Scharfe Geschmäcker: Wie scharf isst man in Brasilien?

Zuletzt bearbeitet: 10. Februar 2021

Die südamerikanische Küche wird oftmals mit dampfenden Kochtöpfen, gebratenem Fleisch und vor allem scharfem Essen verbunden. Dabei denkt man an die Vielzahl von unterschiedlichen Chilisorten, die auf dem Kontinent die perfekten Bedingungen zum Wachsen finden, außerdem die Vielzahl von Gewürzen, die grundsätzlich zum Einsatz kommen. Während in der europäischen Küche oftmals nur mit Salz und Pfeffer gewürzt wird, sind die feurigen Brasilianer bei ihren Geschmäckern deutlich kreativer. Was viele überraschen wird: Nicht im ganzen Land wird regelmäßig scharf gegessen.

In Bahia ist Acarajé eine weit verbreitete Delikatesse (Foto: Pixabay)

Chilis so weit das Auge reicht

Wer an scharfes Essen denkt, sieht wahrscheinlich als Erstes eine feurig rote Chili vor seinem inneren Auge. Chilis sind wohl die beliebteste scharfe Zutat, die in verschiedenen Kulturen den Gerichten einen extra Kick verleiht. Besonders wichtig sind Chilis für die mexikanische Küche, denn in Mexiko wachsen viele der beliebten Sorten und werden von dort sogar in die gesamte Welt transportiert. Dazu zählen z. B. Cayenne oder Jalapeños, die in vielen Nationalgerichten zum Einsatz kommen. Die Malagueta-Chilis stammen hingegen aus Brasilien und werden als besonders scharf eingestuft. In einigen Bereichen des Landes werden damit viele der pikanten Speisen zubereitet.

Scharfes Essen hat mittlerweile aber die Landesgrenzen verlassen und wird in der ganzen Welt gefeiert. Selbst in Deutschland, wo feurige Geschmäcker nicht Teil der Hausmannskost sind, lieben viele Menschen die heißen Chilis. Dazu hat die kleine Frucht eine enorme Popularität in der Popkultur erlangt. Chili-Esswettbewerbe werden sogar auf einigen Fernsehsendern übertragen, Berichte über den Weltrekord im scharfen Essen haben es sogar schon in die Show Taff geschafft.

Auch Shows wie Abenteuer Leben machten bereits vor der Kamera den Schärfetest von auf Chili basierenden Soßen. Mittlerweile wurden der Chili sogar eigene Spiele gewidmet, wie etwa der Slot Jumpin Jalapenos, in dem mexikanische Esskultur als Symbolik auf dem Automaten abgebildet wird. Das Spiel von Vegas Slots Online kann auf der Plattform sogar kostenlos ausprobiert werden. Auch in einigen Kochspielen können feurige Rezepte wie Chili con Carne in der virtuellen Küche zubereitet werden.

Brasiliens Küche: Richtig scharf?

Anders als erwartet, wird nicht in ganz Brasilien scharf gegessen. Der Einsatz von Chili ist daher eher regional beliebt. Besonders gerne wird in Bahia, im Nordosten von Brasilien scharf gegessen. Hier werden die meisten Gerichte entweder mit Chili gekocht oder mit der gehackten Schote garniert. Besonders beliebt sind z. B. Acarajé, kleine Bällen aus Bohnen, die frittiert werden. Gegessen werden Acarajé mit einer Paste aus Nüssen, Kokosnussmilch und Krabbenfleisch, sowie einer Garnierung aus gehackten roten Chilis.

Auch in die Suppe Caldo de Feijão gehört eine ordentliche Portion Chili, wodurch die dickflüssige Bohnensuppe besonders würzig wird. Ein besonders beliebtes Gericht in Bahia nennt sich Moqueca und bezeichnet einen Fischeintopf, der mit Kokosmilch und Tomaten zubereitet wird. Das Ganze wird mit besonders scharfen Chilis gekocht.

Aber nicht überall in Brasilien wird so scharf gegessen. Besonders im Süden des Landes wurde die Küche über die Jahrzehnte immer milder. Tatsächlich findet man einen großen Einfluss aus der deutschen Küche in den südlichen Regionen. Hier setzt man auf gegrilltes Fleisch, eine große Auswahl an Salaten und Brot. Bei vielen Salaten besteht das Dressing heute aus Mayonnaise, dazu findet man jede Menge Käse in den Gerichten. Im Südosten von Brasilien können die Einflüsse Portugals gespürt werden. Hier findet man Schweinekoteletts, Würstel und Eier auf der Speisekarte zahlreicher Restaurants. Gekocht wird hauptsächlich mit Öl, Knoblauch und Zwiebeln, scharfe Chilis kommen nur selten zum Einsatz.

Im Zentrum des Landes vermischen sich die unterschiedlichen Geschmäcker. Wie im ganzen Land wird auch hier viel Fleisch gegessen, dazu spürt man bereits einige afrikanische Aromen, die vor allem im Norden zu finden sind. Aber auch hier können sensible Mägen unbesorgt sein, denn scharfes Essen steht selten am Speiseplan.

Wer bei der brasilianischen Küche an scharfe Aromen und jede Menge Chilis denkt, liegt damit falsch. Zwar wird im Norden und vor allem in der Region Bahia sehr gerne und viel scharf gegessen, im Rest von Brasilien schmeckt man jedoch die europäischen Einflüsse, die das Essen deutlich milder machen. Fleisch wird meist nur in Knoblauch und Öl angebraten, dazu kommt Kokosmilch für Eintöpfe und Suppen viel zum Einsatz.

Für alle, die nach den schärfsten Küchen der Welt suchen, ist Brasilien also ganz und gar der falsche Ort. Stattdessen empfiehlt sich Mexiko, aber auch asiatische Länder wie Thailand, Südkorea oder Indonesien.

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