Brasilien mit Julio Baptista aber ohne Elano gegen Portugal

Portugal will am Freitag endlich Revanche für den Torreigen vom 19. November 2008, als die Seleção in Gama (Brasília) mit 6:2 klar über die ehemalige Kolonialmacht triumphierte. Aber auch die Fans haben die Begegnung in Durban bereits bei der Auslosung zum Topspiel der Vorrunde erklärt. Viele werden jedoch nun ein wenig enttäuscht sein, fällt das mit Spannung erwartete Duell der befreundeten Cristiano Ronaldo und Kaká aus. Das brasilianische Ausnahmetalent mit der Rücknummer 10 ist für die Partie aufgrund einer falschen Schiedsrichterentscheidung leider gesperrt.

sec2506-1

Aber auch so hat die Geschichte beider Fussball-Nationen einiges zu erzählen. Die Kolonialherren und die Kolonisierten trafen bislang 18 mal aufeinander. Ein ganzes Dutzend der Spiele gewann die Seleção, zwei Unentschieden gab es, viermal konnten die Lusitianer die Begegnung für sich entscheiden. Der Vorteil liegt also klar beim Team in den kanariengelben Trikots, wäre da nicht der Umstand, dass Portugal stets die ganz wichtigen Spiele gewonnen hat.

Zum Beispiel die Begegnung 1966 bei der Weltmeisterschaft. Es war das bisher einzige Mal, dass Brasilien und Portugal beim wichtigsten Fußballturnier des Welt gegenüber standen. Und noch heute liegt über Brasilien ein ähnliches Trauma wie nach dem verlorenen „Endspiel“ 1950 gegen Uruguay im Maracanã-Stadion. Brasilien verlor damals in England gegen die Portugiesen mit 1:3 und schied bereits in der Vorrunde aus.

Bis heute konnte die brasilianische Fussball-Nationalmannschaft 36 mal den Ball im portugiesischen Tor versenken, umgekehrt gelangen Portugal nur 15 Treffer. Geht es nach dem aktuellen Kader der Seleção in Südafrika, sollen am Freitag vor den 70.000 Zuschauern im Moses Mahbida – Stadion weitere Tore für die „Kanariengelben“ fallen. Und da hat wiederum Brasilien die Nase vor. Luis Fabiano traf in der diesjährigen Endrunde schon zweimal, Cristiano Ronaldo hat den Ball erst einmal im Netz versenkt. Beide haben in den Gruppenspielen jedoch eine lange torlose Zeit im Nationaltrikot endlich überwunden.

Für Kaká wird Trainer Dunga den erfahrenen und abgeklärten Júlio Baptista aufs Feld schicken. Der Mittelfeldprofi vom AS Rom mit der Rückennummer 19 hat schon 46 Spiele im Nationaldress absolviert und dabei 5 Tore erzielt. „Júlio spielte bei der (2007 gewonnenen) Copa América auf dieser Position und hat sich dort gut integriert. Natürlich hat Kaká eine Explosivkraft, die nur wenige haben. Aber Júlio hat auch seine Stärken und kann kämpfen. In solchen Situationen muss die ganze Mannschaft mithelfen, damit die Dinge gut verlaufen“ erläuterte Dunga sein Entscheidung auf der Abschlusspressekonferenz am Donnerstagabend, wo er sich auch für sein Verhalten nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste bei den Fans in Brasilien entschuldigte.

Was beim Mannschaftstraining kurz vorher schon sichtbar wurde, bestätigte der Weltmeister von 1994 dann auch in der Pressekonferenz. Elano hat weiterhin nach dem brutalen Foul im Spiel gegen die Elfenbeinküste Schmerzen am Schienbein und am Fußgelenk. Dunga will ihn daher für das Achtelfinale schonen. „Es sieht so aus, dass er nicht spielen wird. Aber warten wir bis morgen (Freitag) um die Entwicklung zu beobachten“ erklärte Dunga, ließ aber offen, wer ansonsten die Lücke im Mittelfeld auffüllen könnte. Erster Kandidat wäre Daniel Alves, aber auch der Wolfsburger Josué stünde zur Verfügung. Wie immer aber auch die Entscheidung ausfällt, Brasilien will offensiv gegen Portugal agieren und als Gruppensieger die Vorrunde beenden.

© 2003-2024 BrasilienPortal by sabiá brasilinfo
Reproduktion der Inhalte strengstens untersagt.
AutorIn: Dietmar Lang · Bildquelle: CBF

Letzte News