Der Fussball – seine diskriminierten Stars und rassistischen Fans

Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2021

In diesen Tagen fanden die “Fussball-EM“ (in Europa) und die “Copa America“ (in Brasilien) statt. Der nächste Mega-Event steht schon vor der Tür: die “Olympischen Spiele“ (in Tokyo).

Was besonders bei den Fußball-Events mit viel Publikum auffällt, ist die unangenehme Art und Weise mit der die “Gastgeber“ auf den Rängen die Aktionen des gegnerischen Teams begleiten – mit einem irritierenden Chor von “Buuh-Rufen“ machen sie ihrer Enttäuschung Luft, immer wenn die gegnerische Mannschaft einen momentanen Vorteil für sich ergattert hat.

Zusammen – Foto: Capri23auto auf Pixabay

Eine beleidigende Haltung gegenüber den “Gästen“, die sich nach Ende des Fußball-Turniers – je nach Ergebnis – schnell zu einer Massenschlägerei zwischen “Gastgebern“ und Gästen» entwickeln kann, wie das immer wieder vorkommt und der Zerstörungswut der “Hooligans“ nach einer Niederlage “ihrer Mannschaft“.

Seit Flüchtlingsfamilien aus afrikanischen Ländern in Europa Schutz gesucht haben und aufgenommen wurden, hat die Skala der Beleidigungen und Diskriminierung seitens der eingesessenen Bevölkerung eine überraschende Bandbreite erreicht: Vorurteile und Rassismus sind miteinander verwoben. Rassismus ist eine Art von Vorurteil, ein rassistisches oder ethnisches Vorurteil, d. h. eine vorgefasste und abwertende Meinung über eine bestimmte Ethnie, Rasse oder ein Volk.

Im europäischen Fußball gibt es inzwischen kaum einen Verein, der nicht den einen oder anderen “afrikanischen Kicker“ in sein Team aufgenommen hat – ihre Laufgeschwindigkeit und besondere Schusstechnik sind Eigenschaften, die auch von den Zuschauern mit Beifall bewertet werden – solange diese Ballkünstler Tore schießen oder am Zustandekommen eines “Balls im Netz“ wenigstens maßgeblich beteiligt sind – wenn nicht…

…hier ein Beispiel aus jüngster Zeit:
Bukayo Saka, 2001 in London geboren, sein Vater stammt aus Nigeria – er wurde im Alter von 17 Jahren beim FC Arsenal aufgenommen. Nachdem er in verschiedenen Turnieren seine besonderen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte, setzte ihn Trainer Gareth Southgate als “Linksaußen“ zur EM-2020 in der englischen Nationalelf ein – und Sakas Leistungen wurden auch vom Publikum und der Presse hoch gelobt. Schließlich standen die Engländer vor dem EM-Endspiel gegen Italien im heimatlichen Wembley-Stadion, am 11. Juli 2021.

Nach einem Spielstand von 1:1 und einer Nachspielzeit, die unverändert unentschieden endete, sollte das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen – nachdem schon die Anglo-Afrikaner Marcus Rashford (23) und Jadon Sancho (21) verschossen hatten, wurde Bukayo Saka (19) vom Trainer eingeteilt, den EM-Pokal für England zu retten – eine nervöse Spannung lag über dem Rasen und ganz England hielt den Atem an – der junge Saka spürte den unbeschreiblichen Druck der Verantwortung – und verschoss den entscheidenden Ball ebenfalls – nach einem einzigen Aufschrei der Massen kroch die Enttäuschung in jeden Winkel der Insel. Während die italienischen Spieler ihren EM-Sieg (3 :2) bejubelten, sah man einen in Tränen aufgelösten Saka auf dem Rasen knien.

Nun hat diese Geschichte für die drei dunkelhäutigen “Fehlschützen“ besonders schlimme Folgen, indem sie bereits am folgenden Tag in den sozialen Medien mit rassistischen Beleidigungen übelster Art konfrontiert wurden – so übel, dass Empörung und Entsetzen über die getwitterten Beschimpfungen die Gesellschaft, den Fußballverband und sogar die Politik erschütterten.

Der 21. März wurde von der UNO als Internationaler Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung eingeführt, in Erinnerung an die mehr als 60 Menschen, die an diesem Tag im Jahr 1960 in Südafrika bei einem Massaker getötet wurden.

Die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ wurde mit dem Ziel geschaffen, die Grundrechte aller Menschen zu schützen und jede Art von Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Sprache, Religion oder anderen Bedingungen, zu verurteilen.

Vorurteile und Rassismus sind miteinander verwoben

Vorurteile sind in der Regel nicht ausschließlich mit dem physischen Erscheinungsbild einer Person oder von Personen verbunden. Vorurteile können auch mit der Wahl oder dem Lebensstil einer Person zusammenhängen (z. B. mit ihrer sexuellen Orientierung). Es kann auch Vorurteile geben, die sich auf die soziale Schicht einer Person beziehen, z. B. eine Abneigung gegen arme Menschen. Fremdenfeindlichkeit ist ebenfalls eine Art von Vorurteil, das eine Abneigung gegenüber fremden Menschen anzeigt, auch wenn sie der gleichen Rasse oder Ethnie angehören.

Rassismus ist die Überzeugung von der Überlegenheit bestimmter Rassen, die auf unterschiedlichen Beweggründen, insbesondere auf körperlichen Merkmalen und anderen Eigenschaften des menschlichen Verhaltens, beruht. Es ist eine unwissenschaftliche Meinung über eine bestimmte menschliche Rasse, die zu einer abwertenden und oft gewalttätigen Haltung gegenüber Einzelpersonen oder einem Kollektiv führt.

Obwohl es rassistische Einstellungen in der Menschheit schon immer gab, oft als Reaktion der Verteidigung einer Gemeinschaft gegen die friedliche Invasion einer anderen, die sich von ihr unterscheidet, wurde das Phänomen des Rassismus in der Neuzeit akuter, vor allem mit der kolonialistischen Politik der europäischen Mächte.

Rassismus ist nach wie vor ein ernstes Problem in zahlreichen Ländern, auch dort, wo er theoretisch nicht existiert, wie im Fall der USA (vor allem in den Zonen des Südens). Die Wirtschaftskrise und der demografische Druck sind in der Regel Gründe für mehr oder weniger gravierende Rassenprobleme, wie es in Großbritannien mit den Einwanderern, in Frankreich mit den Nordafrikanern, in Deutschland mit den Türken oder in Spanien mit der Zigeunerbevölkerung und den afrikanischen Schwarzarbeitern geschieht.

Rassenbedingte Vorurteile sind mit Begriffen wie Homophobie, Fremdenfeindlichkeit, rassistischem Mobbing und anderen heutzutage viel diskutierten Begriffen verbunden.
Obwohl es keinen Beweis dafür gibt, dass eine bestimmte Rasse einer anderen überlegen oder unterlegen ist, wurden Menschen auf der ganzen Welt von Gruppen beeinflusst, die sich für überlegen hielten.

Rassismus ist eine soziale Diskriminierung, die auf einer Reihe von vorgefassten Urteilen beruht, die Menschen nach ihren körperlichen Merkmalen, insbesondere ihrer Hautfarbe, bewerten. Basierend auf der vorurteilsbehafteten Idee der Überlegenheit bestimmter Ethnien ist diese Form der Überlegenheit auch in unserer Gesellschaft vorhanden und findet in den unterschiedlichsten Situationen statt.

Rassistische Diskriminierung wird vom Gesetzgeber als Verbrechen angesehen, der mehrere Formen der Bestrafung für diese Fälle vorsieht. Da das Verbrechen Hass oder Abneigung gegenüber einer ganzen Gruppe darstellt, ist Rassismus ein kollektives Vergehen, das nicht nur das Opfer, sondern das gesamte Ideal der Menschenwürde angreift.

Es ist üblich, dass sich rassistische Praktiken in Alltagserfahrungen oder offensiven Formen von Scherzen tarnen. Normalerweise gibt der Rassist seine Vorurteile nicht zu, aber er handelt trotzdem diskriminierend. Ob offensichtlich oder nicht, das Opfer hat das Recht, jede Form von Empörung, Peinlichkeit und Demütigung zu denunzieren.

Problembegrenzung

Wo das hinführen kann, wenn wir dieses Problem nicht angehen, zeigen die Ausgrenzungen von Randgruppen und Menschen anderer Hautfarbe, die sich nicht verstanden fühlen und nun einen gewalttätigen Ausweg wählen.

Die Verantwortlichkeit ist ein gesellschaftliches Problem. In die Pflicht sollten für den Sport die Funktionäre, die Clubs, aber auch Politiker und Medienschaffende genommen werden. Auch im Elternhaus oder und in der Schule sollte dies ein Thema sein.

Denunzierung

Empfehlenswerte Anlaufstellen, um in Fällen von rassistischer Gerechtigkeit und Hilfe zu suchen, sind Menschenrechtskommissionen und Polizeidienststellen. Jede Polizeidienststelle hat die Pflicht, ein rassistisch motiviertes Verbrechen zu untersuchen, einige Orte haben auch spezielle Polizeidienststellen für diese Art von Vorkommnissen.

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