispositiv muss ein Festival von internationaler Strahlkraft schützen, ohne die Bedürfnisse der Bevölkerung in den angrenzenden Stadtteilen aus dem Blick zu verlieren. Für die Besucherinnen und Besucher soll davon möglichst wenig spürbar sein. Im Mittelpunkt sollen die Musik, die Begegnungen und jene unverwechselbare Festivalstimmung stehen, die Rock in Rio seit Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Musikspektakel der Welt macht.

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