Brasiliens Athleten erreichen so viele Medaillen wie noch nie

Noch nie gab es so viele olympische Medaillen für die Athleten Brasiliens wie in Tokio. 21 Mal sind Brasilianer auf das Siegerpodium gestiegen. Siebenmal haben sie Gold gefeiert, sechsmal Silber und achtmal Bronze. Auch beim Medaillenspiegel der Nationen kann Brasilien mit dem zwölften Platz ein Bestergebnis feiern.

Brasiliens Athleten in Tokio so erfolgreich wie nie – Foto: Christian Dawes/COB

Insgesamt sind bei den Sommerspielen in Tokio 302 brasilianische Athleten angetreten. In 17 Disziplinen haben sie dabei Medaillen errungen und wegen der Zeitverschiebung ihre Landsleute in der Heimat nachts an die Bildschirme gefesselt.

Übertroffen haben sie im Land der aufgehenden Sonne den Rekord von Rio-2016. Weil Brasilien vor fünf Jahren das Ausrichterland der olympischen Spiele war, durften mit 465 Sportlern mehr Athleten an den Start gehen als in Tokio.

Sie haben in Rio de Janeiro insgesamt 19 Medaillen errungen (sieben Gold, sechs Silber und sechs Bronze) und damit zwei weniger als die Sportler in Tokio. Beim Nationenvergleich landeten sie damals auf dem 13. Platz und damit um einen Rang hinter dem Ergebnis der Sommerspiele 2020.

Zu dem neuen Rekordergebnis der Brasilianer beigetragen haben die neu eingeführten olympischen Disziplinen Skate und Surf. Von den 21 Medaillen stammen gleich vier von ihnen. Für drei Silber-Medaillen sorgten die Skater Kelvin Hoefler, Pedro Barros und Rayssa Leal, für eine Gold-Medaille der Surfer Ítalo Ferreira.

Skate Silber für Rayssa Leal – Foto: Wander Roberto/COB

Einen Rekord haben auch die Athletinnen erreicht. Sie sind für neun der 21 Medaillen verantwortlich und auch für einige Überraschungen, wie der beim Tennis. Bei dem galt das südamerikanische Land eigentlich nicht als Favorit. Luisa Stefani und Laura Pigossi sind dennoch auf dem Siegerpodium gelandet.

Schon ihre Teilnahme an den Sommerspielen war eine Überraschung. Nur eine Woche vor Beginn der Sommerspiele haben sie erfahren, dass sie das Titelduo ersetzen sollen. Das haben sie mit Bravour getan und zusätzlich mit ihrem errungenen Bronze für Brasiliens erste Medaille beim Tennisdoppel gesorgt.

Silbermedaille für Rebeca Andrade – Foto: Ricardo Bufolin/CBG

Ein weiteres Novum schaffte Rebeca Andrade. Beim Kunstturnen holte sie im Mehrkampf-Einzel Silber und sorgte für die erste Medaille Brasiliens überhaupt in dieser Disziplin. Dazu legte sie dann noch Gold am Sprungturm nach und wurde zur ersten Brasilianerin, die zwei Medaillen bei einer Ausgabe der olympischen Spiele erzielt hat.

Isaquias Queiroz hat mit drei Medaillen bereits bei Rio-2016 für einen Medaillenrekord gesorgt. Jetzt hat er seine Sammlung beim Kanurennen C1 1000 Meter noch um Gold erweitert. Er gehört damit zur kleinen Gruppe von fünf brasilianischen Athleten, die Träger von vier oder mehr olympischen Medaillen sind.

Kanu Isaquias Queiroz – Foto: Gaspar Nobrega/COB

Altersrekorde
Rayssa Leal wurde zur jüngsten Olympia-Athletin Brasiliens und ebenso zur jüngsten Medaillenträgerin des Landes. Beim Skate Street sorgte die 13-Jährige aber nicht nur mit ihrem Können, ihrem zarten Alter und ihrem erreichten Silber für Aufsehen.

Während sie darauf wartete, an die Reihe zu kommen, tanzte sie und erfreute sich offensichtlich daran, mit anderen Skaterinnen bei den olympischen Spielen ihre Fähigkeiten messen zu können.

Ebenso einen Altersrekord hat Bruno Fratus aufgestellt. Der 32-Jährige erschwamm sich im 50-Meter Freistil Bronze und wurde damit zum ältesten olympischen Schwimmer mit einer Erstmedaille.

Südamerikanischer Rekord
Alison dos Santos hat beim 400 Meter Hürdenlauf gleich mehrfach den südamerikanischen Rekord gebrochen. Nebenbei ist er der erste Brasilianer, der beim Hürdenlauf eine Medaille erreicht hat. Geholt hat er Bronze. Für einen neuen südamerikanischen Rekord hat auch Fernando Scheffer gesorgt. Er hat mit seiner Bestzeit beim 200 Meter Freistil-Schwimmen zudem Bronze erzielt.

Bronze 400m Hürden für Alison dos Santos – Foto: Gaspar Nobrega/COB

Mehrfache Olympiasieger
Ihre Fähigkeiten haben auch Kahina Kunze und Martine Grael bewiesen. Beim Segeln in der Klasse 49er FX haben sie Gold geholt und sind zu zweifachen Olympia-Siegerinnen geworden.

Zweifacher Olympia-Sieger ist auch die Fußballmannschaft geworden und das in zwei aufeinander folgenden Sommerspielen.

Thiago Braz konnte in Tokio zwar nicht seine sensationelle Leistung und die damit erreichte Goldmedaille bei Rio-2016 wiederholen. Er hat beim Stabhochsprung aber Bronze geschafft.

Olympische Geschichte mit gebrochenem Surfboard
Ítalo Ferreira ist beim Surfen zum ersten Olympiasieger in dieser neuen Disziplin geworden. Sein Start war allerdings mit Hindernissen belegt. Ausgerechnet im Finale brach eine Welle sein Surfboard. Er ließ sich dadurch aber nicht stören, ging ans Land, holte sich eins seiner 15 Ersatzboards und erzielte mit seiner Höchstnote Gold.

Neue olympische Sportart Skate
Mit ihren gewagten Sprüngen und Manövern haben die Skater das junge Publikum für die Olympiade begeistert. Dazu beigetragen haben neben Rayssa Leal auch die Brasilianer Pedro Barros und Kelvin Hoefler. Pedro Barros sorgte beim Skate Park für Silber und Kelvin Hoefler beim Skate Street ebenso für Silber.

Medaillensammler
Für die Freiwasserschwimmerin Ana Marcela Cunha war das erreichte Gold beim Schwimm-Marathon von zehn Kilometern der erste Olympiasieg. Der hatte ihr noch in ihrer großen Sammlung von Titeln gefehlt.

Gleich drei Medaillen gab es für Brasilien beim Boxen. Hebert da Conceição Sousa sorgte mit einem Knock-out im Finale für das erste Box-Gold Brasiliens überhaupt. Abner Teixeira erboxte Bronze und Beatriz Ferreira Silber.

Beim Judo schafften die brasilianischen Sportler hingegen zwei Podiumsplätze. Mayra Aguiar (bis 78 Kilogramm) und Daniel Cargin (bis 66 Kilogramm) errangen beide Bronze.

Volleyball und Dopingverdacht
Erstmals nicht in einem Finale vertreten waren die brasilianischen Beach-Volleyballer. Alle vier Duos sind vorzeitig ausgeschieden. Das hat es bisher nicht gegeben. Beim Hallen-Volleyball haben hingegen die Frauen die zweite Stufe des Siegerpodiums bestiegen.

Allerdings mussten die Spielerinnen den Ausfall der Titelspielerin Tandara überwinden. Gegen sie wurde kurz vor dem Halbfinalespiel ein Dopingverdacht erhoben. Der bezieht sich jedoch auf eine Probe die schon Anfang Juli und damit vor Olympiabeginn genommen wurde.

Stolze Leistungen ohne Medaillen
Die brasilianischen Athleten haben in Tokio aber nicht nur mit Medaillen aufgetrumpft. Einige haben auch ohne Medaille ein Novum erreicht. Anlass zum Feiern gab beispielsweise Hugo Calderano. Der hat zwar keinen Podiumsplatz erzielt, ist aber als erster Brasilianer in der olympischen Geschichte beim Tischtennis ins Viertelfinale eingezogen.

Tischtennis Hugo Calderano – Foto: Wander Roberto/COB

Beim Wasserspringen vom zehn Meterturm hat sich zudem der 19-Jährige Kawan Figueredo Pereira auf den zehnten Platz gesprungen. Vor ihm hatte noch kein Brasilianer ein Finale in dieser Disziplin erreicht.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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