Forscher wollen mit Hilfe der Bevölkerung enträtseln, warum es immer mehr Tapire in die Stadt zieht

Tapire sind in freier Wildbahn eher selten zu sehen. In der Stadt Campo Grande ist das anders. Dort streifen die Wildtiere immer öfter durch die Siedlungen. Berichte darüber häufen sich in jüngster Zeit. Jetzt wollen Forscher das Phänomen enträtseln und herausfinden, was die Tapire in die Stadt treibt.

Flachlandtapir (Tapirus terrestris) – Foto: sabiá brasilinfo

Um das zu bewerkstelligen, haben sie die Bevölkerung zur Hilfe aufgerufen. Die soll mit Hilfe einer App die Begegnung mit einem Tapir melden, Fotos und Videos machen und Ort, Zeit und Datum an die Biologen übermitteln.

Tausende Augen sehen mehr als ein Dutzend Forscher, noch dazu, wenn diese über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, so die Idee. Die ist auf fruchtbaren Boden gestoßen. In wenigen Monaten sind bereits 70 Berichte eingegangen, wie Felipe Fantacine von der Initiative zum Schutz des brasilianischen Tapirs (INCAB) sagt.

Die Initiative will mit einem Langzeitprojekt das Vorkommen der Tapire genauer erforschen. Entschlüsseln will sie auch, was hinter der Naturflucht der Wildtiere steckt, wie es um ihre Gesundheit bestellt ist und wie sie in der vom Verkehr geprägten Betonwelt überleben können.

Antas Urbanas“ heißt das Projekt mit der App. Die ist nur der erste Teil. In einer zweiten Phase sollen die größten Säugetiere Brasiliens mit Sendern ausgestattet werden, um sie via GPS monitorieren zu können. Geplant sind ebenso gesundheitliche Untersuchungen und genetische Tests.

Mit ihren Beobachtungen und der App hilft die Bevölkerung der Wissenschaft, so Felipe Fantacine. Darüber hinaus wird sie auf das Problem der Wildtiere in der Stadt aufmerksam gemacht und die Notwendigkeit, die natürlichen Lebensräume der Tapire zu schützen.

“Antas Urbanas“ hilft den Tapiren aber auch direkt. Nach dem Eingang einer Beobachtung können Feuerwehr, Umweltpolizei und Biologen informiert werden und einschreiten, um die verirrten Tiere wieder in die Natur zu bringen.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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