Fünf Monate vor dem Anpfiff hat die US-Regierung die Bearbeitung von Visa-Anträgen aus 75 Ländern vorläufig gestoppt. Besonders brisant: 15 dieser Länder, darunter Brasilien, Marokko und Haiti, nehmen an der WM teil. Diese Entscheidung sorgt für Unsicherheit bei Reiseveranstaltern, Fans, Verbänden und Gastgeberstädten.

Die sportliche Durchführung des Turniers ist zwar nicht gefährdet, die politische Dimension rückt jedoch wieder in den Fokus. Einreise ist zwar möglich, aber mit grossen Unsicherheiten verbunden.
Das US-Aussenministerium hat Einwanderungsvisa gestoppt, also Bewilligungen für dauerhaften Aufenthalt oder Arbeit. Touristenvisa sind davon nicht betroffen, Fussballfans können also weiterhin in die USA einreisen. In der Praxis ist es aber komplizierter.
US-Konsulate prüfen Visa-Anträge aus betroffenen Ländern strenger. Das kann zu längeren Wartezeiten, zusätzlichen Nachweisen und Ablehnungen führen.
Besonders in Ländern mit überlasteten Konsulaten und langen Wartezeiten ist das ein Problem. Viele Fans fragen sich, ob ihre Visa rechtzeitig kommen und ob gebuchte Flüge und Unterkünfte riskant sind.
Die Situation in Gruppe C der WM 2026 ist brisant. Drei der vier Teams kommen aus Ländern auf der „Trump-Liste“: Brasilien, Marokko und Haiti. Die Gruppenspiele finden unter anderem in Foxborough und Miami statt, wo viele internationale Fans erwartet werden.
Weniger Fans aus Südamerika und Afrika könnten die WM-Spiele besuchen, was die Stimmung in den Stadien und das globale Image des Turniers beeinträchtigt. Betroffene Länder sind Brasilien, Marokko, Haiti, Algerien, Kap Verde, Kolumbien, Elfenbeinküste, Ägypten, Ghana, Iran, Jordanien, Senegal, Tunesien, Uruguay und Usbekistan.
Diese Länder haben derzeit eingeschränkte Visa-Verfahren. Ihre Fangemeinden reisen normalerweise in großer Zahl zu Weltmeisterschaften. Spieler, Trainer und Offizielle können aufatmen: Akkreditierte Teammitglieder sind von den Einschränkungen ausgenommen. Die WM kann stattfinden, alle qualifizierten Nationen werden antreten.
Doch die WM-Atmosphäre steht auf dem Spiel. Fanmärsche, Gesänge, Trommeln und kulturelle Vielfalt prägen grosse Turniere. Ohne internationale Fans drohen leere Stadien und weniger Emotionen.
Auch wirtschaftlich ist die Situation kritisch. Gastgeberstädte erwarten Millionen Besucher. Hotels, Restaurants und lokale Geschäfte sind auf diese Einnahmen angewiesen. Weniger ausländische Fans könnten die Erwartungen dämpfen.
Die Fifa hat sich noch nicht geäussert, steht aber unter Druck, mit den US-Behörden klare Regeln zu schaffen. Ohne zeitnahe Visa-Präzisierung beginnt die grösste WM aller Zeiten mit Unsicherheiten.
