Der ONS (Operador Nacional do Sistema Elétrico) kündigte am Donnerstag (11.) einen Sonderplan an, um die Stromversorgung während der Spiele Brasiliens bei der Fußball-Weltmeisterschaft sicherzustellen. Der Plan sieht die Aussetzung von Wartungsarbeiten an Anlagen, die Überwachung der Wetterbedingungen zur Erkennung von Risiken sowie die Veröffentlichung eines Berichts über die Nachfragentwicklung während der Spiele vor. Die restriktiven Maßnahmen gelten in einem Zeitraum von zwei Stunden vor und zwei Stunden nach Spielen, die als strategisch wichtig eingestuft werden.

„Eingriffe, die zu Lastabwürfen führen oder das Risiko einer Unterbrechung der Stromversorgung in irgendeiner Region des Landes erhöhen könnten, sind nicht zulässig“, erklärte der ONS in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. „Die Ausnahme beschränkt sich auf unaufschiebbare Eingriffe, deren Aufschub Risiken für Menschenleben, die Unversehrtheit der Anlagen oder die Betriebssicherheit des Stromnetzes darstellen könnte“, heißt es in dem Text weiter.
Der Betreiber erklärt, dass das System in der Regel etwa zwei Stunden vor Spielbeginn Auswirkungen zu spüren beginnt, da die Arbeitstätigkeiten aufgrund der Fortbewegung der Menschen zu den Spielorten unterbrochen werden. „Während der Halbzeitpause kommt es zu einem raschen Anstieg der Last, beeinflusst durch die Rückkehr der Menschen vor den Fernseher, die den Moment für die Erledigung häuslicher Tätigkeiten nutzen“, sagt er.
Am Ende des Spiels beginnt ein neuer Anstieg des Verbrauchs. Die Herausforderung für die ONS besteht darin, die plötzlichen Nachfrageschwankungen mit der Stromerzeugung aus den verschiedenen Quellen, aus denen sich das brasilianische System zusammensetzt, auszugleichen. Der Sonderplan umfasst die Spiele der ersten Runde der brasilianischen Nationalmannschaft, die Halbfinalspiele und das Finale der Weltmeisterschaft.
Spiele früherer K.o.-Runden werden nur berücksichtigt, wenn Brasilien weiterkommt. „Während dieser Spiele kommt das Land oft zum Stillstand, was sich direkt auf den Betrieb des SIN [Sistema Interligado Nacional] auswirkt“, erklärte der Generaldirektor des ONS, Marcio Rea, in einer Mitteilung. „Aber wir sind darauf vorbereitet, während des Turniers eine sichere und zuverlässige Versorgung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass das System angemessen auf die Nachfrageschwankungen der Gesellschaft reagiert“, betonte Rea.
