Die Sehnsucht nach dem sechsten Stern begleitet Brasilien seit mehr als zwei Jahrzehnten. Seit dem Triumph von 2002 wartet die Seleção auf die Rückkehr an die Spitze des Weltfussballs. Bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko soll endlich das gelingen, worauf eine ganze Nation hofft: der Hexacampeonato.

Neben Ruhm, Geschichte und Unsterblichkeit im gelb-grünen Trikot geht es für die Spieler auch um eine aussergewöhnlich hohe Prämie. Nach Informationen aus dem Umfeld der Nationalmannschaft haben sich der brasilianische Verband und die Führungsspieler auf ein Vergütungsmodell für die WM 2026 geeinigt. Sollte Brasilien den Titel gewinnen, könnte jeder Spieler rund eine Million US-Dollar erhalten, umgerechnet derzeit etwa 5,2 Millionen Reais.
Die Gespräche fanden bereits im Vorfeld der jüngsten Länderspielreise statt. Zu den zentralen Figuren der Verhandlungen gehörten Neymar, Casemiro, Danilo, Alisson Becker und Raphinha. Marquinhos, einer der wichtigsten Führungsspieler der Seleção, konnte an der abschliessenden Sitzung nicht teilnehmen, da er sich zur Vorbereitung auf den Champions League Final in Europa befand.
Das vereinbarte Modell orientiert sich an den Prämienregelungen früherer Weltmeisterschaften. Die FIFA zahlt den nationalen Verbänden je nach sportlichem Abschneiden eine gestaffelte Prämie aus. Ein Teil dieses Geldes wird an die Mannschaft und das Betreuerteam weitergegeben. Von dem für die Delegation vorgesehenen Betrag erhalten die Spieler 70 Prozent, während die übrigen 30 Prozent an Trainerstab und weitere Mitglieder des Funktionsteams fliessen.
Sollte Brasilien tatsächlich den langersehnten WM-Titel gewinnen, würde die FIFA dem Verband eine Siegprämie von 50 Millionen US-Dollar auszahlen. Zwar landet nicht die gesamte Summe direkt bei der Delegation, dennoch wurde die Verteilung so gestaltet, dass die Spieler einen beträchtlichen Anteil am Erfolg erhalten. Hinter den Kulissen wurden bereits verschiedene Szenarien durchgerechnet. Das Ergebnis: Im Falle eines Titelgewinns könnte jeder Akteur der Seleção eine Prämie in Millionenhöhe kassieren.
Die Dimension entspricht in etwa den Prognosen, die bereits vor den Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar existierten. Dabei beginnt die finanzielle Beteiligung nicht erst mit dem Gewinn des Pokals. Das vereinbarte Modell sieht gestaffelte Auszahlungen für jede erreichte Turnierphase vor. Schon die Teilnahme an der Gruppenphase löst entsprechende Prämienzahlungen aus. Mit jedem überstandenen K.-o.-Duell steigen die Beträge weiter an, bis hin zum grösstmöglichen Bonus für den Weltmeister.
Für die Spieler dürfte dies jedoch nur ein zusätzlicher Anreiz sein. Die eigentliche Motivation bleibt der historische Auftrag, Brasilien zurück auf den Fussballthron zu führen. Neymar jagt seinem grössten Karriereziel hinterher, Casemiro möchte seine beeindruckende Titelsammlung erweitern, Alisson Becker träumt vom grössten Triumph seiner Laufbahn und Raphinha gehört zu jener Generation, die den brasilianischen Fussball wieder an die Weltspitze führen will.
Die FIFA hat für die Weltmeisterschaft 2026 insgesamt 655 Millionen US-Dollar an Preisgeldern für die 48 teilnehmenden Nationen vorgesehen. Bereits die Qualifikation für die Gruppenphase garantiert jedem Verband mindestens neun Millionen US-Dollar. Doch in Brasilien spricht kaum jemand über garantierte Summen.
Dort zählt nur ein Ziel. Die Seleção reist zur WM nicht, um teilzunehmen oder das Viertel- beziehungsweise Halbfinale zu erreichen. Die Mission ist klar definiert: den sechsten Stern zu holen und eine neue Generation brasilianischer Fussballhelden für die Ewigkeit zu schaffen.
1 Euro = 5.83 Reais
1 Schweizer Franken = 6.35 Reais
05/Juni 2026
