Jalapão Nationalpark

Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2021

Der Nationalpark Jalapão (PEJ) wurde am 12. Januar 2021 20 Jahre alt und versteht sich als ein ausgedehntes Naturreservat des Cerrado-Bioms und als Juwel des Öko- und des Abenteuertourismus – nicht nur in Tocantins, sondern in ganz Brasilien. Die Aufgabe, diesen fantastischen Reichtum der Natur zu bewahren, wird durch die Zusammenarbeit verschiedener Naturschutzeinrichtungen garantiert, wie z.B. dem Nationalpark Jalapão, dem Nationalpark Parnaíba River Spring, der Ökologischen Station Serra Geral do Tocantins, das Umweltschutzgebiet Serra da Tabatinga und das Umweltschutzgebiet Jalapão.

Gründungsdatum: 12. Januar 2001
Fläche: 158.885 Hektar
Ökosystem: Cerrado
Relief: Gewässer, Hochebenen, Berge, Savannenlandschaft und Felsformationen.
Ort: Bundesstaat Tocantins, Gemeinde Mateiros

Jalapa
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Geschichte

Der junge Bundesstaat Tocantins hat eine Fläche von 277.621 km², wovon ca. 15% Schutzgebiete sind, die durch spezielle Gesetze geschaffen wurden, um diese territorialen Räume und die darin befindlichen Umweltressourcen zu schützen. Verwaltet vom Naturinstitut Tocantins (Naturatins), garantieren diese Einheiten den Erhalt von Tausenden von Tier- und Pflanzenarten.

Jedes Jahr verzeichnet die Jalapão-Region steigende Besucherzahlen. Laut den Daten von”Naturatins” wurden die Sehenswürdigkeiten des Parks im Jahr 2019 von 49.466 Touristen besucht, was einen Anstieg von 14,16 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Dieses Crescendo wurde im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie, die durch das neue Coronavirus verursacht wurde, geändert, sodass der Park die Besucherzahl begrenzen musste. Dennoch schloss das Jahr mit insgesamt 12.433 Touristen.

Die Landschaft

Jalapão Abendstimmung – Foto: vanessaobrzut auf Pixabay

Der Jalapão ist ein Ort von ungewöhnlichen Schönheiten der Natur, die selbst den skeptischsten Besucher begeistern. Zu den Attraktionen gehören die Dünen mit ihrem goldenen Sand, der einen Kontrast zu den kristallklaren Flüssen bildet, und die Wasserfälle. Die Landschaft entzückt auch mit felsigen Formationen, wie dem Aussichtspunkt der “Espirito Santo Bergkette” und der “Bergkette der Catedral”.

Die Landschaft wird geschmückt von ausgedehnten “Veredas”, Bodensenken in denen Buriti-Palmen wachsen und das typische goldene Gras. Letzteres bildet die Grundlage für ein lokaltypisches Kunsthandwerk, das die Gunst der Besucher gewonnen hat und ein Einkommen für Dutzende traditioneller Familien garantiert, die im Park wohnen. In diesem einzigartigen Ökosystem findet man verschiedene Arten wildlebender Tiere, wie zum Beispiel Hirsche, Ameisenbären, Tapire, Capyvaras, Mähnenwölfe, Jaguare, Kaimane, Füchse und Affen. Auch verschiedene Reptilien und Vögel sind hier zu entdecken. Neben Touristen, die den Ort wegen seiner natürlichen Schönheit und kontrastreichen Landschaft aufsuchen, ist der Park auch Studienobjekt verschiedener Forscher aus aller Welt.

Wie der Leiter des Parks, Reinaldo, angibt, bekommt er, neben Anfragen für die Genehmigung von Feldforschungen, auch häufig Anfragen um die Park-Kulissen für Fotoproduktionen (insbesondere Hochzeiten) und Filmaufnahmen nutzen zu dürfen. „Wir waren bereits Kulisse für internationale Reality-Shows, Prime-Time-Soap-Operas, diverse Reportagen, Werbespots und Filmdrehorte. Deshalb wird der Jalapão immer bekannter und zu einem von vielen ausgesuchten Urlaubsziel“, sagte Reinaldo und betonte, dass der Juli der Monat mit der größten Besucherzahl im Park sei.

Kontrolle der Besucher

Da es sich um ein geschütztes Gebiet mit enormer Artenvielfalt handelt, sorgt “Naturatins” durch strenge Kontrollen dafür, dass die von Jahr zu Jahr zahlreicher werdenden Besucher keine irreparablen Schäden anrichten.

„Eine Kontrolle der Besucher ist unumgänglich! Obwohl dieser Ort die größte Attraktion des Bundesstaates Tocantins ist, handelt es sich hier in erster Linie um eine Schutzeinrichtung, daher müssen wir sicherstellen, dass die Anzahl der Besucher keine Gefahr für die Stätte darstellt“, erklärt Thomás, einer der Techniker von “Naturatins”.

Der Direktor für Biodiversität und Schutzgebiete von “Naturatins” betont, dass die Einrichtung des Parks für die Erhaltung der Artenvielfalt in dieser Region unerlässlich war. „Heute ist die Region Jalapão, in der sich der PEJ befindet, das größte zusammenhängende Cerrado-Gebiet Brasiliens, mit einem hohen Erhaltungsgrad, darunter unzählige Tierarten, von denen einige gefährdet sind, wie der “brasilianische Säbelschnäbler“, sagt er.

Der Direktor fügt hinzu, dass die Schaffung von Naturparks deshalb so wichtig ist, weil diese Schutzgebiete, die der Forschung, dem Tourismus und der Umwelterziehung dienen, zu Orten werden, welche die Gesellschaft verändern. „Das liegt daran, dass ein solcher Park ein relevantes Muster der Biodiversität dieser Gegend schützt und bewahrt, auch mit dem Ziel, die menschliche Gesellschaft zu verbessern.“, fügt er hinzu.

Technische Einzelheiten

Der Staatspark Jalapão (PEJ) gehört zur Kategorie der Integralen Schutzeinheiten des Bundesstaates Tocantins, mit einem Gebiet, das in der Gemeinde Mateiros konzentriert ist und an die Gemeinde São Félix do Tocantins grenzt. Die natürlichen Ressourcen des Parks und der gesamten Jalapão-Region, sowie die handwerkliche Produktion seiner Gemeinden, werden durch Aktionen und Projekte unter der Leitung von “Naturatins” geschützt und unterstützt.

Der Park verfügt über eine Waldfeuerwehr, Inspektoren, Parkranger und geschultes Verwaltungspersonal. Die Struktur hat zwei Basen: ein Zentrum, das für die Unterbringung von Forschern und Technikern bestimmt ist, und den Verwaltungssitz mit dem Zentrum für Ausbildung und Umwelterziehung.

Der Zauber des Jalapão

Ein Ziel, das den nationalen Fans des Öko- und Abenteuertourismus bereits bekannt ist. Die im Bundesstaat Tocantins gelegene Region bezaubert, neben ihrer allgemein sehr reizvollen Savannenlandschaft, durch orangefarbene Dünen, herrliche Wasserfälle, kristallklare Quellen und beeindruckende Felsformationen. Ihr Wasserreichtum, ist überraschend, die Hochebenen, Berge und Täler mit savannenartigem Klima begeistern den Besucher.

Jedes Jahr wächst die Zahl der Einheimischen und auch der Ausländer, die sich auf der Suche nach diesem Erlebnis in den Norden Brasiliens wagen, der bereits eines der bedeutendsten Ziele für den Ökotourismus darstellt. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich in den Städten Mateiros, Novo Acordo, Ponte Alta do Tocantins und São Félix do Tocantins. Inmitten von 34.000 km² trockener Landschaft wird die Region von einem immensen Netz von Wasserläufen durchzogen, die alle klares und trinkbares Wasser führen.

Hier garantieren die außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Spaß das ganze Jahr über, entweder in der Regenzeit oder in der Trockenzeit, je nach Profil und Interesse des Besuchers. Für die Abenteuerlustigen ist die Region ideal für die Ausübung von Sportarten wie Rafting, Kanufahren, Abseilen und Wanderungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Zu den begehrtesten Zielen gehören der Wasserfall “Cachoeira da Velha” – ein riesiger, hufeisenförmiger Fall mit einer Breite von ca. 100 Metern und einer Höhe von 15 Metern – die inzwischen berühmten Dünen, des Jalapão, sie bestehen aus feinem orangefarbenen Sand, der bis zu 40 Meter hoch ragt – die Dörfer Mumbuca und Prata, übrig gebliebene Gemeinden von “Quilombos” (Nachfahren von afrikanischen Sklaven) deren Besuch den Touristen erlaubt, das lokale Kunsthandwerk kennenzulernen – die Espirito Santo Bergkette, eine Felsengruppe, wo man, die Flora der Region bewundern kann – der Formiga-Wasserfall, eine bezaubernde Quelle mit smaragdgrünem Wasser – und die Fervedouros, mit ihrem transparenten Wasser, deren Druck den Schwimmer stets an der Oberfläche hält.

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten

Ponte Alta do Tocantins
Dieser Ort ist das südliche Tor zum Jalapão, Ponte Alta do Tocantins liegt 152 km von Palmas, der Hauptstatt des Bundesstaates Tocantins, entfernt. Der Name des Städtchens bezieht sich auf einen umgestürzten Baum am Flussufer, der als Brücke für Fußgänger dient.
Hier befindet sich eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Jalapão, der “Sussuapara-Canyon”, mit seinem kristallklaren Wasser, das durch Spalten zwischen den 12 m hohen Wänden hinabfließt. 35 km vom Ortszentrum entfernt, kann man den Sonnenuntergang am “Pedra Furada” genießen, einer gigantischen Ansammlung von Sandsteinblöcken, die im Lauf von Jahren vom Wind geformt wurden.

Mateiros
In der östlichen Region des Bundesstaates Tocantins gelegen, ist die Stadt Mateiros, 310 km von der Hauptstadt Palmas entfernt, eine Referenz in der Herstellung von Kunsthandwerk im Ortsteil “Capim Dourado”. In der ländlichen Gegend der Gemeinde befindet sich die Siedlung “Mumbuca”, eine Quilombo-Gemeinde, in der die Herstellung von Flechtwerk mit dem “Goldenen Gras” ihren Ursprung hat. Mateiros selbst erhielt seinen Namen wegen der großen Anzahl von Hirschen, die in der Region zu finden sind.

Ein Besuch in Mateiros ist auch eine Gelegenheit, die schönsten Landschaften des Jalapão kennenzulernen, auf interessanten Pfaden zu den Aussichtspunkten des Espírito Santo-Gebirges zu wandern, die unvergleichlichen Dünen in Gold- und Orangetönen zu bewundern, vergeblich zu versuchen, in mehreren “Fervedouros” zu versinken und außerdem ihre Energien mit einem Bad im smaragdgrünen, kristallinen Wasser des Formiga-Wasserfalls zu erneuern. Wenn Sie länger in Mateiros verweilen, sollten Sie unbedingt den majestätischen Wasserfall “Cachoeira da Velha” und den Flussstrand “Prainha do Rio Novo” besuchen.

São Félix do Tocantins
Die Gemeinde São Félix do Tocantins liegt 263 km von Palmas, der Hauptstadt von Tocantins, entfernt. Die Besiedelung der Gemeinde begann mit nordöstlichen Einwanderern, die hauptsächlich aus den brasilianischen Bundesstaaten Piauí, Maranhão und Bahia kamen, und sie gründeten die Siedlung im Jahr 1736. Geographisch gesehen liegt dieser Ort im Zentrum des Jalapão, er wird im Norden durch Lizarda, im Süden durch Mateiros, im Westen durch Novo Acordo und im Osten durch den Staat Maranhão begrenzt.

In São Félix befindet sich das Naturdenkmal “Canyons und Flüsse des Sono” und die erste kommunale Naturschutzeinheit. Im Ort können Sie viele Attraktionen erleben z.B. Rafting im Rio Novo praktizieren, eine sportliche Modalität, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreut und in der Region jeden Tag zunimmt. Zu den Attraktionen gehören der Strand Alecrim, der Alecrim Fervedouro, der Wasserfall Jalapinha, die Serra da Catedral und die Siedlung Povoado do Prata.

Novo Acordo
Das kristallklare Wasser des Rio Sono, mit seinen idealen Stromschnellen für Rafting, führt auch durch Novo Acordo, ein Örtchen, das 116 km von Palmas entfernt liegt. Hier können Besucher die Schönheiten des Borges-Flussstrandes genießen und sich vom Morro do Gorgulho verzaubern lassen, einer Reihe von rötlichen Felsformationen, deren Form das Ergebnis der Einwirkung von Wind und Wasser über mehrere Jahrhunderte ist.

Wasserlandschaft Jalapão – Foto: vanessaobrzut auf Pixabay

Mosaik der Schutzgebiete im Jalapão

Die Region des Jalapão präsentiert sich als ein Mosaik von Schutzgebieten, die Fauna und Flora des “Cerrado” schützen sollen. Zu den Schutzeinheiten gehören: die “Jalapão State APA”, die im Jahr 2000 geschaffen wurde, mit einer Fläche von 461.000 Hektar, die einen Teil der Gemeinden Mateiros, Novo Acordo und Ponte Alta do Tocantins einbegreift. Sie enthält eine der Hauptattraktionen der Region, den Wasserfall “Cachoeira da Velha”. Der Staatspark Jalapão, der 2001 gegründet wurde, umfasst eine Fläche von fast 160.000 Hektar in der Gemeinde Mateiros und ist damit der größte Staatspark in Tocantins. Die Vegetation besteht überwiegend aus “Cerrado” und “Campo Limpo” (freie Grasflächen) mit “Veredas”
(Oasen, in denen Buriti-Palmen wachsen).

Außerdem gibt es den “Parnaíba River Springs” National Park, der Gebiete in Tocantins und dem Nachbarstaat Bahia umfasst. Er wurde im Jahr 2002 gegründet und umfasst mit ca. 107.000 Hektar, auch einen Teil der Gemeinden Mateiros, Ponte Alta do Tocantins und Rio da Conceição. Die “APA Serra da Tabatinga”, die Gebiete in Tocantins und Maranhão vereint, wurde 1990 gegründet und hat eine Fläche von 27.000 Hektar, darunter auch Teile der Gemeinde Mateiros. Sein Ziel ist es, die Quellen des Parnaiba-Flusses zu schützen.

Außerdem gibt es die ökologische Station “Serra Geral do Tocantins”, die durch ein Dekret des Präsidenten der Republik am 27. Juli 2001 gegründet wurde. Sie ist mit einer Fläche von 707.000 Hektar eine der größten Einheiten für Naturschutz in Brasilien. Sie umfasst die Gemeinden Almas, Ponte Alta do Tocantins, Rio da Conceição und Mateiros im Bundesstaat Tocantins. Ihre Einrichtung verfolgt folgende Ziele: Abschnitte der Cerrado-Ökosysteme zu schützen und zu erhalten, sowie die Entwicklung wissenschaftlicher Forschung zum Erhalt derselben zu fördern.

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