Die Reise der Seleção bei der Weltmeisterschaft 2026 ist bereits im Achtelfinale zu Ende gegangen. Nach der 1:2-Niederlage gegen Norwegen in New Jersey herrschte bei Spielern, Betreuern und Fans tiefe Enttäuschung. Besonders schmerzhaft war das Ausscheiden deshalb, weil Brasilien über weite Strecken der Partie den Eindruck vermittelte, das Spiel kontrollieren zu können. Doch am Ende machte ein Mann den Unterschied: Erling Haaland.

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Fassungslosigkeit auf brasilianischer Seite deutlich spürbar. Die Hoffnungen auf den langersehnten sechsten WM-Titel waren innerhalb von 90 Minuten zerplatzt. Für Brasilien bedeutet das Aus in der Runde der letzten 16 die schwächste WM-Kampagne seit 1990.
Auch Carlo Ancelotti konnte seine Enttäuschung nach der Partie nicht verbergen. Der italienische Trainer stellte sich vor seine Mannschaft und lobte den Einsatz seiner Spieler. Trotz der Niederlage sprach er von einer wertvollen Erfahrung und einer Gruppe, die während des gesamten Turniers Zusammenhalt und Professionalität gezeigt habe.
Aus Sicht des Trainers spiegelte das Resultat den Spielverlauf nur bedingt wider. Brasilien erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten, verpasste es jedoch, diese konsequent zu nutzen. Besonders schmerzhaft war der verschossene Elfmeter von Bruno Guimarães in der Anfangsphase, als die Begegnung noch torlos war. Es war jener Moment, der dem Spiel möglicherweise eine völlig andere Richtung hätte geben können.
Taktisch entwickelte sich ein interessantes Duell. Norwegen übernahm grosse Teile des Ballbesitzes und kontrollierte das Spiel über lange Passstafetten. Die Skandinavier kamen am Ende auf nahezu doppelt so viele Pässe wie die Brasilianer. Die Seleção setzte dagegen auf eine kompakte Grundordnung und suchte nach Ballgewinnen immer wieder den schnellen Weg nach vorne.
Ancelotti erklärte später, weshalb seine Mannschaft nicht aggressiver presste. Der norwegische Spielmacher Martin Ødegaard liess sich häufig tief fallen, um das Spiel aufzubauen. Ein hohes Anlaufen hätte dadurch grosse Räume geöffnet und vor allem Haaland gefährliche Eins-gegen-eins-Situationen verschafft. Deshalb entschied sich Brasilien bewusst für einen kontrollierteren Ansatz.
Lange Zeit schien dieser Plan aufzugehen. Die Defensive stand stabil, die Norweger fanden kaum Lücken und Brasilien blieb über Konter gefährlich. Doch Weltklassespieler entscheiden oft die grossen Spiele. Genau das tat Haaland. Mit seinen beiden Treffern besiegelte er das brasilianische Ausscheiden und verwandelte die Hoffnungen der Seleção in bittere Enttäuschung.
Diskutiert wurde nach dem Spiel auch die Entscheidung bei der Elfmeterausführung. Viele Beobachter hatten erwartet, dass Vinícius Júnior die Verantwortung übernehmen würde. Ancelotti verteidigte jedoch die Wahl von Bruno Guimarães. Grundlage sei eine detaillierte Analyse der Elfmeterstatistiken des vergangenen Jahres gewesen.
Demnach verfügte der Mittelfeldspieler unter den auf dem Platz befindlichen Akteuren über die beste Erfolgsquote. In der internen Rangliste standen ursprünglich Neymar, Igor Thiago und Raphinha noch vor ihm, befanden sich jedoch nicht auf dem Feld.
So schmerzhaft die Niederlage auch ist, der Blick richtet sich bereits nach vorne. Ancelotti besitzt einen Vertrag bis 2030 und soll die Mannschaft in die nächste Entwicklungsphase führen. Der Kader vereint zahlreiche junge Talente mit erfahrenen Führungsspielern. Viele Akteure werden auch in den kommenden Jahren das Gerüst der Nationalmannschaft bilden.
Bereits im September warten die nächsten Aufgaben. Geplante Freundschaftsspiele in Australien sollen den Auftakt eines neuen Zyklus markieren. Für Ancelotti ist die Botschaft klar: Niederlagen gehören zum Fussball, doch sie können gleichzeitig der Ausgangspunkt für Neues sein.
Die Tränen von New Jersey werden die brasilianischen Fans noch lange begleiten. Dennoch bleibt die Überzeugung, dass die Geschichte dieser Generation noch nicht zu Ende geschrieben ist. Die WM 2026 endet für Brasilien früher als erhofft, doch für die Seleção beginnt bereits jetzt der Weg zur nächsten Weltmeisterschaft. Aus dem Schmerz des Scheiterns soll die Grundlage für einen neuen Anlauf auf den Hexa entstehen.
BRASILIEN 1 x 2 NORWEGEN |
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| Alisson; Danilo, Marquinhos, Gabriel Magalhães und Douglas Santos; Casemiro, Bruno Guimarães (Éderson, ab Minute 79’) und Gabriel Martinelli (Neymar, ab Minute 68’); Matheus Cunha (Endrick, ab Minute 58’), Vini Jr und Rayan (Danilo Santos, ab Minute 68’). | |
| Tore:Haaland, Minuten 79’ und 89’, und Neymar, Minute 97’ | |
| Gelbe Karten: Neymar 92 Minute. (BRA) Rote Karten: Keine |
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1 x 2
NORWEGEN