Die brasilianische Nationalmannschaft reist ohne Neymar zum letzten Härtetest vor der Weltmeisterschaft nach Cleveland. Während die Seleção am Samstag gegen Ägypten ihre Generalprobe bestreitet, bleibt der Offensivspieler in New Jersey zurück, wo er seine Rehabilitation nach einer Muskelverletzung in der rechten Wade fortsetzt.

Der brasilianische Verband bestätigte am Donnerstagmorgen, dass Neymar nicht mit der Mannschaft nach Ohio reisen wird. Stattdessen absolviert er ein intensives Physiotherapie- und Aufbauprogramm, um rechtzeitig für das Turnier fit zu werden. Für die Seleção ist dies zweifellos ein Rückschlag, aber noch kein Grund zur Sorge. Hinter den Kulissen herrscht weiterhin Zuversicht, dass der technisch brillante Angreifer im Verlauf der Gruppenphase einsatzfähig sein wird.
Die medizinische Abteilung arbeitet mit Hochdruck daran, den Rekordtorschützen des Landes rechtzeitig auf den Platz zurückzubringen. Auch Carlo Ancelotti verbreitet Gelassenheit. Der italienische Trainer machte bereits nach dem vergangenen Testspiel deutlich, dass er fest mit Neymar plant und keinen Anlass sieht, Änderungen am endgültigen 26-Mann-Kader vorzunehmen. Die Hoffnung innerhalb des Trainerstabs ist klar: Sollte Neymar das Auftaktspiel verpassen, könnte er zumindest in den darauffolgenden Begegnungen eine entscheidende Rolle übernehmen.
Unterdessen richtet sich der Fokus der Mannschaft auf das Duell gegen Ägypten im Huntington Bank Field in Cleveland. Es ist die letzte Gelegenheit, Abläufe zu verfeinern, Automatismen zu schärfen und Selbstvertrauen für die bevorstehenden Aufgaben zu tanken. Die Weltmeisterschaft beginnt bereits wenige Tage später in Mexiko. Für Brasilien startet das Abenteuer am 13. Juni im MetLife Stadium in New Jersey gegen Marokko. Danach warten Haiti und Schottland in einer Gruppe, die auf dem Papier lösbar erscheint, in einem Weltturnier jedoch keinerlei Nachlässigkeiten erlaubt.
Die Erwartungen an die Seleção sind wie immer gewaltig. Mit einer Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen Talenten zählt Brasilien erneut zum engsten Favoritenkreis. Dennoch erinnert die Situation um Neymar daran, wie schmal der Grat zwischen Vorfreude und Nervosität unmittelbar vor einem grossen Turnier sein kann.
Noch fehlt der Mann, der seit Jahren das Gesicht des brasilianischen Fussballs ist. Doch in der Mannschaft herrscht die Überzeugung, dass Neymar rechtzeitig zurückkehren wird. Bis dahin muss die Seleção beweisen, dass sie auch ohne ihren Superstar bereit ist, den Traum vom sechsten WM-Titel weiterzutragen.
