Brasilianer zahlen Erste-Welt-Steuern für Dritte-Welt-Service

KreditratenBrasilianer zahlen Unmengen von Steuern und erhalten dafür wenig, lautet das Fazit einer Studie. Bei der ist verglichen worden, wieviel Steuern die Menschen verschiedener Länder bezahlen und was sie im Gegenzug dafür an öffentlichen Leistungen erhalten. Das schlechte Abschneiden des südamerikanischen Landes ist keineswegs neu. Vielmehr belegt Brasilien seit fünf Jahren in Folge den letzten Platz beim Vergleich der Steuerbelastungen und der Rückflüsse in 30 Ländern.

Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben die Brasilianer bereits über 260 Milliarden Euro an den Fiskus bezahlt. Damit ließen sich theoretisch über 62 Millionen Klassenzimmer bauen und einrichten, 747.420 Kilometer Straße asphaltieren, 9,3 Millionen Kilometer Kanalisation anlegen, knapp 1,2 Milliarden Mindestlöhne bezahlen oder knapp drei Millionen Gesundheitsposten bauen und ausstatten. In der Realität lassen die öffentlichen Leistungen wie im Gesundheits- und Schulwesen oder bei der Sicherheit allerdings zu wünschen übrig.

Was die Bürger faktisch durchweg stört, könnte für Spekulanten und Analysten ein einträgliches Geschäft sein. Denn die Wirtschaftszahlen sind im Agrarstaat Brasilien natürlich auch von Produktion und Ernten abhängig und unterliegen teilweise drastischen Schwankungen. Und auf die dadurch entstehenden Preisänderungen im Plus- oder Minusbereich können Anhänger binärer Optionen spekulieren. Man wettet vereinfacht gesagt darauf, in welche Richtung sich der Kurs eines bestimmten Basiswertes bis einem bestimmten Zeitpunkt entwickelt. Diese moderne Form der Finanzspekulation ist allerdings nicht unumstritten und man sollte durchaus die Anbieter vergleichen, um sein Geschäft bei einem seriösen Broker abzuschliessen.

Wie schlecht es um die effiziente Nutzung der öffentlichen Gelder bestellt ist, zeigt einmal mehr auch die Studie des brasilianischen Institutes für Steuerplanung (IBPT). Bei der wertet das Institut die Leistungen von den 30 Ländern aus, in denen weltweit am meisten Steuern bezahlt werden. Zueinander in Bezug gesetzt werden dabei die Steuerbelastungen, das Bruttoinlandsprodukt und der menschliche Entwicklungsindex (Human Development Index).

Während Australien, USA und Südkorea die ersten drei Plätze belegen, bildet Brasilien das Schlusslicht, weit hinter seinen Nachbarn Uruguay (Platz 11) und Argentinien (Platz 19).

Abgesehen davon, dass die Steuern in Brasilien mit über 35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ähnlich hoch liegen wie in den sogenannten Erste-Welt-Ländern Island (35,5 Prozent) und Deutschland (36,7 Prozent) kann das südamerikanische Land bei weitem nicht Mithalten, was die Anwendung der Gelder zum Wohl der Bevölkerung angeht.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes · Bildquelle: megakunstfoto / Fotolia.de

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