Unsere Verantwortung gegenüber der Natur in Brasilien

Jahrhundertelang hat der Mensch so gehandelt, ab ob der Planet einen magischen Schutzschild hätte, der ihn immun gegen die menschlichen Eingriffe und Angriffe macht. Leider wissen wir alle, dass dem nicht so ist. Innerhalb der letzten rund einhundertzwanzig Jahre hat durch das Industriezeitalter die Zerstörung der Umwelt ein dramatisches Ausmass angenommen. Die unkontrollierte Abholzung der Regenwälder in Brasilien hat schwerwiegende Auswirkungen auf das globale Klima. Es ist Zeit zum Handeln.

Die tropischen Wälder Brasiliens beherbergen eine riesige, weitgehend noch unerforschte Artenvielfalt (Foto: Pixabay)

Die Ausbeutung fossiler Energieträger hat schneller als befürchtet das Weltklima verändert. Düstere Voraussagen wie die Prognose zum Klimawandel von 1978 von Hoimar von Ditfurth blieben zu lange ungehört. Heute zeigt sich, dass sie eher noch untertrieben sind. Verheerende Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet tragen zusätzlich noch zur Klimakatastrophe bei. Mehr als 2300 Brände waren 2021 die alarmierende höchste Zahl seit 14 Jahren in Brasilien.

Aktuellste Untersuchungen zeigen insbesondere die unmittelbaren Auswirkungen auf die Schweiz, wo die Temperatur in den letzten 50 Jahren etwa doppelt so stark angestiegen wie im globalen Mittel. Besorgniserregend, zieht dies doch Klimakatastrophen wie Trockenperioden und Starkregen nach sich. Die Überschwemmungen der letzten Jahre geben den Prognosen recht.

Ausstieg aus der fossilen Energie

Viel mehr als bisher muss daher der Ausbau der regenerativen Energien weltweit vorangetrieben werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Solarenergie. Dank längerer Sommer, zunehmender Sonneneinstrahlung und immer besserer Technik lohnt sich die Installation einer hochmodernen Photovoltaikanlage längst auch in unseren Breiten und nicht nur in südlichen Ländern wie Brasilien.

Dabei sollte die verfügbare Fläche natürlich so verschattungsfrei wie möglich sein. Sowohl auf dem eigenen Hausdach als auch als Fremdanlage auf einer gepachteten Fläche zahlt sich die Montage inzwischen aus. In letzterem Fall kann man sogar durch gesetzlich geregeltes Direktinvest nicht nur eine gute Rendite, sondern auch eine saftige Steuerersparnis erzielen. In Verbindung mit einem Stromspeicher lässt sich der mögliche Selbstverbrauch auf 50 bis 70 Prozent gesteigert werden.

Erstes Ziel: Schutz der Bäume

Eine Zentrale Rolle beim Umweltschutz weltweit spielt der aktive Schutz der Natur. Immer noch verschwinden in beängstigendem Ausmass durch die Abholzung der Regenwälder riesige Mengen an Bäumen u.a. in Brasilien. Nicht nur werden „CO2-Fresser“ vernichtet, zusätzlich werden enorme Mengen an CO2 durch die Brandrodung freigesetzt und belasten die Umwelt zusätzlich. Dabei ist die Bedeutung der Bäume für den Klimawandel hinlänglich bekannt. Aber die Regierungen verschliessen bislang die Augen, nur ein sofortiger Stopp könnte die Lage noch verbessern.

Das ist umso bedauerlicher, wenn man sich bewusst macht, dass Bäume vielleicht viel intelligenter sind, als allgemein angenommen wird. Wurden Bäume bisher als einzelstehende Pflanzen angesehen, die unabhängig voneinander wachsen, leben und absterben, so zeigt die neuste Forschung, dass sie vermutlich alle über ihr Wurzelwerk und Pilznetzwerke direkt und indirekt miteinander in Kontakt stehen. Die Kommunikation der Bäume ist inzwischen ein ernstzunehmendes Thema vieler Forschungsarbeiten. Offensichtlich sind sie imstande, Informationen über Bedrohungen, Parasiten oder klimatische Änderungen auszutauschen. Der Mensch sollte beginnen, sie als Lebewesen anzusehen, anstatt sie sinnlos zu zerstören.

Naturstämme in Bedrohung

Wenn man bedenkt, welchen Reichtum die Landschaft Brasiliens bietet, stimmt es bedenklich, warum die Regierung bisher untätig zusieht, wie jeden Tag wertvolle Biotope verloren gehen. Die tropischen Wälder beherbergen eine riesige, weitgehend noch unerforschte Artenvielfalt. Über 40.000 Pflanzenarten und tausende von Tierarten haben hier ihren Lebensraum. Mehr Hilfe für die Wälder am Amazonas ist notwendig beim verzweifelten Versuch von Organisationen wie dem WWF, den Regenwald zu retten.

Die brasilianischen Behörden ignorieren bisher auch den Aufruf vieler internationaler Organisationen, einen Bericht der FUNAI zur Entdeckung eines ethnischen Stamms ernst zu nehmen. Ein bislang unbekanntes unkontaktiertes Volk im Amazonasgebiet steht kurz vor der Auslöschung. Sein natürlicher Lebensraum ist bedroht, gewaltsame Übergriffe und globale Seuchen stellen eine zusätzliche Gefahr dar.

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