Seltenste Wildkatze Brasiliens läuft Forschern vor die Kameras

Brasilien ist das Land der Wildkatzen. Gleich neun Arten bietet es Heimat. Ihr größter Vertreter ist der Jaguar. Allerdings sorgt im Moment gerade einer ihrer kleinsten Vertreter für Aufsehen, die Pampaskatze (Leopardus munoai). Sie gilt als eine der bedrohtesten Wildkatzen der Welt. Forschern sind jetzt aber einmalige Aufnahmen der kleinen Katze gelungen.

Mit Hilfe von selbstauslösenden Kameras sind ihnen Video- und Fotoaufnahmen gelungen. Videos und Fotos vom Gato-palheiro-pampeano, wie die Pampaskatze in Brasilien genannt wird, sind laut den Forschern eine absolute Seltenheit. Lediglich viermal ist es den Biologen bisher gekommen, die nur 50 Zentimeter messende Wildkatze lebend abzulichten. Die Munoa-Pampaskatze wird zwar immer wieder einmal registriert, allerdings bezieht sich dies meistens auf überfahrene Tiere.

Seit über 15 Jahre monitorieren die Biologen Felipe Peters und Marina Favarini über das Projekt Felinos do Pampa die Wildkatzen. Zehntausende Fotos haben die selbstauslösenden Kameras von den Wildtieren der Pampa dabei gemacht. Auf nur vier sind jedoch Pampaskatzen zu sehen.

Die Pampaskatze lebt im kleinsten Biom Brasiliens, der Pampa. Von der sind jedoch nur noch 20 Prozent übrig. Viele der Reste befinden sich zudem inmitten von intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auch deshalb werden die beiden jetzt registrierten Aufnahmen gefeiert.

Sie haben die Biologen zunächst allerdings vor Rätsel gestellt. Zu sehen ist die Pampaskatze an einem bewaldeten Uferrandstreifen eines Baches im Flussbecken des Tacuarembó im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Bewaldete Flächen gehören jedoch nicht zu den bevorzugten Bereichen der Pampaskatze, wie der Peters ausführt.

Nach Analysen von Satellitenbildern haben die Biologen aber festgestellt, dass der Uferrandstreifen die einzige Verbindung von zwei Pampaflächen war, ohne dass die Katze über Soja-Acker laufen muss.

Über die Lebensweise der Munoa-Pampaskatze ist bisher hingegen wenig bekannt. Die Forscher hoffen nun auf weitere Aufnahmen, um mehr über die seltene Art herauszubekommen und effektivere Schutzmaßnahmen erarbeiten zu können.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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