Die nächste Hürde im Visier: Brasiliens WM-Reise geht weiter

Nur wenige Stunden nach dem 2:1-Erfolg gegen Japan richtete die brasilianische Nationalmannschaft den Blick bereits wieder nach vorne. Die erste K.o.-Hürde der Weltmeisterschaft ist genommen, doch im Lager der Seleção weiss jeder, dass die Herausforderungen nun noch grösser werden. In New Jersey begann deshalb unmittelbar die Vorbereitung auf den Achtelfinal gegen die starken Norweger.

Trainingseinheiten in New Jersey – Foto: Rafael Ribeiro/CBF

Auf dem Trainingsgelände des New York Red Bulls herrschte trotz der kurzen Erholungszeit eine gelöste und zugleich konzentrierte Stimmung. Die Erleichterung über den späten Sieg gegen Japan war spürbar, doch ebenso deutlich war die Entschlossenheit, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Mannschaft wirkt gefestigt, taktisch klar organisiert und zunehmend vertraut mit den Ideen ihres Trainers.

Während die Stammkräfte nach den intensiven Belastungen der vergangenen Tage vor allem regenerative Einheiten absolvierten, standen jene Spieler auf dem Rasen, die gegen Japan nur wenig oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren. Ergänzt wurde die Gruppe von zwei Mittelfeldspielern, die in Houston lediglich in der Schlussphase auf dem Platz standen. Nicht dabei war allerdings Raphinha. Der Offensivspieler arbeitet weiterhin an seiner Rückkehr nach einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel und konnte die Reise zum letzten Spiel nicht antreten.

Die Trainingseinheit verlief locker, ohne dabei an Professionalität zu verlieren. Immer wieder waren Lachen und aufmunternde Zurufe zu hören. Selbst der Trainer zeigte seine technische Klasse, beteiligte sich an Passübungen mit seinem Betreuerstab und liess einige Balljonglagen folgen. Für die Spieler war dies ein weiterer Beweis dafür, dass ihr Coach nicht nur taktische Konzepte vermittelt, sondern auch die Sprache des Fussballs aus eigener Erfahrung spricht.

Die Entwicklung der Seleção während dieses Turniers ist unübersehbar. Nach einem holprigen Start hat die Mannschaft zunehmend Stabilität gefunden. Besonders im Mittelfeld zeigt sich eine bessere Balance zwischen Kontrolle und Dynamik, während die Offensive mit ihrer Geschwindigkeit und Kreativität jederzeit für entscheidende Momente sorgen kann. Gegen Japan bewies Brasilien zudem eine Eigenschaft, die bei früheren Turnieren oft vermisst wurde: Geduld. Auch nach dem Rückstand blieb die Mannschaft ihrer Spielidee treu und wurde dafür in der Schlussphase belohnt.

Einige Spieler erschienen erst gegen Ende der für die Medien zugänglichen Trainingsphase auf dem Platz. Sie absolvierten lockere Laufeinheiten in Sportschuhen und standen nicht mehr im intensiven Mannschaftstraining. Dahinter steckt ein sorgfältig abgestimmtes Belastungsmanagement, das in einem langen Turnier von entscheidender Bedeutung ist.

Mit besonderer Aufmerksamkeit wird die Situation zweier Leistungsträger verfolgt, die gegen Japan angeschlagen ausgewechselt werden mussten. Zu den Spielern, die im Innenbereich des Trainingszentrums blieben, gehörten Casemiro und Lucas Paquetá. Beide waren im Spiel gegen Japan aufgrund muskulärer Beschwerden ausgewechselt worden. Für sie kamen Fabinho beziehungsweise Endrick ins Spiel.

Casemiro erklärte nach der Partie beim Verlassen des Stadions in Houston, dass es sich bei seinen Beschwerden lediglich um einen Krampf im Adduktorenbereich gehandelt habe und dies «nichts Ernstes» sei. Die Untersuchungen bei Lucas Paquetá bestätigten hingegen eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel. Sein Ausfall würde die Planungen für die nächste Runde erheblich beeinflussen, da er eine wichtige Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff darstellt.

Die kommenden Tage stehen bei den Spielern im Zeichen der Regeneration und der gezielten Vorbereitung auf den Achtelfinal. Nach einem freien Nachmittag und einer kurzen Pause wird die Intensität im Training wieder ansteigen.

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