Tag der biologischen Vielfalt – 22. Mai

Der internationale Tag der Biodiversität – ein Anstoß um sich Gedanken über unsere Existenz zu machen. Mit mehr als 103.000 Tier- und 43.000 Pflanzenarten, die der Wissenschaft heute bekannt sind, ist Brasilien das Land mit der größten Vielfalt an Fauna und Flora unseres Planeten. Diese Zahlen präsentieren einen wahren Schatz von unvorstellbarem Wert – nicht nur für die Brasilianer, sondern für die gesamte Weltbevölkerung.

Blüte einer Passionsfrucht-1977 – Foto: sabiá brasilinfo

Die Vielfalt der Natur ist der Schlüssel für die Überlebensfähigkeit der gesamten Menschheit, und es ist nicht gerade einfach, diesen ganzen natürlichen Reichtum zu schützen und zu bewahren. Mit dem Versuch, den Menschen bewusst zu machen, wie dringend notwendig es ist, dass sie die multiplen Lebensformen schützen und erhalten, wurde der «Internationale Tag der Biodiversität» eingeführt, den man am 22. Mai begeht – dieses Datum wurde von der Organisation der Vereinigten Nationen (UNO) festgelegt.

Über die besondere Bedeutung dieses Themas hinaus gedenkt man an diesem Tag auch der vor 25 Jahren, anlässlich der «Konvention Biologischer Diversität Rio-92» geschaffenen internationalen Verpflichtung, für alle Menschen eine nachhaltige Zukunft anzustreben. Das entsprechende Dokument wurde von Repräsentanten aus 196 Ländern unterzeichnet.

“Heute verfügen wir über mehr Wissen, um unsere Anstrengungen zur Erhaltung unserer Umwelt gezielt einzusetzen, und wir sind sicher, dass alle Menschen von den Ressourcen der Natur profitieren – besonders jene, die direkt von ihr abhängen. Es existieren unzählige Aktionspläne und Strategien zum Schutz der Biodiversität, und der vielleicht größte Erfolg der Konvention von Rio-92 ist, dass wir heute eine Erhaltung der Natur nicht mehr als Barriere für unsere wirtschaftliche Entwicklung betrachten” sagt der Exekutiv-Direktor der UNO im “Resort für Umwelt”.

“Es ist möglich, neben der wirtschaftlichen Entwicklung, unseren Planeten mit der gleichen Politik wie bisher zu schützen”, erklärt er weiter – “die globale Agenda für Entwicklung hat zum Ziel, niemanden zurückzulassen, sondern alle Menschen auch aus der extremsten Armut herauszuholen. Aber wenn wir unsere wertvolle Biodiversität nicht schützen, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.

Die Abteilung “Umwelt” der UNO ist stolz darauf, die “Konvention für biologische Diversifikation” auch in den kommenden Jahren zu unterstützen. Ihre Anstrengungen sind unbedingt notwendig, damit sowohl der Planet als auch die Menschen in zukünftigen Jahrhunderten in Harmonie leben und erfolgreich sein können”.

Pilze – Foto: sabiá brasilinfo

Grundsätzlich sollte man nicht vergessen, dass alle Lebensformen auf unserem Planeten in der einen oder anderen Form miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. “Die Biodiversität umfasst die Gemeinschaft aller Lebensformen, die uns umgeben, erfreuen und erhalten. Viren, Bakterien und Pilze, sowie viele andere mikroskopisch kleine Wesen, die gesamte irdische und aquatische Fauna und Flora – sie alle sind Geschöpfe unserer Umwelt.

Und dem Leben gebührt in jeder Art und Form unsere Rücksichtname, Respekt und Umsicht”, bestätigt ein Professor der “Escola de Ciéncias” der PUC in Rio Grande do Sul, in einem Artikel, der von der Universität publiziert wurde.

Der Professor erklärt weiter: ”Wir essen und kleiden uns, und wir behandeln Krankheiten mit Produkten aus der Natur – Antibiotika, Analgesica (Schmerzmittel), Anestesica (Anästhesie), Anti-inflamatorica und unzählige andere der von uns täglich benutzten Medikamente stammen aus der biologischen Vielfalt unserer Natur – sie beschert uns Gesundheit”.

“Die stillen Dienste der Natur”

Der Professor geht noch weiter in seiner Analyse: ”Die Biodiversifikation arbeitet bei Tag und Nacht für uns, indem sie uns gratis die Dienste ihrer Ökosysteme anbietet. Die Wälder beschützen die Wasserquellen – das Trinkwasser, welches wir täglich benötigen – sie mindern die klimatischen Veränderungen und regulieren die Regenfälle.

Die Hälfte allen Regens, der die Plantagen in Rio Grande do Sul bewässert, kommt zum Beispiel aus dem Amazonasregenwald. Die Mehrheit unserer Landwirtschaft hängt von der Polonisation durch Bienen, Wespen, Schmetterlinge und Käfer ab, um nur einige aus der Vielfalt der Natur zu nennen. Ohne sie wäre unsere Agrarproduktion ernstlich gefährdet”, erklärt Marques.

Gottesanbeterin – Foto: sabiá brasilinfo

“Die stillen Dienste der Dekompostierung von organischem Material, ausgeführt von den Pilzen und anderen Mikroorganismen, ist ebenfalls von fundamentaler Bedeutung. Die Erneuerung der Fruchtbarkeit des Bodens durch jene Mikroorganismen – die meisten für unser menschliches Auge unsichtbar – garantiert unsere Lebensmittelproduktion! Biodiversität heißt überleben” schließt der Professor in seinem Artikel.

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