Eröffnungszeremonie: Brasilianische Athleten begeistern ihre Landsleute mit Chinelos, Samba und Alternativ-Einmarsch

Kaum ein anderes Thema hat am Freitagvormittag in Brasilien die sozialen Netzwerke so beschäftigt, wie die Eröffnungsfeier der Olympiade in Tokio. “Wo ist Brasilien“, “Warum nur vier Vertreter“ und “Samba im Stadion“, lauteten einige der Tweets.

Einzug Brasilien – Foto: Breno Barros/rededoesporte.gov.br

Eigentlich ist Brasilien gewohnt, beim Einmarsch der Nationen mit vorne dabei zu sein. Weil es in Tokio aber nach dem japanischen Alphabet und der japanischen Aussprache ging, kam das südamerikanische Land erst nach 150 Nationen und nach Uruguay an die Reihe.

Brasilien wurde von der Judoka Ketleyn Quadros und dem Volleyballspieler Bruninho (Bruno Rezende) rerpäsentiert, die ebenso die Fahnen des Landes trugen. Ketleyn hat als erste Judoka Brasiliens eine olympische Medaille errungen. Bruninho vereint Gold und zweimal Silber. Die brasilianischen Judo-Athleten und Volleyballer gehören zu den besten der Welt und auch dieses Mal macht sich das Land in den Modalitäten Hoffnungen auf eine Medaille.

Begleitet wurden die beiden lediglich vom Vize-Präsidenten des olympischen Komitees Marco La Porta und einem weiteren Vertreter der Organisation, während andere Länder mit etlichen Sportlern eingezogen sind. Auch in Brasilien haben sich viele gefragt, warum das südamerikanische Land lediglich mit vier Personen einmarschiert ist. “Wir wären auch gerne mit hunderten Personen dabei, aber der Moment verlangt Vorsicht“ twitterte das olympische Komitee Brasiliens (COB) als Erklärung.

Das hat für ein wenig Erstaunen gesorgt. Ist doch die Regierung des ultrarechten Jair Bolsonaros und allen voran der Präsident selbst nicht unbedingt ein Vorbild, was die Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus anbelangt.

Ganz haben die über 300 Olympia-Athleten Brasiliens aber trotzdem nicht auf den großen Moment bei der Eröffnung verzichtet. Ein Teil von ihnen hat für Ersatz gesorgt. Noch vor dem offiziellen Beginn der Eröffnungszeremonie im Olympiastadion haben sie einen symbolischen Einmarsch gemacht und sind ein wenig in die sonst übliche Atmosphäre des globalen Sportevents eingetaucht. Mit olympischer Uniform bekleidet zogen sie Fähnchen schwenkend und gut gelaunt durch die Straßen des olympischen Dorfes.

Kurz später sorgte dann die kleine Delegation im Olympiastadion für Aufsehen. Statt mit festem Schuhwerk waren Bruninho und Ketleyn mit Chinelos bestückt, den traditionellen Flip-Flops des Landes.

Einzug Brasilien – Foto: Breno Barros/rededoesporte.gov.br

Die werden in Brasilien von Jung und Alt und beinahe zu jeder Gelegenheit getragen. Einer der größten Chinelo-Hersteller Brasiliens ist zudem Sponsor. Die Chinelos sind deshalb Bestandteil der aktuellen Olympia-Uniform Brasiliens.

Bruninho und Ketleyn brachten das brasilianische Flair aber noch mit einer besonderen Einlage ins Olympiastadion in Tokio. Sie tanzten kurzerhand Samba auf der “Avenida“ des Olympiastadions.

Begeistert war die brasilianische Bevölkerung in der Heimat deshalb nicht nur von der Eröffnungszeremonie, sondern auch von ihren Athleten, die mit Chinelos, Samba und Einmarsch-Alternative ein eigenes Spektakel geliefert haben.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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