Indios des Amazonas-Regenwaldes filmen selbst für Dokumentarfilm „The Territory“

Als Alex Pritz anfing, für seinen Dokumentarfilm “The Territory“ im Amazonas-Regenwald zu filmen, wusste er noch nicht, welche Wendung sein Projekt nehmen würde. Er war dabei, im Indio-Territorium Uru-Eu-Wau-Wau über das Leben der Indios Uru-eu-wau-wau und den Kampf ums Land zu filmen, als die Coronavirus-Pandemie ausbrach.

Uru-Eu-Wau-Wau – Foto: Screenshot Video

Die Indios, und allen voran ihr junger Anführer Bitate beschlossen, sich abzukapseln und keinen mehr in ihr Territorium zu lassen, um eine Ansteckung mit dem Virus zu vermeiden. Theoretisch wäre das das Ende des Dokumentarfilms gewesen. Aber für Pritz öffnete sich ein neuer Weg.

Die Uru-eu-wau-wau ehren Traditionen und Brauchtum ihrer Vorfahren. Moderne Technik ist ihnen aber dennoch nicht fremd. Sie setzen beispielsweise mit Kameras bestückte Drohnen ein, um Invasoren in ihrem Gebiet ausfindig zu machen.

Das Ende der 1990er Jahre geborene Bitate und andere seiner Generation sind zudem in Instagram präsent. Das ermöglicht es ihnen, mit der Welt in Kontakt zu treten und auch ihre Arbeit als “Wächter des Waldes“ zu zeigen.

Statt mit dem Beginn der Pandemie den Film zu beenden, stattete Pritz die Indios mit Kameras aus, führte sie online in die Kunst des Filmens ein und begann mit den Uru-eu-wau-wau ein Kooperationsmodell, für den letzten Teil der Dokumentation.

Entstanden ist so ein einzigartiger Dokumentarfilm, der ungewöhnliche Einblicke bietet und den Betrachter direkt ins Indio-Territorium im Westen des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes versetzt. Der Film zeigt dabei sowohl die Perspektive der Ureinwohner des Waldes als auch die von Kleinbauern und Landräubern.

Er steht zudem stellvertretend für viele andere indigene Völker, die versuchen, ihr Land, ihre Lebensform und den Regenwald vor Invasoren, Brandrodungen, Landräubern, Holzfällern und Goldgräbern zu schützen.

Der Film hat bereits einige Auszeichnungen erhalten, wie beim Festival Sundance in den USA oder beim Dokumentarfilm-Festival in Holland. In Brasilien selbst ist seine Premiere in den Kinos erst für die kommenden Monate vorgesehen.

Mit freundlicher Genehmigung des AmazonasPortals

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