São Luis

Veröffentlicht: 19. Oktober 2009
Zuletzt bearbeitet: 7. Dezember 2020

São Luis – die Stadt der Kacheln – ist seit 1621 Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão und liegt auf dem östlichen Teil der Ilha de São Luis in der Bucht von São Marcos. Heute erstreckt sich das Stadtgebiet bis zur Insel São Francisco, die mit São Luis durch eine Brücke verbunden ist.

Gründung: 1621
Lage: 24 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 1.108.975 (2020)
Grösse/km2: 834,780 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 1.215,69 Einw./km2
Regenzeit: Januar bis Juli

1612 errichteten die Franzosen anstelle der heutigen Stadt unter Daniel de la Touche ein Fort und gaben ihm den Namen des französischen Königs Louis XIII. Dieses Vorgehen war den Franzosen möglich, weil die Portugiesen diesen Teil Brasiliens noch nicht befestigt und besiedelt hatten. Aber schon 1615 fiel der Ort nach einjährigem Kampf an die Portugiesen. 1631 nahmen ihnen die Niederländer die Siedlung wieder ab, bis es den Portugiesen 1664 gelang, die Niederländer überhaupt von dort und aus anderen Städten zu vertreiben.

Sowohl die Franzosen als auch die Niederländer, besonders Erstere, haben auch heute noch sichtbare Spuren in der Architektur São Luis hinterlassen. Obwohl der bauliche Verfall leider überall spürbar ist, bemüht man sich doch stark um die Rettung der historischen Bausubstanz und die Wieder- und Neubelebung des kulturellen Lebens in der Stadt. Seit Ende 1997 steht São Luís als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO.

São Luís ist ein Kulturschatz der Menschheit. Seine Geschichte ist durch die Kunst geschildert, die ihren Ausdruck in den restaurierten und erhaltenen Patrizierhäusern, in seiner begeisterten Architektur, sowie wie in seinen mit Pflastersteinen belegten Abhängen, den steinernen Treppen und denen mit Kacheln belegten Fassaden findet. Nicht nur hier ist der Reichturm seiner Kultur, sondern man trifft ihn in allen Einzelheiten dieser Gegend an. Ein Reichtum, der vor vielen Jahren begann, als die Indianer, die Schwarzen und die Portugiesen sich vermischten und ihre Traditionen vereinigten.

Das Ergebnis dieser Vermischung zeigt sich heute in den verschiedenen Facetten der Kultur in São Luís; das Land des “Reggae” und des “Bumba-meu-boi”, wo im historischen Zentrum der Stadt das Antike und das Moderne, das Historische und das Erhaltene Seite an Seite zusammenleben; dieses Land der pikanten und exotischen Kochkunst, die uns die traditionellen Krabben – und Meeresfrüchtengerichte bis zur exotischen “cuxá” Reisplatte anbieten.

Die meisten Einwohner von São Luís sind Nachfahren afrikanischer Sklaven, die überwiegend von der “Sklavenküste” in Westafrika kamen. Entsprechend haben viele Einwohner eine dunkle Hautfarbe, ganz anders als die Nordestinos im übrigen Nordosten.

Die für Besucher interessantesten Sehenswürdigkeiten finden sich im Historischen Zentrum der Stadt, genannt “Praia Grande“, wo antike Villen und Geschäftshäuser, mit Kacheln aus europäischer Fabrikation, den Einfluss der Portugiesen in der lokalen Architektur verdeutlichen. Das gesamte Stadtviertel, fast vollkommen vom “Projekt Reviver” restauriert, ist heute ein kultureller Mittelpunkt der Stadt geworden.

Hier findet man Theater, Kinos, Bars, Imbiss-Buden, Restaurants und Dienstleistungs-Unternehmen für Touristen. Das “Projekt Reviver” hat zirka 107.000 Quadratmeter restauriert – mehr als 200 antiker Gebäude – hat das gesamte Stromnetz erneuert und den Autoverkehr in diesem Bereich untersagt. Das Werk, auf 100 Millionen US$ geschätzt, hat “Praia Grande” die ehemalige Szenerie eines Geschäfts- und Kultur-Zentrums der Stadt, aus dem 19. Jahrhundert, zurückgegeben, als man “São Luís” das brasilianische Athen nannte.

Unter den empfehlenswertesten Sehenswürdigkeiten sind zu nennen:

  • Der “Largo do Palácio” (Platz vor dem Regierungs-Palast).
  • Der “Cais da Sagração”, das Kai, an dem die alten Überseeschiffe anlegten, um Zucker zu laden.
  • Der “Palácio dos Leões”, Befestigung der Franzosen zur Verteidigung ihrer Stadt und bis 1993 Amtssitz des Staatsgouverneurs, wird zurzeit restauriert.
  • Die “Catedral da Sé”, Kathedrale konstruiert von den Jesuiten 1726.
  • Die “Igreja do Carmo” – Kirche, gebaut 1627 – eine der ältesten der Stadt.
  • Das Museum “Museu de Artes Visuais”, mit Arbeiten von Künstlern aus Maranhão und europäischen Kacheln aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
  • Das Museum “Museu de Arte Popular”, das auch als ein Zentrum für Volks-Kultur funktioniert.
  • Das “Teátro Arthur Azevedo” – gebaut zwischen 1815 und 1817 – erstes Theater in einer brasilianischen Hauptstadt.
  • Die “Fonte do Ribeirão”, von 1796, ein Brunnen, der mit drei eisernen Toren ausgerüstet ist, durch die man Zugang zum unterirdischen Abwassersystem hat.
  • Die “Feira de Praia Grande” ist ein Markt, der innerhalb eines Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert stattfindet, welches an einem seiner Portale die Waffen des Imperiums in Halbrelief präsentiert.

Dieses Portal ist der Zerstörungswut der Republikaner gegen die Insignien des verhassten Imperiums damals entgangen. Im Markt findet man Lebensmittel, Gemüse und Früchte, Fische und Meeresfrüchte und Kunsthandwerk.

São Luís besitzt einen der modernsten Flughäfen des Landes, 14 km vom Stadtzentrum. Er hat ein klimatisiertes und computergesteuertes Terminal mit einer Kapazität für 1 Million Fluggäste pro Jahr. Die gesamte bebaute Fläche beträgt 8.000 m², innerhalb derer Restaurants und Lunch-Theken sowie Raum für Kulturelles und Informatives. Die Hauptpiste von 2.385 m Länge erlaubt Start und Landung auch von grossen Maschinen.

Rund um São Luis findet man einige schöne Strände, gerahmt von Sanddünen. Der eine oder andere ist für ahnungslose Besucher nicht ungefährlich, wegen der manchmal bis zu 7 Meter hohen Wellen, die nur von professionellen Surfern angegangen werden. Unter den populärsten Stränden sind die “Praia do Calhau” und die “Ponta da Areia“, wo sich auch die Ruinen des “Forte Santo Antônio” (von 1691) befinden. Die “Praia de São Marcos“, mit den Ruinen des Forts gleichen Namens, aus dem 17. Jahrhundert. Und die “Praia de Aracaji“, einer der schönsten Strände dieses Küstenabschnitts überhaupt.

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