Der Scharlachsichler, auch roter Ibiss

Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2025

Der Scharlachsichler, auch bekannt unter seinem wissenschaftlichen Namen Eudocimus ruber – aus der Familie der Ibisse und Löffler – ist ein farbenprächtiger Vogel, der die Feuchtgebiete Südamerikas und der Karibik bevölkert. Seine auffallend rote Gefiederfärbung macht ihn zu einem der eindrucksvollsten Vögel der Welt.

Scharlachsichler oder roter Ibiss – Foto: Sabine auf Pixabay

Der Scharlachsichler ist in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, vor allem in den Küsten- und Sumpfgebieten Venezuelas, Kolumbiens, Brasiliens, und Guyanas. Auch auf karibischen Inseln wie Trinidad und Tobago ist er häufig anzutreffen. Der Vogel bevorzugt Mangrovenwälder, Salzmarschen und Lagunen, wo er ausreichend Nahrung und Schutz findet.

Die rote Gefiederfarbe verdankt er seiner Ernährung

Seine leuchtend rote Gefiederfarbe verdankt der Scharlachsichler seiner Ernährung. Er ernährt sich hauptsächlich von Krebstieren wie Krabben und Garnelen, die Carotinoide enthalten – Pigmente, die dem Vogel seine charakteristische Farbe verleihen. Weitere Bestandteile seiner Nahrung sind kleine Fische, Schnecken und Insekten, die er mit seinem langen, gebogenen Schnabel aus dem Wasser oder Schlamm pickt.

Das auffälligste Merkmal des Scharlachsichlers ist sein leuchtend scharlachrotes Gefieder, das im Sonnenlicht nahezu magisch wirkt. Seine Flügelspitzen sind oft schwarz gefärbt, was einen markanten Kontrast bildet. Erwachsene Tiere haben eine Spannweite von etwa 100–115 cm und erreichen eine Körpergröße von 55–63 cm.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Der Scharlachsichler ist ein geselliger Vogel, der in Kolonien lebt, die oft mehrere hundert Individuen umfassen. Diese Kolonien bieten Schutz vor Raubtieren und erleichtern die Partnersuche. Während der Brutzeit bauen die Paare Nester aus Ästen und Schilf in dichten Mangroven oder Bäumen.

Scharlachsichler oder rote Ibisse – Delta Parnaiba/PI – Foto: Chico Rasta/MTur

Die Weibchen legen in der Regel zwei bis drei Eier, die beide Eltern etwa 23 Tage lang ausbrüten. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Partner um die Jungtiere. Die Küken sind zunächst graubraun gefiedert und entwickeln ihre leuchtend rote Farbe erst nach etwa zwei Jahren.

Gefährdung

Der Scharlachsichler ist derzeit nicht akut vom Aussterben bedroht, allerdings gefährden Lebensraumverlust durch Abholzung, Landwirtschaft und menschliche Eingriffe seine Populationen. Einige Regionen haben den Scharlachsichler unter Schutz gestellt und setzen sich aktiv für die Erhaltung seiner Lebensräume ein.

Symbolik

In vielen Regionen, in denen der Scharlachsichler lebt, gilt er als Symbol für Lebenskraft und Schönheit. Besonders in Trinidad und Tobago hat er eine besondere Bedeutung: Dort ist er der Nationalvogel und wird auf Münzen und Briefmarken verewigt.

Fazit

Der Scharlachsichler ist nicht nur ein faszinierender Bewohner tropischer Feuchtgebiete, sondern auch ein lebendiger Indikator für die Gesundheit seines Ökosystems. Die Bewahrung seines Lebensraums ist nicht nur für den Schutz dieser majestätischen Vögel wichtig, sondern auch für die Stabilität der gesamten Region. Seine leuchtende Erscheinung erinnert uns daran, wie wertvoll und schützenswert die Natur ist.

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