Vogel-Federn – Strukturen, Arten und Funktionen

Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2021

Das Studium der Vogel-Federn ist ein Faktor, der oft übersehen wird. In den Museen werden die meisten Sammlungen von Vogelfedern archiviert, in Schubladen unter Verschluss gehalten um nur von einem ausgewählten Publikum, aber nicht von der breiten Öffentlichkeit, angeschaut zu werden.

Federkleid eines Pelikans – Foto: sabiá brasilinfo

Der österreichische Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat einmal gesagt: „Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“ Die Möglichkeit, eine Feder mit der Hand zu berühren, zu fühlen und zu untersuchen, bringt die Menschen, insbesondere Kinder, mit der Natur in Berührung. Welches Kind hat nicht schon einmal in einem Park oder in einem Garten eine Feder in die Hand genommen, sie bestaunt und sich gefragt, von welchem Vogel sie wohl stammt.

Von der langen, schlanken Primärfeder einer Küstenseeschwalbe, die eine unglaubliche Reise von 60.000 Kilometern von Pol zu Pol hinter sich hat, bis hin zur weichen, flaumigen Feder einer Schleiereule, die dem Vogel hilft, auf lautlosen Flügeln zu gleiten, wenn er nachts jagt – jede Feder hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen, jede ist so einzigartig in ihrem Aufbau, ihrer Form, Beschaffenheit, Farbe und ihrer Funktion für den Vogel. Federn können uns so viel über Vögel und ihr Leben lehren. Sie bringen den Menschen der Natur näher – und sie spielen daher eine wichtige Rolle für ihre Erhaltung.

Federn waren über viele Jahrhunderte zudem auch Schmuckstücke, Verzierung und Verkleidung zugleich. Vor allem in Mittelamerika schmückten sich die Herrscher der Inkas oder Mayas mit gewaltigen Federn. In zahlreichen Spielen und Slots wie beispielsweise Book of Annunaki oder Wolf Hunt im N1 Casino Schweiz kann man dieses heute noch bewundern und dabei zugleich sein Glück versuchen.

Federn sind das wichtigste und auffälligste Merkmal der Vögel. Keine anderen (lebenden) Tiere besitzen Federn – diese Einschränkung ist erforderlich, da Federn in fossilen Abdrücken einiger Dinosaurier und mit ihnen verwandten Reptilien gefunden wurden. Wie die Haare bei Säugetieren und die Schuppen bei Reptilien gehören Federn auch zur Haut der Vögel.

Alle Federn bestehen hauptsächlich aus Keratin, welches auch der Hauptbestandteil der menschlichen Nägel, der Tierkrallen und der Schuppen an den Beinen und Füßen der Vögel ist. Federn sind beeindruckende Gebilde, die gleichzeitig extrem stark und besonders leicht sind. Sie machen lange Flüge mit und werden gebogen, gedreht und auf vielerlei Art strapaziert, jedoch kaum jemals beschädigt.

Die Struktur einer gewöhnlichen Feder

Um die Struktur einer Feder zu verstehen, kann eine Konturfeder, die am Grundkörper, an den Flügeln und am Schwanz eines Vogels vorkommt, als typisch angesehen werden. Eine typische Konturfeder besteht aus einer zentralen Achse, dem primären Stiel oder “Scapus“, und einem erweiterten distalen (vom Körper entfernteren Teil), dem “Vexillum“ oder der Fahne.

Struktur einer gewöhnlichen Feder – Foto: Kerstin Riemer auf Pixaba

Scapus (Federachse):
Der Scapus ist in einen unteren Teil, den Kelch oder “Kalmus“, und einen oberen Schaft oder “Rachis“ unterteilt.

Kalmus:
Der Kalmus ist hohl, röhrenförmig und halbtransparent. Die Basis des Kalmus bleibt in einer Grube oder einem Haarfollikel der Haut stecken. Der Kalmus öffnet sich unten durch ein kleines Loch, das als unterer Nabel bezeichnet wird, in den eine kleine, konische, nährstoffreiche Hautpapille aus der Dermis (Haut) mündet. Eine weitere Pore, der so genannte Nabel, befindet sich an der Vorderseite der Verbindung von Kelch und Schaft.

Rachis:
Der Teil des Scapus oberhalb des Kalmus ist die Rachis. Sie bildet die Längsachse der Fahne. Sie ist fest, undurchsichtig, im Querschnitt etwa viereckig und mit einer dicht gepackten Masse von Markzellen gefüllt.

Die Rachis trägt einen fächerartigen, gewebten oder erweiterten Teil der Feder, die Fahne oder “Vexillum“. Die Fahne ist durch die Spindel in zwei ungleiche seitliche Hälften geteilt. Ihr proximales Ende ist breiter als das distale Ende. Jede Hälfte der Fahne besteht aus einer Reihe zahlreicher (etwa 600), paralleler, eng beieinander liegender, zerbrechlicher, seitlicher, fadenförmiger Strukturen, die Widerhaken oder “Rami“ genannt werden.

Die Widerhaken treten schräg nach außen von den beiden seitlichen Seiten der Rachis aus.
Die Federn werden in regelmäßigen Abständen abgeworfen (oder gemausert), in der Regel einmal jährlich nach der Brutzeit.

Federkleid eines Pelikans – Foto: sabiá brasilinfo

Verschiedene Federarten

Federn gibt es in vielen verschiedenen Formen, aber alle lassen sich in 6 verschiedene Arten von Federn einteilen. Die Federn, an die wir gewöhnt sind, sind Flug- und Konturfedern. Daunenfedern werden in Kissen, Steppdecken und Mänteln verwendet. Die anderen 3 Federn, Halbfahne, Filoplume und Borste, sind nicht so typisch, aber dennoch sehr hilfreich für die Vögel.

Flugfedern
Flugfedern sind bei Vögeln an zwei Stellen vorhanden: an den Flügeln und am Schwanz. Flugfedern sind lang und haben an ihren Enden eine breitere Fahne als die anderen. Außerdem haben sie stärkere Widerhaken, die ihnen mehr Kraft für den Flug verleihen.

Konturfedern
Konturfedern geben dem Vogel Form und Farbe. Sie sind überall zu finden, außer am Schnabel, den Beinen und den Füßen. Konturfedern sind nur an den Enden gefärbt (der einzige Teil, den wir sehen). An der Basis wird eine Konturfeder flaumig, was zur Isolierung des Vogelkörpers beiträgt.

Semiplume-Federn
Halbflaum-Federn sind eine Kreuzung aus Daunen- und Konturfedern. Im Gegensatz zu Daunen haben sie einen gut geformten Schaft. Sie haben jedoch keine ausgeprägten Widerhaken, die sie weich machen. Halbflaumfedern befinden sich unter den Konturfedern und dienen ebenfalls der Isolierung.

Daunenfedern
Daunenfedern haben wenig oder keinen Stiel. Sie sind weich und flauschig. Daunenfedern helfen den Vögeln bei der Körperisolierung, indem sie Luft einschließen. Einige Vögel, wie z. B. Reiher, haben besondere Daunenfedern, die sich in ein feines Pulver auflösen. Der Vogel verteilt dieses feine Pulver dann auf seinem ganzen Körper, um ihn wasserabweisend zu machen.

Filoplume-Federn
Filoplume-Federn sind extrem klein. Sie haben ein Büschel von Widerhaken am Ende des Stiels. Im Gegensatz zu anderen Federn, die zur Fortbewegung mit Muskeln verbunden sind, sind Filoplume-Federn mit Nervenenden verbunden. Diese Federn senden Nachrichten an das Gehirn, die Informationen über die Positionierung der Federn für den Flug, die Isolierung und das Putzen liefern.

Borstenfedern
Borstenfedern sind sehr steif und haben nur wenige Widerhaken an ihrer Basis. Borstenfedern finden sich um den Schnabel von Insekten fressenden Vögeln, wo sie als Trichter fungieren. Sie sind auch um die Augen herum zu finden, wo sie wie Wimpern wirken.

Federkleid eines Flamingos – Foto: sabiá brasilinfo

Funktionen der Federn

Sie dienen einer Vielzahl von Funktionen, die im Folgenden zusammengefasst werden:

Schutz
Federn bilden eine leichte, unverwundbare, flexible, widerstandsfähige und wasserabweisende Körperhülle. Sie schützen die darunter liegende zarte Haut vor allen Arten von mechanischen, chemischen, pathologischen und ökologischen Verletzungen.

Wärmerückhalt
Die Vögel haben eine konstante Körpertemperatur, die selbst bei Minusgraden häufig zwischen 40°C und 44°C liegt. Das Gefieder hat also die wesentliche Funktion einer Wärmespeicherung, da es mit seinen unzähligen toten Lufträumen eine wirksame, nichtleitende Hülle bildet, die als Isolierung dient.

Im Winter wird der Wärmeverlust durch Aufplustern der Federn auf ein Minimum reduziert, was die Tiefe des Isoliermaterials erhöht, indem es zu den Lufträumen innerhalb der Federschichten beiträgt. Bei warmem Wetter werden die Federn häufig nahe am Körper gehalten, um ein gewisses Entweichen der Körperwärme zu ermöglichen.

Camouflage (Schutzfärbung)
Die Federn verschiedener Vögel weisen eine recht charakteristische Schutzfärbung auf, die der Pigmentierung ihrer Umgebung ähnelt, sie von ihrer normalen Umgebung kaum unterscheiden lässt und ihnen somit als Schutz vor ihren Gegnern dient.

Dimorphismus der Geschlechter
Federn dienen einerseits der schützenden Pigmentierung und andererseits der sexuellen Zurschaustellung.“Sexueller Dimorphismus“ (Unterschied zwischen den Geschlechtern) ist sowohl bei monogamen als auch bei polygamen Vogelarten üblich.

Abgesehen von unterschiedlichen Größen und Gewicht zwischen Weibchen und Männchen, präsentieren viele Vogelarten auch einen “Gefiederdimorphismus“ in Form von Verzierungen oder Färbungen, wobei die Männchen in der Regel das stärker verzierte oder bunter gefärbte Geschlecht sind.

Gefiederpolymorphismen haben sich entwickelt, um diese Unterschiede und andere Maßstäbe für die Fortpflanzungsfähigkeit, wie Körperkondition oder Überleben, widerzuspiegeln. Hunderte von Vogelarten nutzen ihre Federn zur Kommunikation, insbesondere bei der Suche nach einem Partner.

Pfauen zum Beispiel zeigen ihre Schwänze, um den Weibchen ihre Gesundheit zu demonstrieren; je heller und kräftiger die Federn, desto fitter der Vogel, und der hat die besten Chancen bei den Weibchen.

Farben und aufgerichtete Federn sind Anzeigereize, die sowohl bei Konkurrenten als auch bei Partnerinnen bestimmte Reaktionen und Verhaltensmuster auslösen. So sind beispielsweise bei vielen Vögeln die Kronenfedern zu Kämmen (Pfau) oder Zierfedern (Fasan) umgestaltet.

Farbiges Federkleid eines Papageis – Foto: Angie Toh auf Pixabay

Die Feder hat es den Vögeln ermöglicht, die ganze Welt zu besiedeln. So bilden Vögel in über 10.000 bekannten Arten eine der vielfältigsten Klassen der Wirbeltiere. Sie kommen auf allen Kontinenten vor und brüten sowohl im eisigen Inland der Antarktis als auch in der tropischen Hitze am Äquator.

Vögel leben nicht nur an Land, sondern auch im Wasser und in der Luft. All das dank ihrer Federn, die sie schützen, wärmen, tarnen, schmücken und des Fliegens bemächtigen.


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AutorIn: Klaus D. Günther

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