Unesco erkennt Schluchten und Trockenwälder Brasiliens als Geoparks an

Die Unesco hat in Brasilien zwei weitere Regionen des Landes als Geoparks anerkannt. Sie zeichnen sich durch ihre Außergewöhnlichkeit und weltweite Einzigartigkeit aus. In die weltweite Liste der Geoparks aufgenommen wurde der halbwüstenähnliche Seridó im Nordosten Brasiliens und die atemberaubende Canionlandschaft Caminhos dos Cânions do Sul im Süden des Landes.

Ausschnitt Caminhos dos Cânions do Sul – Foto: Screenshot

Der Geopark Seridó ist Zeuge der erdgeschichtlichen Entwicklung der vergangenen 600 Millionen Jahre, heisst es in der Beschreibung des Parks. Zu ihm gehört eins der größten Vorkommen Südamerikas von Scheelit, das Mineral, das auch als Tungstein bekannt ist.

Sein Territorium bietet Touristen die unterschiedlichsten Aktivitäten, von Abenteuer und Erlebnistourismus bis hin zu kulturellen Besonderheiten der Region. Geprägt ist der Geopark Seridó von der Caatinga sowie von einzigartigen Felsformationen, die bis zu zwei Milliarden Jahre alt sind. Auch Felszeichnungen, die eine Besiedlung von vor 10.000 Jahren bezeugen, sind im Seridó zu sehen.

Gigantische Schluchten, die bis zu über 1.000 Meter Höhe erreichen kennzeichnen die Region Caminhos dos Cânions do Sul. Sie erstreckt sich über die Bundesstaaten Santa Catarina und Rio Grande do Sul. Laut Unesco beherbergt die Region mit die beeindruckendsten Canions Südamerikas. Während im Seridó die die Caatinga prägende Kakteen und Trockenwälder vorherrschen, ist Caminhos dos Cânions vom Atlantischen Regenwald bestanden, einem der artenreichsten Wälder der Welt. Auch dort sind Millionen Jahre alte Spuren zu finden, wie Fossile.

Mit den beiden neu in die Unesco-Liste aufgenommenen Parks gibt es in Brasilien nun drei Geoparks. Schon 2006 hat die Region Bacia do Araripe die Aufnahmekriterien der Unesco in das globale Netzwerk der Geoparks erfüllt. Die sich über die Bundestaaten Ceará, Pernambuco und Piauí erstreckende Bacia do Araripe ist als Geopark bereits konsolidiert und zieht jährlich tausende Touristen an. Neben den nun drei Geoparks befinden sich zudem Caçapava und Quarta Colônia im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul im Aufnahmeprozess für das globale Netzwerk.

Insgesamt sind von der Unesco bereits 177 Geoparks in 46 verschiedenen Ländern anerkannt worden. Bestätigt wird mit der Auszeichnung neben einer weltweiten Einzigartigkeit der Region auch deren touristisches Potential. Im Geopark Seridó und Caminhos dos Cânions do Sul haben sich die Gemeinden schon vor mehr als zehn Jahren zusammengeschlossen, um gemeinsam einen nachhaltigen Tourismus zu fördern.

Wer mehr über die beiden neuen brasilianischen Geoparks erfahren will, kann das am 21. April, dem Earth Day 2022.

UNESCO-WELCOME-DIGITAL-EVENT

An diesem werden Global Geoparks Network und Unesco einen digitalen Event veranstalten, um alle neu anerkannten Geoparks Willkommen zu heißen und vorzustellen. Insgesamt wurden bei der Konferenz in Paris vor wenigen Tagen weltweit acht neue Geoparks ausgewählt. Die Willkommensaktion wird ab 12 Uhr GMT über Youtube ausgestrahlt und kann kostenlos verfolgt werden.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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