Krenák

Zuletzt bearbeitet: 31. August 2023

Die Krenák sind die letzten “Botocudos des Ostens”, Opfer ständiger Massaker, die von der Kolonialregierung als „gerechte Kriege“ dekretiert wurden. Heute leben sie in einem kleinen Gebiet, das nur unter großen Schwierigkeiten zurückgewonnen werden konnte.

Krenák

Selbstbezeichnung: Borum
Sprache: Der Familie Krenak
Population: 434 (2014)
Wo leben sie: Minas Gerais, Mato Grosso, São Paulo
INHALTSVERZEICHNIS
Name und Sprache
Religiöse Aspekte
Geschichte des Erstkontakts
Krenak Zentrum für indigene Umerziehung
Rückkehr in die Heimat
Führung und Fraktionszwang
Hinweis auf die Quellen
Krenak Frauen – Foto: Screenshot Video

nach obenName und Sprache

Die Krenák oder Borun sind die letzten “Botocudos” des Ostens, ein Name, den die Portugiesen Ende des 18. Jahrhunderts diesen Gruppen gaben, die Ohr- und Lippenpflöcke verwendeten. Sie sind auch als “Aimorés” bekannt, ein Name, der ihnen von den indigenen Tupí gegeben wurde, und als “Grén” oder “Krén”, ihr Eigenname. Der Name Krenák war der des Anführers der Gruppe, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Abspaltung der “Gutkrák” vom Fluss Pancas, im Bundesstaat Espírito Santo, befehligte. Damals lebten sie am linken Ufer des Rio Doce in Minas Gerais, zwischen den Städten Resplendor und Conselheiro Pena, wo sie sich bis heute in einem 4.000 Hektar großen, vom SPI (Indio-Schutz-Organisation) geschaffenen Reservat aufhalten. Ende der 1920er Jahre konzentrierten sich dort weitere Botocudo-Gruppen vom Rio Doce: die Pojixá, Nakre-ehé, Miñajirum, Jiporók und Gutkrák, wobei es sich bei der letzten Gruppe um diejenige handelt, von der sich die Krenák abgespalten hatten.

Die Krenák gehören zur Sprachgruppe der Makro-Jê und sprechen eine Sprache namens “Borum”. Nur die Frauen über vierzig Jahren sind zweisprachig, während die Männer, Jugendlichen und Kinder beiderlei Geschlechts Portugiesisch sprechen. Seit einigen Jahren bemühen sie sich darum, den Kindern wieder “Borun” beizubringen.

nach obenReligiöse Aspekte

Zum Zeitpunkt des Erstkontakts im Jahr 1910 waren sie überwiegend halbnomadische Jäger und Sammler mit einer sozialen Organisation, die durch eine ständige Spaltung der Gruppe, durch die Arbeitsteilung nach Geschlecht und Alter und ein religiöses System gekennzeichnet war, in dessen Mittelpunkt die “Marét” und die verzauberten Geister ihrer Toten, die “Nanitiong”, standen, die für die Befruchtung ihrer Frauen und die Warnung vor dem Tod verantwortlich waren. Die “Marét”, Bewohner der höheren Sphären, waren die großen Gestalter der Naturphänomene, und unter ihnen ragte der “Marét-khamaknian” heraus, der heldenhafte Schöpfer der Menschheit und der Welt als Ganzes.

Andere Entitäten des religiösen Pantheons der Botocudo waren die Naturgeister – die “Tokón”, welche für die Wahl ihrer Vermittler auf der Erde, der Schamanen, verantwortlich waren, mit denen sie während der Rituale Kontakt aufnahmen, um sie in ihrer Position als politische Führer zu stärken. Es gab auch die Seelen, Geister, die in den Körpern der Menschen lebten, die ab dem vierten Lebensjahr erworben wurden, als die ersten Lippen- und Ohrpflöcke eingesetzt wurden. Die Menschenseele verließ den Körper während des Schlafs, und wenn sie verloren ging, kam es zu Krankheiten. Bevor die Person starb, starb die Seele in ihrem Körper. Die anderen sechs Seelen, die den Körper bewohnten, begleiteten den Leichnam zu seinem Grab, über das sie weinend schwebten.

Sie waren für die bei der Zeremonie anwesenden Mitglieder der Gemeinschaft unsichtbar. Wenn ihre Bedürfnisse nach Nahrung und Licht nicht befriedigt wurden, konnten sich diese ergänzenden Seelen in Raubtiere verwandeln und das Dorf bedrohen. Nach einigen Jahren würden dann freundliche Geister aus der höheren Sphäre herabkommen, um die Toten in ihren Raum zu bringen, von dem sie nie mehr zurückkehren würden. Aus den Knochen der Leichen stiegen Geister auf und begannen in der unterirdischen Welt zu wohnen, in der die Sonne während der irdischen Nacht scheint. Aber auch große, böse, schwarze Geister, zogen durch das Dorf und griffen die Lebenden an, vor allem die Frauen, gruben die Toten aus, erschreckten die Menschen und töteten die Haustiere. Die Opfer wehrten sich, indem sie nachts aus ihren Unterkünften herausrannten und um sich schlugen.

nach obenGeschichte des Erstkontakts

Das ursprüngliche Territorium der Botocudos war der atlantische Regenwald im unteren “Recôncavo Baiano” (bahianische Meeresbucht), nachdem sie durch die Tupi von der Küste vertrieben worden waren, als sie begannen, den parallel verlaufenden Waldstreifen zwischen dem atlantischen Regenwald und dem Rand der Hochebene zu besiedeln, der als “Latifoli Tropical Humid Forest of the Slope” oder Tropischer Regenwald bekannt ist. Nach dem 19. Jahrhundert zogen sie nach Süden und erreichten den Rio Doce in Minas Gerais und Espírito Santo.

Schon nach den ersten Kontakten, noch im 16. Jahrhundert, hat man dieses indigene Volk der Menschenfresserei bezichtigt, was jedoch nie durch glaubhafte Unterlagen bestätigt wurde. Doch war dies stets das Hauptargument, um die ständigen “Dekrete eines gerechten Krieges” mit ihnen zu rechtfertigen, und den indigenen Gruppen, mit denen sie in Konflikt lebten – Tupi, Malalí, Makoní, Pataxó, Maxakalí, Pañâme, Kopoxó und Kamakã-Mongoió – davon zu überzeugen, Dorfbewohner zu werden, indem man ihnen Schutz und Zugang zu den Gütern der herrschenden Gesellschaft, wie Metallwerkzeuge und Schusswaffen, versprach. Trotz hartnäckigen Widerstandes wurden die Botocudo-Gruppen von Soldaten, und Missionaren in verschiedenen Teilen der heutigen Bundesstaaten Bahia, Minas Gerais und Espírito Santo abgeschlachtet und vertrieben – man folgte dem “Dekret des gerechten Krieges”, welches von der portugiesischen Regierung mittels königlicher Briefe vom 13. Mai, 24. August und 2. Dezember 1808, vom Prinzregenten Dom João unterzeichnet und genehmigt worden war.

Der erste königliche Brief beschloss den Angriffskrieg gegen die Botocudos von Minas Gerais, da man der Ansicht war, dass sie sich der Zivilisation nicht beugen würden, und dass der Defensivkrieg nicht die gewünschte Auswirkung auf die Ausdehnung der Eroberung in diesem Verwaltungsbezirk haben würde. Der zweite Brief ermächtigte den Gouverneur und den Generalkapitän desselben Kapitänsamtes, eine auf die Bekämpfung von Indios spezialisierte Truppe aufzustellen, um die in der vorherigen Königlichen Charta festgelegte offensive Kriegsführung zu ermöglichen. Schließlich wurden im dritten Brief Pläne zur Förderung der religiösen Erziehung der Indios und ihrer wirksamen Kontrolle aufgezeigt, um die Schifffahrt auf den Flüssen und die Kultivierung des von den Botocudos besetzten Landes zu ermöglichen.

Im Rahmen dieses Plans genehmigte der portugiesische Fürst die Konfiszierung der von diesen Gruppen besetzten Ländereien, die als Brachland zu betrachten waren und als “Sesmarien” verteilt werden sollten, insbesondere unter denjenigen, die sich im Angriffskrieg ausgezeichnet hatten. Diesen neuen Besitzern wurde auch der freie Zugang zu den Arbeitskräften jener Indios garantiert, die nach kriegerischem Verhalten gefangen genommen worden waren, und zwar für einen Zeitraum, der zwischen zwölf und zwanzig Jahren variierte, je nach den Anforderungen der Feldarbeiten und der Schwierigkeiten der Gefangenen, die neuen Arbeitsformen zu erlernen. Auch die Einrichtung privater Dörfer war vorgesehen, um jene Indios zu erziehen, die „mit Interesse und guter Gesinnung“ bei der Sache waren.

Obwohl sich die drei königlichen Chartas speziell auf das Kapitänsamt von Minas Gerais bezogen, wurden ihre Überlegungen im selben Jahr auf die Kapitänsämter von Bahia und Espírito Santo ausgedehnt, um den Forderungen ihrer Gouverneure zu entsprechen. Heute ist das demografische Kontingent der Botocudos des Ostens auf einhundertachtzig Personen geschrumpft und besteht größtenteils aus Kindern und Jugendlichen, die aus den interethnischen Beziehungen der Krenák mit anderen indigenen Gruppen, wie den Guarani und Kaingang, und mit der regionalen Bevölkerung stammen.

Die Hauptgründe für diese Vorherrschaft der Mestizen waren die Invasion der Europäer und die Verpachtung der Ländereien durch den “Eingeborenenposten Krenák” des SPI, außerdem durch den Prozess der Diaspora während der Verwaltung des SPI und der späteren FUNAI – die Krenak wurden schließlich 1953 in den Indioposten von Maxakalí verlegt, von wo sie 1959 zu Fuß zurückkehrten, und 1973 verschob man sie auf die Fazenda-Guarani. Sie lebten auch mit den so genannten „straffälligen Indianern“ zusammen, die von der FUNAI ab 1968 aus verschiedenen Teilen des Landes in die indigene “Erziehungsanstalt von Krenák” eingeliefert wurden.

nach obenKrenak Zentrum für indigene Umerziehung

Die Besserungsanstalt wurde unter der Leitung von Hauptmann Manoel Pinheiro von der Militärpolizei des Bundesstaates Minas Gerais eingerichtet, in die diejenigen Indios geschickt wurden, die sich dem Diktat ihrer Dorfverwalter widersetzt hatten oder als sozial unangepasst galten. In diesem Gefängnis waren sie in Einzelhaft untergebracht und mussten auch körperliche Bestrafung bei Ungehorsam erdulden. Sie wurden gezwungen, tagsüber in der Landwirtschaft zu arbeiten, unter der strengen Aufsicht von Soldaten der Militärpolizei von Minas Gerais und von anderen Indios, die der ebenfalls von Hauptmann Pinheiro gegründeten “Guarda Rural Indígena” (GRIN) angehörten.

Diese Garde setzte sich aus Indios zusammen, die Pinheiro als „außerordentlich gut erzogen“ bezeichnete, die ordnungsgemäß ausgebildet waren und Uniform trugen. Ihre Aufgabe war es, die innere Ordnung in den Dörfern aufrechtzuerhalten, unbefugte Bewegungen zu verhindern, Arbeit zu verteilen und Zuwiderhandlungen an die Militärpolizei zu melden.

Angesichts des Drucks von Viehzüchtern und Politikern, die das endgültige Aussterben der Krenák und die endgültige Freigabe des Gebiets für die Ausstellung von Landtiteln an die Pächter forderten – obwohl die Krenák am 21.03.1971 den Prozess um die Wiederinbesitznahme der 4.000 Hektar gewonnen hatten und der Richter eine fünfzehntägige Frist für die Entfernung der Pächter aus dem indigenen Gebiet festgelegt hatte – schloss Manuel Pinheiro im Dezember desselben Jahres eine neue Vereinbarung mit der Regierung von Minas Gerais. Anstatt die Pächter zu entfernen, wie es der Richter angeordnet hatte, handelte er einen Tausch zwischen dem Krenák-Gebiet und der Guarani-Farm in der Gemeinde Carmésia aus, die der Militärpolizei von Minas Gerais gehörte, und in die Krenák- und andere widerspenstige Gefangene verlegt wurden. Bei der Guarani-Farm handelte es sich um das ehemalige Folterzentrum für politische Gefangene, welches von der Militärpolizei von Minas Gerais genutzt wurde.

Obwohl in der Vereinbarung festgelegt war, dass die FUNAI die Ländereien der Guarani-Farm frei von den Pächtern erhalten sollte, wartete Pinheiro nicht einmal ab, bis diese Klausel erfüllt war, und erhielt dafür sogar einen schriftlichen Verweis vom Präsidium der Einrichtung.

Angesichts des Widerstands der Krenáks gegen die erneute Verlegung ordnete Pinheiro an, die Indios, die sich weiterhin weigerten, das Gebiet zu verlassen, in Handschellen zu legen und gewaltsam nach Governador Valadares, dem Sitz der FUNAI-Niederlassung in Bahia, zu bringen. Von dort aus wurden alle Krenák, die Häftlinge der Besserungsanstalt und eine Gruppe von Guarani-Indios, die sich 1969 aus Paraty in Rio de Janeiro dort niedergelassen hatten, mit ihren wenigen Habseligkeiten und Lebensmitteln auf Lastwagen verladen und zur Guarani-Farm gebracht. Die Guarani weigerten sich, dort zu bleiben, und ihre Reaktion verstärkte sich nach der Ankunft einer Gruppe von Pataxó-Indianern aus dem Indianerposten Barra Velha in Bahia, die bis heute auf der Guarani-Farm geblieben sind.

Die Krenak beklagten sich über die schrecklichen Lebensbedingungen, über das Fehlen eines großen Flusses, der ihnen das Fischen ermöglichen würde – die wichtigste Art der Nahrungsbeschaffung –, über das kalte Klima, über den Verlust ihrer Anpflanzungen, weil der Boden erschöpft war, über die erzwungene Koexistenz mit dem Pataxó, mit den Guarani und den Gefangenen der Besserungsanstalt, sowie über der Mangel an Ton zur Herstellung von Töpferwaren veranlasste einige Krenák-Familien dazu, sich in den Indioposten von Vanuíre (Sao Paulo), in die Stadt Colatina (Espirito Santo) und nach Conselheiro Pena (Minas Gerais) zu begeben.

nach obenRückkehr in die Heimat

Im Jahr 1980 entschieden sich die anderen, in das Gebiet von Krenák IP zurückzukehren. Allerdings war die gewünschte Rückkehr nicht so einfach. Das gesamte indigene Gebiet befand sich in den Händen der ehemaligen Pächter, einschließlich des ehemaligen Verwaltungssitzes der indigenen Post, den RURALMINAS, die für die Verwaltung von Landangelegenheiten in Minas Gerais zuständige staatliche Behörde, an das Patronat São Vicente de Paula der Stadt Resplendor übergeben hatte, dass dort ein Waisenhaus einrichtete. Um das Bild der Schwierigkeiten zu vervollständigen, hatte der Bundesstaat Minas Gerais Eigentumstitel an die Pächter verteilt, wodurch sich ihr Status und ihre Rechte änderten und ihr Kampf für die endgültige Vertreibung der Indianer verstärkt wurde.

Angesichts all dieser Widrigkeiten kehrten 26 der 49 Krenák, die auf die Guarani-Farm gebracht worden waren, 1980 in die Region des Rio Doce zurück und siedelten sich in einem kleinen Teil des Gebiets an – in den Ruinen des alten, vom “Patronat São Vicente de Paula” verlassenen Hauptquartiers und in der ehemaligen Besserungsanstalt, insgesamt 68,25 Hektar. Sie blieben in diesem kargen Gebiet bis 1997, als endlich diese 4.000 Hektar durch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs an sie offiziell überschrieben wurde – nachdem die Bewohner im Zusammenhang mit der “Rechtssache 891782-0 vom Oktober 1989” mehrmals vor Gericht erscheinen mussten.

Von diesem Zeitpunkt an wurde das ursprünglich von der Regierung von Minas Gerais an die Krenak geschenkte Gebiet durch das Dekret 4462, vom 10.12.1920, nach einem langwierigen Abgrenzungsprozess, der 1918 begann und 1920 abgeschlossen wurde, wiederhergestellt.

nach obenFührung und Fraktionszwang

Bevor das gesamte reservierte Gebiet zurückerobert wurde, konnte man bei der Ankunft im Dorf Krenák die von Laurita Félix angeführte Gruppe auf der linken Seite, einem Zwischenstreifen unbesetzten Landes, und die andere politische Fraktion unter der Führung des Häuptlings Hin (José Alfredo de Oliveira) auf der rechten Seite des Eme-Ufers sehen.

Heute hat sich die Gruppe von Laurita Felix auf den Höfen im Einflussbereich des Rio Doce niedergelassen, während die Gruppe von Hin nun die Höfe „hinter oder am Fuß“ des Reservats besetzt, nach der großen Cuparaque-Bergkette, die das Gebiet in Ost-West-Richtung teilt. Die Tatsache, dass eine der Gruppen von einer Frau – Laurita Félix – geleitet wird, steht ganz im Einklang mit der Tradition der Botocudo, in der die Frauen die Entscheidungsgewalt über wichtige interne Angelegenheiten haben.

Bei der Vertretung nach außen hat jedoch der Cacique (Häuptling) das Sagen. In Übereinstimmung mit den alten politischen Ordnungsmustern bereitet Laurita ihren Sohn, Rondon Krenák, darauf vor, die Funktion des Cacique zu übernehmen, wodurch sie in der Lage sein wird, die Macht über die Gruppe noch effektiver auszuüben.

Der Gegensatz zwischen den beiden in politischen Fraktionen organisierten sozialen Hälften wird durch die exogamen Heiratsregeln zwischen den Großfamilien – Isidoro, Félix, Damasceno und Souza – abgemildert: Durch die Bildung von Heiratsbündnissen gelingt es der Gruppe, Konflikte zu entschärfen und so eine relativ freundliche Koexistenz zwischen den Familien und den beiden Gruppen zu definieren. Die aus diesen Verbindungen hervorgegangenen Kinder erhalten den Nachnamen des Vaters und werden als Angehörige jener Hälfte identifiziert, zu der sie gehören. Eine Ausnahme bilden interethnische Ehen, bei denen die Mutter Krenák ist. In diesem Fall ist der Familienname zwar der des Vaters, aber die Zugehörigkeit richtet sich nach der Hälfte, zu der die Mutter gehört.

Im Fall der Krenák ist einer der Faktoren der Opposition auch die Tatsache, dass die von Laurita Félix angeführte Gruppe aus “Nakre-ehé” und “Miñajirum” Mitgliedern besteht, die ursprünglich aus dem Dorf “Pancas” stammen, was bedeutet, dass sie nie vollständig in die Krenák integriert wurden, die ursprünglich in Ribeirão do Emé ansässig waren und durch den Cacique Hin vertreten wurden. In dieser Auseinandersetzung um die Führungsrolle argumentiert Laurita mit der traditionellen Macht der Frauen und der Tatsache, dass sie allein das historische Wissen über die Geschichte, die Sprache und die Rituale der Gruppe besitzen.

Neben Laurita gibt es noch weitere repräsentative Frauenfiguren: ihre Tochter Marilza, die Schamanin der Krenák, Sônia und Paula, Verbündete der Familie Félix, die sich alle für die Wiederbelebung der Borun-Sprache, der Gesänge, der Rituale und der Tradition der Sozialisierung der Kinder nach traditionellen Methoden einsetzen. In diesem Prozess der Wiederbelebung ist die Rolle von Marilza Félix von großer Bedeutung. Als einzige Schamanin und mit dem Anspruch, die Stimme ihres Vorgängers Krembá zu sein, sagt sie, dass es Krembá war, der die Gruppe neu organisierte, wieder ihre Rituale tanzte, Pfeil und Bogen herstellte, ihre Krankheiten auf traditionelle Weise heilte, ihre alte Sprache sprach und den heiligen Pfahl zurückholte, der in den 1930er Jahren von Curt Nimuendajú aus dem Dorf gestohlen wurde. Trotz aller Bemühungen der Indios und entsprechender Konsultationen ist es bisher nicht gelungen, den Pfahl zu lokalisieren.

In diesem neuen Kontext ist also zu beobachten, dass die “Marét” im neuen Botocudo-Pantheon an Bedeutung verloren haben, obwohl die Furcht vor “Nanitiong” und den Geistern der Toten, die keine Nahrung und rituelle Pflege erhalten haben, weiterhin präsent ist. Gegenwärtig spielen die” Tokón” die zentrale Rolle im religiösen Universum der Krenák, da sie eng mit dem politischen Streit zwischen den beiden Hälften verbunden sind.

Die große Herausforderung, vor der die Krenák heute stehen ist, sich an die neue/alte Fläche von viertausend Hektar anzupassen und ihre wirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen, trotz der geringen Bevölkerungsdichte und der fehlenden Mittel für Investitionen, um Zugang zum regionalen Markt zu erhalten. Tatsächlich stößt diese Forderung auf ein weiteres großes Hindernis, nämlich auf den Widerstand, die Vorurteile und den Unwillen der Bewohner der benachbarten Städte, deren Behörden die Rückgabe des Landes an die Indios als einen schweren Schaden für die Gemeinschaft der ländlichen Erzeuger, der Genossenschaften und der lokalen Behörden betrachten.

nach obenHinweis auf die Quellen

Die ersten Hinweise auf die Botocudo stammen aus dem 16. Jahrhundert, als sie von Chronisten und Jesuiten als Aimorés bezeichnet wurden. Für Botocudos gibt es eine umfangreiche Dokumentation administrativer Natur, die von Naturforschern zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstellt wurde.

Von den Krenák stammen die ersten Berichte vom Anfang des 20. Jahrhunderts und stehen im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahnlinie, welche die Stadt Vitória, im Bundesstaat Espírito Santo, mit der heutigen Stadt Governador Valadares, in Minas Gerais, verbindet. Diese Nachrichten stammen sowohl von den Erbauern der Bahn, wobei die Arbeit von Ceciliano Abel de Almeida hervorzuheben ist, als auch von den SPI-Mitarbeitern, die für das Dorf Krenák zuständig sind, wobei die Berichte von Antônio Estigarribia besondere Erwähnung verdienen.

Erst in den 1920er Jahren widmeten sich einige Wissenschaftler der Beschreibung der Krenák-Gesellschaft, wobei die Arbeiten der Bergleute Nelson de Senna und Simöes da Silva hervorstechen. Von da an begannen einige Geographen wie Walter Egler und William Steains, die sich mit dem Prozess der Besiedlung des Rio Doce befassten, sich auf die Krenák zu beziehen. Sprachwissenschaftler wie Charlotte Emmerich, Ruth Monserrat und Lucy Seki haben ebenfalls Studien über die Borun-Sprache durchgeführt.

Hinzu kommen Arbeiten von Studenten der Bundesuniversität von Juiz de Fora und der Bundesuniversität von Bahia, sowie die Forschungen von Maria Hilda Baqueiro Paraiso, darunter eines der Themen ihrer Doktorarbeit, die derzeit zur Veröffentlichung vorbereitet sind.

Ein Video mit dem Titel „Erehé Krenak “ wurde produziert, das sich an Schulkinder richtet, die auf diese Weise Zugang zur Geschichte des Volkes der Krenák erhalten, um Vorurteile und Diskriminierung abzubauen.

© Maria Hilda Baqueiro Paraiso – Ethnologin, Bundesuniversität von Bahia – 12/1998
Deutsche Übersetzung/Bearbeitung, Klaus D. Günther
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AutorIn: Klaus D. Günther

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